You will always fall in love, and it will always be like having your throat cut





Der Jahresanfang 
war so schön wie schon lange nicht mehr. 
Wir sitzen 
 zusammen gekuschelt 
auf deinem Sofa, 
schauen uns ein Horrorfilm an
 und ich kann nicht anders als verliebt zu grinsen,
 als du zusammen zuckst, 
als was gruseliges passiert. 
Als die Uhr null anzeigt, 
schauen wir uns kurz 
das Feuerwerk an 
und ich kann es nicht abstreiten
 mit dir am Fenster zu stehen,
deine Worte zu lauschen
und zu schauen 
wie der Himmel
hell erleuchet wird,
macht dieser, 
für mich, 
unbedeutender Jahreswechsel, 
wunderschön. 
Wir rauchen 
noch ein paar 
und 
wir trinken unser Bier aus, 
dann verabschieden wir uns, 
weil du in ein paar Stunden arbeiten musst. 
Der Abschied
 fiel mir so schwer, 
du lässt mich nicht los 
und ich will 
einfach nur 
bei dir bleiben.
 In dieser kleinen Wohnung 
mit der Panda Decke
 fühle ich mich so heimisch. 
 Deine Worte 
sind Honig
 für 
mein kaltes inneres. 
Mit der Angst 
im Beutel
 gehe ich nachhause.
 Schließlich 
weiß ich 
was vor Jahren 
an Silvester passiert ist.
 Heute ist keine Zeit für Übergriffe, 
nein nein nein. 
Obwohl ich so Angst habe, 
gehe ich langsam nachhause.
 Ich will nicht in das Haus gehen 
und noch stärker, 
dass zu Gefühl haben, 
dich zu vermissen. 
Kurz vor meinem Haus 
setze
 ich 
mich 
auf eine Mauer 
und schreibe ihm. 
Er schreibt 
so schöne Sachen 
wie:
 "Danke das du dieses Jahr die ganze Zeit an meiner Seite warst.
 Du bedeutest mir viel, das sollst du wissen." 
 Als ich diese Zeilen lese, 
kriege
 ich 
mich
 nicht mehr 
ein vor Freude 
und rauche im Minutentakt. 
Es fängt an zu regnen, 
aber das ist mir ganz egal. 
Deine Worte hallen nach 
und
 irgendwann 
schaffe ich es
 mich aufzuraffen 
und in mein Zimmer zu gehen. 
Ich lege mich erst um 6 Uhr schlafen, 
weil ich dieses warme Gefühl nicht verlieren möchte.
 Ich weiß, 
ich hatte schon
 sehr viele schöne Momente
 mit ihm, 
aber dieses ganze Wochenende
 hat mir noch mehr gezeigt, 
dass ich mehr Zuversicht 
in der Liebe haben sollte. 
Auch wenn die Liebe
 mich 
so oft
 enttäuscht hat, 
oder besser gesagt,
 habe ich die Liebe enttäuscht, 
weil 
ich
 es 
nie 
so richtig geschafft habe, 
ohne Angst und Panik 
eine Beziehung anzufangen. 
Und obwohl ich keine Fehler machen wollte, 
fand ich mich oft als eiskaltes Monster wieder, 
was sich eingeredet hat die Liebe zu hassen. 
 Ich habe 
nie
 wirklich 
die Liebe
 gehasst. 
Ich habe es gehasst, 
dass man nie weiß, 
wann die Liebe endet.
 Man kann noch so sehr eine Person lieben,
 aber Menschen 
sind unbeständig
 und aus einem "Ich liebe dich" 
kommt
 plötzlich
 Stille 
oder ein leises
 "Ich weiß nicht mehr ob das alles hier noch richtig ist."
 Leider muss ich mir eingestehen, 
dass ich meistens die Person war, 
die gegangen ist,
 aus Angst, 
dass ich nicht genug bin für die Person, 
die mir die Welt bedeutet. 
Ich gehe lieber, 
als verlassen zu werden. 
Ich brenne
 lieber
 in lauter Schuldgefühle deswegen,
 als ein Gespräch zu führen, 
wo ich in kalte Augen sehe 
und die Worte höre wie
 "Ich liebe dich nicht mehr."
Doch bei dir möchte ich nicht gehen 
und ich hoffe, 
dass sich diese Meinung nicht ändert. 
Weil ich dann ganz genau weiß, 
dass ich zum eiskalten Monster werde 
und wild um mich schlage, 
wenn du versucht, 
die Beziehung zu retten.
 Und das hast du nicht verdient.




