What the hell is tragedy? I am.

Ich stehe bekifft vor dem Spiegel mit meinen Twilight T-Shirt, rauche einen kurz nach dem Aufstehen, drehe einen nach der Arbeit und so geht es weiter, bis nicht mehr Ich in dem Spiegel bin, sondern eine Person, die die Realität ganz aus den Augen verloren hat. Ich spüre so sehr den Drang nicht mehr im Hier und Jetzt sein zu wollen, aber auch nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft. Aber wo möchte ich dann sein? Ich möchte mich im Nichts auflösen mit meinen Kuscheltieren und nichts mehr spüren, außer Sicherheit und Geborgenheit. 


Tret' die scheiß Gefühle lebendig in den Sarg

Jetzt weiß ich warum ich mit 14 Jahren so traurig war. Wenn man nicht schläft wird man traurig, depressiv und antriebslos. Mit 14 und 15 Jahren habe ich so gut wie nie geschlafen. Meine Nächte waren dunkel und ruhelos, ohne eine Minute voller seelenruhigen Schlaf. Ich war immer wachsam und immer auf der Hut. Ich hätte ständig Angst. Angst vor der Nacht und Angst vor dem Schlaf. Was passieren würde, wenn ich einmal tief und fest schlafen würde? Die Angst vor jemanden Unbekannten der in unser Haus eindringen könnte, holte mich selbst dann ein, wenn ich voller Kraftlosigkeit plötzlich einschlief. Mein Körper war ständig wachsam aber doch ohne Energie. Und da wunderte sich einer, dass meine Persönlichkeit sich plötzlich änderte und ich mein Leben komplett an die Wand fuhr.

Ich höre mir das Hörbuch von "Girl in Pieces" an und spüre den Schmerz der Hauptdarstellerin. So wie sie war ich auch. Zwar habe ich eine andere Lebensgeschichte, aber den Schmerz habe ich auch gespürt. Diesen Schmerz, der dich verschluckt, und nicht wieder ausspuckt. Der dich leblos zurücklässt, ohne einen Funken Hoffnung. Und jetzt mit fast 30, fühle ich mich so ausgebrannt. Als hätte ich schon 10 Leben gelebt. Ich möchte gar nichts mehr. Selbst das Atmen fällt mir schwer. Autos fahren schnell über die Autobahn und ich merke, ich bin schon seit Wochen gar nicht mehr richtig da.