Stinke nach Suff, bin kaputt





Heute ist ein Tag, 

wo der Horror vorprogrammiert ist. 

Gefühlt noch betrunken 

starte ich den Tag 

und mein Kopf 

erinnert mich 

an all den Alkohol, 

der in meinem Magen 

Randale macht. 

Ich halte mich an meiner Kippe fest, 

aber ich falle trotzdem 

in einem Strudel 

voller verhassten Erinnerungen.

Ich möchte diesen Tag nicht erleben. 

Noch weniger möchte ich den Tag 

überleben. 

Im Laufe des Tages 

möchte ich 

mein Kopf 

gegen die Wand hauen, 

oder mir etwas schlimmeres antun. 

Meine Gedanken haben kein Halt. 

Keinen positiven Weg, 

den ich gehen kann. 

Die Tränen möchten 

aber einen Weg 

nach draußen finden, 

was ich konsequent verweigere,

außer in meiner Pause, 

wo ich Minutenlang 

die Bäume anschaue

und nicht weiß 

wie atmen überhaupt geht. 

Heute ist ein Jahrestag 

eines Tages, 

der mich traumatisiert hat. 

Ich habe eine Entscheidung getroffen, 

die ich niemals rückgängig machen kann. 

Ich habe meine kleine Erbse 

in meinem Bauch

kein Leben geschenkt. 

Ich weiß, 

ich hätte niemals eine Mama sein können, 

die meine kleine Erbse gebraucht hätte, 

doch jetzt, 

wo so viel Zeit vergangen ist

spüre ich den Schmerz. 

Ich konnte ihn niemals hinter mir lassen. 

Egal wie oft 

ich mit meiner Therapeutin darüber geredet habe

oder

egal wie oft ich wusste,

dass ich genau richtig gehandelt habe,

der Schmerz zerreisst 

und der Vorfall traumatisiert mich. 

Es fühlt sich so an, 

als würde mein Leben 

eine Traumastrichliste führen.

Wie viel Trauma 

kann ich in meinem Herzen tragen, 

bis ich komplett verrückt werde? 

Für mich liegt die Antwort auf der Hand. 

Genauso viel wie ich jetzt gerade tragen muss. 

Ich möchte eine andere Hintergrundgeschichte. 

Die ich jetzt habe, 

macht mich zu einem Menschen, 

den ich nicht mehr ertragen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=MiL7uzVB6M0