Mir geht es wunderbar, solang' die Drogen wirken, ist der ganze Scheiß egal





 
Das erste Weihnachten
 ohne die mütterliche Wärme 
und die
herzliche Liebe von meinem Hund.
 Ein Weihnachten ohne meine Lügen getränkte Mutter.
 Ein Weihnachten
 ohne Kuschel Einheiten
 mit meinem Hund. 
Ein Weihnachten, 
wo so vieles fehlt.
 Aber es ist auch ein Weihnachten, 
wo das Augenmerk
 auf die Ehrlichkeit 
und die Ruhe liegt.
Meine Mutter 
kommt 
an Heiligabend
 vorbei.
 Stellt 
uns 
unsere Geschenke
 unter dem Tannenbaum 
und man merkt 
wie emotionlos
 sie auf uns reagiert.
 Als wären wir ihr egal. 
Als wäre ihr egal, 
dass sie
 ohne uns
 Weihnachten 
feiert. 
Sie verhält sich so,
 als wären wir irgendwer. 
Als wären
 wir nicht
 ihr eigen
Fleisch
 und Blut. 
Ich 
halte
 mich
 an meinem Sektglas fest 
und
 trinke gleich zwei Gläser
 obwohl es erst Mittag ist.
 Zum Glück 
schreibt mir M.,
 dass er jetzt
 Zeit für mich hat. 
Also 
habe ich
 ein Grund 
zu verschwinden. 
Meine Mutter
 fährt mich zu ihm, 
da sie ja noch so viel 
für Ihre Gäste, 
die heute zu ihr kommen, 
vorbereiten muss.
 Sie will fort von uns
da sie 
nun
 eine neue Familie 
gefunden hat.
 Sie brauch uns nicht mehr.
Als ich bei M. angekommen bin,
 kann ich gleich besser atmen.
  Er trägt das T-Shirt, 
was ich ihm 
letztes Weihnachten 
geschenkt habe.
 Irgendwie bedeutet mir das viel.
 Er zeigt
 mir 
seinen neuen Whisky, 
den er eigentlich 
für uns
 für Silvester 
gekauft hat, 
doch
 da ich eh schon
 Alkohol im Blut habe 
und wir
 den gerne mal probieren würden, 
gießt er
 uns was davon ein. 
Ein Alkohol Nebel 
schwebt
 über meinem Verstand.
 Jedes mal 
wenn sich
 unsere Beine 
zufällig berühren,
 bin ich wie elektrisiert. 
Ich fühle
 mich
 so wohl
 neben ihm. 
Ich 
könnte 
ewig hier sitzen 
und M. 
beim reden
 zuhören. 
Da 
er
 zu seiner Mutter
 fahren möchte,
 überreichen
 wir uns
 die Geschenke. 
Ich ziehe 
mir meine Schuhe
 und meine Jacke an, 
mache seine Haustür auf
 und 
dann 
nimmt 
er mich
 fest 
in dem Arm. 
Er
 zieht
 mich
 ganz nah 
an sich heran. 
Seine Wärme, 
sein Geruch, 
alles ist mir so vertraut. 
Seine Nähe
 ist das schönste Geschenk
 für diesen Moment. 
Er 
küsst 
mich 
ganz zärtlich 
und dann mache ich mich auf dem Weg.
 Auf dem Weg 
nachhause 
kann ich nur grinsen.
 Mein Herz macht Sprünge. 
Ich wünschte, 
ich würde wissen ob es ihn genauso geht.
Als bei mir zuhause 
das Glöckchen
 klingelt, 
machen wir Bescherung. 
Und dann fingen wir das trinken an. 
Meine Schwester 
und ich
 trinken 
bis spät
 in die Nacht 
den Feigling
 und den halben
 Jägermeister
 leer. 
Wir reden und reden 
und machen lustige Bilder. 
Als ich um halb 3 nachts
 ins Bett gehe, 
bin ich so froh, 
dass ich so viel Alkohol
 getrunken habe. 
Diese fehlende Lücke
 musste ich mit dem Wundermittel füllen. 
 Ich
 klammere
 mich 
an den riesen Kuschelhund,
 den ich von meiner besten Freundin 
zu Weihnachten bekommen habe.
 Ich wünsche mir so sehr,
 dass entweder Dario oder M.
 neben mir liegen würde.
 Doch da beides nicht geht, 
trinke ich dem Rest Schnaps aus.
 An solchen Tagen
 brauche ich
 Alkohol 
viel mehr
 als die Luft zum atmen. 








