Und der Scheiß, den wir leben, hinterlässt bleibende Schäden






Diese Tage 
haben 
meinen Körper 
und 
mein inneres 
kaputt gemacht. 
Am Wochenende 
habe ich 
getrunken 
und getrunken. 
Ich suchte Halt 
und fand sie 
im Alkohol, 
wie schon so oft. 
Ich wollte darauf 
vorbereitet sein
nichts zu fühlen, 
wenn der Tag der Tage kommt. 
Doch der Tag kam so schnell
und ich schluckte 
viel zu viele Abführtabletten
mit Alkohol, 
damit mein Körper, 
wenigstens nicht 
zunimmt, 
was mich zusätzlich noch 
verrückter gemacht hätte. 
Meine Mutter packte 
ihre Sachen 
und in unserem Haus
wurde 
es 
immer
leerer
und trauriger. 
Der Abschied 
von meinem Hund
habe ich so lange hinaus gezögert, 
doch da ich abhauen wollte, 
bevor meine Mutter ihre restlichen Sachen 
abholte,
musste der Moment kommen. 
Die Tränen flossen
und flossen. 
Der Schmerz stich 
auf mich ein. 
Immer und immer wieder.
Ich umarmte und streichelte ihn
bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. 
Ich nahm meine Tasche und ging, 
um endlich
aus diesem Haus, 
wo die Traurigkeit 
wohnt
raus zu sein.
Ich rauchte 
in Minutentakt
und 
ich 
versuchte ständig
meine Tränen 
runterzuschlucken. 
Ausgerechnet heute 
liefen so viele Hunde  
an mir vorbei, 
als wollte mir die Welt,
ständig
eine Ohrfeige verpassen. 
Als ich endlich bei M.
angekommen war, 
versuchte er gleich 
mich auf andere Gedanken 
zu bringen. 
Er baute ein Joint, 
fragte mich wie der Abschied lief, 
aber als ich nur mit
"Es war richtig scheiße"
antwortete,
merkte er gleich, 
dass ich darüber nicht 
reden 
wollte.
Er reichte mir den Joint
und nahm mich in den Arm. 
So verweilten wir Stunden.
In der einen Hand
mein Bier, 
in der anderen M.'s Hand. 
Und wie so oft merke ich,
dass ich den Halt 
nicht nur 
im Alkohol finde, 
sondern auch bei ihm. 
Doch auch jede Sicherheit 
hat 
ein Ende. 
Als ich wieder zuhause war
und mein Papa noch mit mir 
ein Bier trinken 
und reden wollte,
ließ ich den stehen, 
da ich merkte 
wie schrecklich traurig 
unserer Wohnzimmer 
aussieht,
ohne das Körpchen
von Dario. 
Und ohnehin 
ließ mich die Übelkeit 
und die Traurigkeit nicht los. 
Ich wollte alleine sein,
um mich zu sammeln, 
doch als ich im Bett lag,
weinte 
und weinte ich. 
Meine Mutter hat mir
so vieles 
genommen, 
aber das schlimmste 
kam erst jetzt. 
Eigentlich 
sollte ich mich
freuen, 
dass meine Mutter 
endlich ausgezogen ist,
doch ich fühle 
mich einfach 
unendlich traurig.
Es scheint so, 
als würde mich 
die Traurigkeit
auffressen wollen,
bis nichts mehr 
von mir 
übrig ist. 
Mein Hund 
war mein Alltagsheld.
Mein Stück Heimat. 
Jetzt fehlt etwas 
von meiner Heimat. 
Da wo das Gefühl war,
ist jetzt tote Asche, 
an der ich mich verbrenne,
wenn ich daran denke.
Und ich frage mich,
wie ich jemals 
an einen Hund 
vorbei laufen kann,
ohne das Gefühl zu haben,
 plötzlich
Bäche voller Tränen 
weinen zu müssen. 
Du fehlst mir so.





