The devil whispered in my ear: "You're not strong enough to withstand the storm." Today I whispered in the devil's ear: "I am the storm."





Es ist schon so lange her, 
dass mich ein Wolf
 in seine Wolfshöhle gezogen 
und mir das letzte Fünkchen Lebenswille geraubt hat.
 Doch ich finde mich in Situationen wieder, 
wo ich mich genauso fühle wie damals. 
Wo ich mich wehren, 
zu treten 
und weglaufen will, 
obwohl ich in diesem Moment
 zu nichts gezwungen wurde.
 Ich durchlebe jede Wolfsituationen
 in meinem Kopf wieder
 und ich möchte schreien
 und niemals mehr 
splitterfasernackt vor jemanden sein.
 Und wenn ich diese Momente
 mit meiner Therapeutin bespreche
 wird das alles nur realer
 und schwerer zu ertragen so wie letztes mal:
Meine Hände zittern die ganze Zeit
 und meine Therapeutin denkt,
 das kommt davon
dass ich schon lange nichts mehr gegessen habe.
 Ich rede stockend 
und möchte am liebsten weinen. 
Doch selbst das 
kann ich in der Therapie nicht zu lassen.
 Völlig aufgewühlt
 sitze ich später zuhause 
beim rauchen
 und weine bitterlich. 
Die Tränen 
und die Atemnot 
wollen nicht aufhören. 
Eine Panikattake durchlebt meinem Körper
 und ich kann mich nicht rühren. 
Warum kann ich nicht aufhören zu weinen? 
Das weißt du ganz genau. 
Verdammt nochmal nein! 
Du hast Angst. 
Natürlich habe ich Angst. Das habe ich ständig.
 Aber vor was?
 Davor das du niemals mehr Sex haben kannst ohne dich zu fühlen, 
als würdest du vergewaltigt werden. 
Stille. 
Die Erkenntnis macht etwas in mir. 
Ich drücke die Kippe 
auf meinem Körper aus 
und fühle mich so jämmerlich. 
So klein. 
Ich funktioniere nicht richtig. 
In diesem Moment 
fühle ich mich
 zu traumatisiert 
um jemals splitterfasernackte Nähe
 ertragen können. 
Heul doch. 
Ich weiß nicht
 wie ich diese Nacht ertragen habe.
 Ich wache morgens auf 
und alles fühlt sich schwer 
und traurig an. 
Ich schaffe es nicht zur Arbeit zu gehen. 
Ich gehe zum Arzt
 und spüre wie im Wartezimmer 
die Panik mir an den Hals greift 
und zudrückt. 
Ich schaffe es kaum zu atmen.
 Alles in mir zittert. 
Ich will hier raus. 
Hilfe, kann mir jemand aus der Panikattake heraus helfen? 
Kann mir jemand eine Kippe zu Beruhigung anzünden 
und meinem Körper gleich mit?
Mit toten Augen 
und mit einem Krankenschein
 in der Hand 
gehe ich raus aus der Praxis
 und steige in den Bus. 
Wie hypnotisiert laufe ich in den Supermarkt,
 wo ich mir Schnaps kaufe 
und gleich auf den Weg
 einen Schluck daraus nehme. 
Es ist egal, dass es erst Mittag ist.
 Andere kochen sich was schönes, 
ich versuche das Brennen 
in meiner Seele 
mit Schnaps zu löschen. 
Zuhause ging das Trinken weiter. 
Am Nachmittag 
schwamm schon so viel Alkohol in mir, 
dass ich endlich nichts mehr spürte. 
Alkohol ist mein Freund
 und Helfer
 und ich hasse es. 
Doch wenn ich nüchtern bin 
ertrage ich die Realität nicht. 
Mich nicht.
 Und meine Gefühle erst recht nicht.
Tage später kommt mir die Erkenntnis.
 Selbst wenn die Angst 
vor erdrückende und splitterfasernackte Nähe 
so unerlässlich hoch ist,
 habe ich noch mehr Angst
 davor mit einem Mann
 zusammen zu sein 
und Gefühle für ihn zu haben.
 Und selbst jetzt wo man die Ebene 
zwischen M. 
und mir
 keineswegs einer Beziehung gleicht, 
fühle ich mich gefangen. 
Gefangenen in seiner Manipulation
 und in seiner eiskalten Art,
 nachdem er mir für einen kurzen Moment
 seine sanfte Seite gezeigt hat.
 "Wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn du nicht zu viel Zeit mit ihm verbringst.
Du siehst ja wie dein Körper darauf reagiert.", 
sagte meine Therapeutin. 
"Aber vergiss nicht,
 er ist auch ein guter Freund von dir. 
Er hat dir von Anfang an gezeigt,
 dass es auch liebe Männer gibt, die auf deine Grenze achten."
 Das könnte ich nie vergessen.
 Aber wenn die Trauma Symptome
 so stark in meinem Körper rebellieren, 
vergesse ich schnell,
 dass es auch liebe Männer gibt.
 Alle Männer sind für mich eine Bedrohung. 
"Ein Mann hat mit deiner kleinen Kinderseele 
gespielt
 und deinem Körper
 für Sachen benutzt,
 die nicht zu verzeihen sind. 
Das heißt nicht das alle Männer so sind." 
Wenn meine Therapeutin nur wüsste. 
Nicht nur ein Mann
 ist über meine Grenzen gegangen.
 Aber für diese Geschichte 
ist die Zeit zu kurz 
und ich bin noch nicht bereit, dass alles zu erzählen. 
Irgendwann.
 Irgendwann vielleicht, 
wenn meine Kinderseele nicht mehr so laut vor Angst schreit.