Life is such chaos, and I am so tired





Die letzten Wochen 
in der Kita 
waren so stressig, 
dass ich mich oft gefragt habe, 
warum mache ich das ganze?
Doch so kleine Momente 
im Alltag 
heben 
plötzlich 
wieder meine Stimmung.
Sowie 
als 
mein kleiner Prinz 
plötzlich angefangen 
hat viel zu reden, 
zu lachen
und meinen Namen zu sagen. 
Auch wenn er nur 
Dien 
aussprechen kann, 
lässt es mich freudig stimmen.
Selbst
die Eltern 
von ihm 
kommen auf mich zu
und sagen mir, 
dass er mein Name 
selbst bei denen zuhause 
so oft sagt. 
Selbst als heute der Weihnachtsmann 
in die Kita kam, 
fing mein kleiner Prinz 
zu weinen, 
da es für ihn 
eine fremde Person war, 
und das hasst er am meisten. 
Er hasst Fremde Menschen, 
die er nicht einschätzen kann.
Er hat sich die ganze Zeit 
an mein Bein geklammert 
und ich versuchte
ihn gut zu zu reden
und streichelte ihn die ganze Zeit. 
Irgendwann fing er auf zu weinen,
aber mein Bein 
ließ er trotzdem nicht los.
Da merke ich, 
dass ich ihn 
wichtig bin. 
Oder das die kleine Zicke 
aufeinmal 
immer wieder auf mich zu kommt 
und meine Nähe sucht, 
obwohl sie vorher 
mich ständig gemieden hat. 
Oder wenn der kleine Chaot
im Schlafsaal 
plötzlich anfängt zu weinen 
und mich bittet 
ihn nicht alleine zu lassen, 
weil er sich sonst zu traurig fühlt.
Das hat mich an meine Kindheit erinnert, 
wo ich es abends 
nicht alleine ausgehaltet habe, 
da die dunklen Männern, 
mich selbst in meinen Träumen 
verfolgt haben. 
Wo ich ständig bei meinen Eltern 
im Bett geschlafen habe, 
weil mein Inneres 
schon viel zu sehr 
von den Missbrauch 
zerfressen war. 
Früher brauchte ich
ständig 
die Gewissheit, 
dass jemand bei mir war,
den ich vertrauen konnte, 
der mir Schutz 
und Sicherheit 
schenken konnte. 
Und das hat sich bis heute 
nicht geändert. 
Zwar liebe ich es alleine 
zu sein, 
aber oft fehlt es mir, 
die Sicherheit, 
das Vertrauen in die Menschen, 
die ich liebe, 
da mich die Ungewissheit
zerfrisst. 
Ich sehe in so gut 
wie jeden Menschen
eine Bedrohung. 
Ich brauche sehr viel Zeit.
Zeit um die Sicherheit 
in Menschen zu finden.
Wahrscheinlich 
sehe ich mich
deswegen 
in meinen kleinen Prinz 
wieder.
Ich bin so unsicher wie er. 
Selbst mit 22 Jahren. 