 

Not drunk enough to say I love you





Ein Gefühl 
von 
hilfloser Angst 
erreicht 
mein inneres 
und 
ich 
schlucke 
panisch 
zwei Tavor Tabletten. 
Als ich bei M. ankomme,
trinken wir noch ein Bier 
und dann holt uns schon 
sein bester Freund ab. 
Ein Glück hat 
sich mein inneres 
etwas beruhigt 
und ich kann 
auf der Rückbank
das letzte Stück Panik 
versuchen 
runter zu schlucken. 
Auf der Halloweenparty angekommen 
begrüßt mich die Freundin 
von M.'s besten Freund 
sehr herzlich, 
als sie sieht, 
dass ich ein Casper Shirt trage. 
Wir kommen gleich ins Gespräch
und die Angst, 
dass die Menschen hier 
mich nicht mögen 
verschwindet so langsam. 
Immer mehrere Leute 
treffen ein 
und der Alkohol 
wird rausgeholt. 
Ein paar Flaschen Bier hier,
ein Wodka da
und viele Jägermeister Gläser 
später
und meine Gedanken 
hören
auf 
so laut 
zu existieren.
M. weicht
 ab und zu 
von meiner Seite, 
aber er kommt immer wieder
zu mir zurück,
nimmt mein Hand
und fragt ständig, 
ob ich mich hier
denn wohlfühle.
Er rutscht mit dem Stuhl
näher an mich heran
und küsst mich, 
selbst als Personen 
im Raum sind.
All die Angst, 
dass er sich 
vor seinen Freunden
mir gegenüber 
wie ein Arsch 
verhält, 
hat nicht eingetreten 
und dafür hätte 
ich 
ihn 
nur
noch 
öfter küssen 
können.
Wir teilen uns ein Bier 
und schauen 
uns das erste Mal
Bierpong an. 
Als wir dann 
dran sind mit spielen, 
versagen wir nahtlos.
Wenn M. 
mit seinen Freunden 
draußen trinkt und raucht,
sitze ich in der gemütlichen Runde 
mit ein paar Mädchen 
und einen Jungen. 
Wir spielen das Spiel 
"Ich habe noch nie" 
und erzählen uns
Geschichten
aus unserem Leben. 
Wenn welche mich 
auf 
meinen Freund
ansprechen,
fühlt sich das 
so ungewohnt an, 
da ich nur wenigen Leuten
erzählt habe, 
dass er und ich 
ein Paar sind.
Aber auf einer Seite 
fühlt sich das so angenehm an.
Endlich werden 
er und ich
nicht als
Einzelpersonen gesehen, 
sondern als zwei Menschen, 
die miteinander verbunden sind. 
Und genau das wollte ich
tief in mir drin. 
Ich möchte nicht ständig 
verschweigen, 
dass wir zusammen sind. 
Ich will in der Öffentlichkeit 
mich trauen seine Hand zu nehmen, 
ohne daran zu denken, 
dass er das vielleicht nicht will, 
weil er verschweigen möchte, 
dass wir mehr 
als nur 
gute Freunde sind.
Als der Himmel hell wird, 
bestellen wir uns ein Taxi. 
Noch voller Euphorie 
des Alkohol 
beschließen wir 
uns nicht mehr schlafen zu legen, 
machen uns ein Film an
und trinken Kaffee. 
Er zieht mich 
noch näher
zu sich hin
und ich 
merke 
seit langen 
endlich wieder, 
dass die Nähe 
zu ihm 
doch nicht so bedrohlich ist, 
wie mein Kopf es sich 
immer zusammen spinnt. 
Mit jedem weiteren Kuss,
spüre ich meine Gefühle 
zu ihm 
stärker.
Es ist so als würden 
sie 
in einen heißen Topf 
bald überkochen
und dann würde mir plötzlich 
raus rutschen
wie viel er mir doch bedeutet.
Eine Frage stellt sich da, 
wäre das denn so schlimm?
Ja,nein,vielleicht?