Tausend mal gelogen, tausend mal alles verdrängt






Ich schau ein Video von einer meiner Lieblingsyoutuberinnen, wo es um ihren Schwangerschaftsabbruch geht, und meine Gedanken fangen an zu rattern. Ich schaue an meine Wand, wo etwas steht, was ich vor Jahren in meiner Scham geschrieben habe. Ein Datum, wo darüber Murder steht. Wenn ich mit diesem Thema in Berührung komme, verfalle ich in Erinnerungen. Ich kann mich an den Tag erinnern, als wäre es gestern gewesen. Wie ich ängstlich zum Frauenarzt gegangen bin, wie die Frauenärztin mich abschätzend angeguckt hat, wie sie schnell sie das Rezept ausgefüllt hat, und ich mit zitternder Stimme vor der Apothekerin stand. Wie ich diese Pille schluckte, wie ich ausgerechnet an diesen Tag meine Oma über den Weg gelaufen bin. Wie ich an diesen Tag die Sonne verabscheut habe, dass sie an diesen grässlichen Tag so freudig strahlte. Natürlich ist das alles nicht vergleichbar. Ich musste noch nie ein Fötus abtreiben, aber als ich diese Anti-Babypille schluckte, wusste ich genau, wenn ich das nicht gemacht hätte, hätte sich etwas in meinem Körper verändern können. Und auch, wenn das sehr hochgegriffen ist, habe ich mich trotzdem gefühlt wie eine Mörderin. Als wäre in meinem Bauch schon ein Lebewesen, was ich natürlich nicht ganz genau wusste. Aber die Tage über nachdem mich ein Wolf mich für Sex benutzte, ging es mir so schlecht, so kotzübel. Für mich war es so, als wäre da was, was nicht da sein durfte. Die Erinnerungen an den Wolf und das Gefühl Schwanger zu sein, hat mich in die Tiefe gezogen. Selbst viele Jahre nachdem das alles passiert ist, fühle ich mich schuldig. Das Kind, was daraus entstanden wäre, würde jetzt in den Kindergarten und würde vielleicht gerade lernen, wie es seinen Namen schreibt und man ein Herz malt. Vielleicht würde mir das Kind sehr viele Bilder mit Herzen malen und mir es mit strahlenden Augen schenken. Und ich würde es dann in den Arm nehmen und vielleicht eine Verbundenheit zwischen uns fühlen. Doch vielleicht wäre auch alles ganz anders geworden. Vielleicht hätte ich das Kind keine richtige Liebe schenken können, weil es durch ungewollten Sex entstanden wurde.
All diese Gedanken bringen mich um den Verstand. Was wäre wenn, was wäre wenn….  
Nun sitze in meinem Bett und weiß nicht was ich machen soll, wenn dieses schuldige Gefühl nicht bald verschwindet. 



Und der Scheiß, den wir leben, hinterlässt bleibende Schäden






Diese Tage 
haben 
meinen Körper 
und 
mein inneres 
kaputt gemacht. 
Am Wochenende 
habe ich 
getrunken 
und getrunken. 
Ich suchte Halt 
und fand sie 
im Alkohol, 
wie schon so oft. 
Ich wollte darauf 
vorbereitet sein
nichts zu fühlen, 
wenn der Tag der Tage kommt. 
Doch der Tag kam so schnell
und ich schluckte 
viel zu viele Abführtabletten
mit Alkohol, 
damit mein Körper, 
wenigstens nicht 
zunimmt, 
was mich zusätzlich noch 
verrückter gemacht hätte. 
Meine Mutter packte 
ihre Sachen 
und in unserem Haus
wurde 
es 
immer
leerer
und trauriger. 
Der Abschied 
von meinem Hund
habe ich so lange hinaus gezögert, 
doch da ich abhauen wollte, 
bevor meine Mutter ihre restlichen Sachen 
abholte,
musste der Moment kommen. 
Die Tränen flossen
und flossen. 
Der Schmerz stich 
auf mich ein. 
Immer und immer wieder.
Ich umarmte und streichelte ihn
bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. 
Ich nahm meine Tasche und ging, 
um endlich
aus diesem Haus, 
wo die Traurigkeit 
wohnt
raus zu sein.
Ich rauchte 
in Minutentakt
und 
ich 
versuchte ständig
meine Tränen 
runterzuschlucken. 
Ausgerechnet heute 
liefen so viele Hunde  
an mir vorbei, 
als wollte mir die Welt,
ständig
eine Ohrfeige verpassen. 
Als ich endlich bei M.
angekommen war, 
versuchte er gleich 
mich auf andere Gedanken 
zu bringen. 
Er baute ein Joint, 
fragte mich wie der Abschied lief, 
aber als ich nur mit
"Es war richtig scheiße"
antwortete,
merkte er gleich, 
dass ich darüber nicht 
reden 
wollte.
Er reichte mir den Joint
und nahm mich in den Arm. 
So verweilten wir Stunden.
In der einen Hand
mein Bier, 
in der anderen M.'s Hand. 
Und wie so oft merke ich,
dass ich den Halt 
nicht nur 
im Alkohol finde, 
sondern auch bei ihm. 
Doch auch jede Sicherheit 
hat 
ein Ende. 
Als ich wieder zuhause war
und mein Papa noch mit mir 
ein Bier trinken 
und reden wollte,
ließ ich den stehen, 
da ich merkte 
wie schrecklich traurig 
unserer Wohnzimmer 
aussieht,
ohne das Körpchen
von Dario. 
Und ohnehin 
ließ mich die Übelkeit 
und die Traurigkeit nicht los. 
Ich wollte alleine sein,
um mich zu sammeln, 
doch als ich im Bett lag,
weinte 
und weinte ich. 
Meine Mutter hat mir
so vieles 
genommen, 
aber das schlimmste 
kam erst jetzt. 
Eigentlich 
sollte ich mich
freuen, 
dass meine Mutter 
endlich ausgezogen ist,
doch ich fühle 
mich einfach 
unendlich traurig.
Es scheint so, 
als würde mich 
die Traurigkeit
auffressen wollen,
bis nichts mehr 
von mir 
übrig ist. 
Mein Hund 
war mein Alltagsheld.
Mein Stück Heimat. 
Jetzt fehlt etwas 
von meiner Heimat. 
Da wo das Gefühl war,
ist jetzt tote Asche, 
an der ich mich verbrenne,
wenn ich daran denke.
Und ich frage mich,
wie ich jemals 
an einen Hund 
vorbei laufen kann,
ohne das Gefühl zu haben,
 plötzlich
Bäche voller Tränen 
weinen zu müssen. 
Du fehlst mir so.





 

Not drunk enough to say I love you





Ein Gefühl 
von 
hilfloser Angst 
erreicht 
mein inneres 
und 
ich 
schlucke 
panisch 
zwei Tavor Tabletten. 
Als ich bei M. ankomme,
trinken wir noch ein Bier 
und dann holt uns schon 
sein bester Freund ab. 
Ein Glück hat 
sich mein inneres 
etwas beruhigt 
und ich kann 
auf der Rückbank
das letzte Stück Panik 
versuchen 
runter zu schlucken. 
Auf der Halloweenparty angekommen 
begrüßt mich die Freundin 
von M.'s besten Freund 
sehr herzlich, 
als sie sieht, 
dass ich ein Casper Shirt trage. 
Wir kommen gleich ins Gespräch
und die Angst, 
dass die Menschen hier 
mich nicht mögen 
verschwindet so langsam. 
Immer mehrere Leute 
treffen ein 
und der Alkohol 
wird rausgeholt. 
Ein paar Flaschen Bier hier,
ein Wodka da
und viele Jägermeister Gläser 
später
und meine Gedanken 
hören
auf 
so laut 
zu existieren.
M. weicht
 ab und zu 
von meiner Seite, 
aber er kommt immer wieder
zu mir zurück,
nimmt mein Hand
und fragt ständig, 
ob ich mich hier
denn wohlfühle.
Er rutscht mit dem Stuhl
näher an mich heran
und küsst mich, 
selbst als Personen 
im Raum sind.
All die Angst, 
dass er sich 
vor seinen Freunden
mir gegenüber 
wie ein Arsch 
verhält, 
hat nicht eingetreten 
und dafür hätte 
ich 
ihn 
nur
noch 
öfter küssen 
können.
Wir teilen uns ein Bier 
und schauen 
uns das erste Mal
Bierpong an. 
Als wir dann 
dran sind mit spielen, 
versagen wir nahtlos.
Wenn M. 
mit seinen Freunden 
draußen trinkt und raucht,
sitze ich in der gemütlichen Runde 
mit ein paar Mädchen 
und einen Jungen. 
Wir spielen das Spiel 
"Ich habe noch nie" 
und erzählen uns
Geschichten
aus unserem Leben. 
Wenn welche mich 
auf 
meinen Freund
ansprechen,
fühlt sich das 
so ungewohnt an, 
da ich nur wenigen Leuten
erzählt habe, 
dass er und ich 
ein Paar sind.
Aber auf einer Seite 
fühlt sich das so angenehm an.
Endlich werden 
er und ich
nicht als
Einzelpersonen gesehen, 
sondern als zwei Menschen, 
die miteinander verbunden sind. 
Und genau das wollte ich
tief in mir drin. 
Ich möchte nicht ständig 
verschweigen, 
dass wir zusammen sind. 
Ich will in der Öffentlichkeit 
mich trauen seine Hand zu nehmen, 
ohne daran zu denken, 
dass er das vielleicht nicht will, 
weil er verschweigen möchte, 
dass wir mehr 
als nur 
gute Freunde sind.
Als der Himmel hell wird, 
bestellen wir uns ein Taxi. 
Noch voller Euphorie 
des Alkohol 
beschließen wir 
uns nicht mehr schlafen zu legen, 
machen uns ein Film an
und trinken Kaffee. 
Er zieht mich 
noch näher
zu sich hin
und ich 
merke 
seit langen 
endlich wieder, 
dass die Nähe 
zu ihm 
doch nicht so bedrohlich ist, 
wie mein Kopf es sich 
immer zusammen spinnt. 
Mit jedem weiteren Kuss,
spüre ich meine Gefühle 
zu ihm 
stärker.
Es ist so als würden 
sie 
in einen heißen Topf 
bald überkochen
und dann würde mir plötzlich 
raus rutschen
wie viel er mir doch bedeutet.
Eine Frage stellt sich da, 
wäre das denn so schlimm?
Ja,nein,vielleicht?





The more I thought, the more I felt like crying





Ich kann mein Leben 
gerade nicht in Worte fassen. 
All diese Tage
 ziehen an mir vorbei, 
als wären sie nie dagewesen.
 Jedes weitere Gefühl,
 welches meine Sinne fesselt,
 ist nur ein Tropfen auf den heißem Stein. 
So oft möchte ich 
einfach weinen 
und in Ruhe gelassen werden, 
doch dafür habe ich keine Zeit.
 Ich hetze 
von einer Aufgabe 
in die nächste 
und dabei 
bleibe ich selbst 
auf der Strecke.
 Ich sehne mich an einem Tag, 
wo die Angst zuhause bleibt, 
doch stündlich erreicht sie mich 
und ich weiß 
immer noch nicht 
wie ich mit diesem Gefühl 
umgehen soll. 
Selbst wenn ich bei M. bin, 
lässt sie mich nicht in Ruhe.
Sie schrenkt 
so sehr 
mein Handeln
ein, 
dass ich oftmals 
anfange zu dissoziieren
und für Minuten 
nicht mehr bei mir bin. 
 Auch im Traum
 erreicht 
die Angst mich
 und 
ich wache völlig panisch auf 
und traue mich nicht
 wieder einzuschlafen.
 Lauter Nachrichtenberichte 
machen das alles nicht leichter. 
Vergewaltigung hier, Missbrauch da.
Wenn allein nur dieses Thema 
angeschnitten wird, 
fühlt es sich so an, 
als müsste ich mich übergeben. 
Die ganze Nahrung 
in meinem Bauch
plus dieses Thema 
ist 
keine gute Kombi. 
Wie soll da meine Seele 
Frieden von dem Missbrauch finden? 
Wie soll ich 
ohne verschiedensten Substanzen
 mich davon beruhigen?
 Ich weiß nur, 
dass mein Herz
 ständig 
zerbrochen 
in meinem Bett liegt, 
weil der Schmerz 
von den Erinnerungen 
zu überwältigend ist. 
Ich würde gerne aufhören 
darüber nachzudenken,
 aber die Welt gibt mir ständig Impulse daran
 und ich bin wieder am Anfang. 
Wie soll ich das je hinkriegen
 ohne Angst anderen Menschen zu begegnen? 
Wie kann mein Trauma
 in Frieden ruhen, 
ohne das die Wunde ständig wieder neu aufgerissen wird? 
 Alles vergeht, 
nur dieses Gefühl,
dass mich das Trauma 
lebensunfähig
macht,
nicht.