I wanted to be ruined a little more than I wanted to be loved. I guess that's where I went wrong.








2018, 
ein Jahr 
was ich am liebsten 
verdrängen würde. 
Das Jahr 2018 
würde ich als Jahr 
der Verluste 
beschreiben, 
So viele Menschen 
haben 
mein 
Herz 
verprügelt. 
Als wäre mein Herz 
nichts 
wert. 
Als wären 
meine Gefühle 
nichts wert. 
Mit diesem Gefühl 
hat 2018 begonnen. 
Das Gefühl nichts wert zu sein 
schien das Motto 
im Januar zu sein. 
Als ich M. den Brief schrieb, 
wo ich meine Gefühle
zu ihm ihn offenbarte, 
weil ich dachte, 
wir wären jetzt auf eine Ebene, 
wo unsere Gefühle
einen Raum haben.
Wo Gefühle eine Berechtigung hatten
ausgesprochen zu werden.
Doch als M. mir diese Zeilen 
schrieb, 
wo ich genau wusste, 
sowas überlebe ich
nicht ein zweites Mal.
Wo ich genau wusste, 
dass all unsere schöne Zeit 
sich
im dunklen Nebel 
der Lüge 
gehüllt hat. 
Ab diesem Ereignis 
gab es diese Wut in mir.
Diese Traurigkeit. 
Ich fühlte mich 
wie ausgewechselt. 
Als hätte mich
meine Naivität zu Fall gebracht. 
Ich zerkratze M.'s Auto. 
Ich betrink mich an freien Tagen
schon am Nachmittag. 
Und alles, 
weil ich diese Wut nicht standhalten konnte.
Die Wut fraß mich auf. 
Nicht auf einmal 
sondern 
Stück 
für Stück, 
Doch trotzdem schaffte 
ich es 
zur Arbeit 
zu gehen.
Und trotzdem habe 
ich meine Ausbildung
beendet. 
Wenn ich darüber nachdenke,
weiß ich immer noch nicht wie 
ich das geschafft habe. 
Vielleicht hat die Wut
mich angespornt. 
Vielleicht war er mein Antrieb. 
Aber im Nachhinein 
tat die Wut einfach nur weh. 
Weil sie bodenlos 
und viel zu mächtig für meinen Körper war.

Im Jahr 2018 
habe ich viele neue Leute 
kennengelernt. 
Und sie auch gleich wieder verloren. 
Ich bin durch Deutschland gefahren. 
Habe mich benutzen lassen.
Immer und immer wieder. 
Doch irgendwann wurde es mir egal. 
Irgendwann bin ich abgestumpft. 
Oder ich habe es mir zumindest 
eingeredet, 
ich wäre abgestumpft. 
Irgendwann stießen 
mir die Erinnerungen 
durch den Kopf.
und ich drehte wieder durch. 
Ich aß zu viel,
weil ich genau wusste, 
dass ich das nicht ertrage.
Und nahm zu viel Abführmittel. 
Ich hungerte tagelang. 
Und trank zu viel Alkohol.
Ich verletzte mich wieder selbst. 
Dachte wieder viel zu oft daran 
mein Leben ein Ende zu setzen. 
Flashbacks strömten 
auf mich ein 
und beim dissoziieren 
verletzte ich mich selbst,
was ich dann 
immer viel zu spät bemerkte.
Ich fing an mich zu isolieren. 
Wenn mich einer 
in dieser Zeit,
wo mein Bett mein bester Freund wurde, 
ein Mann berührt hätte, 
wäre ich zu einem Biest geworden 
und hätte wild um mich geschlagen.
Ich weinte in jeder Minute,
wo ich alleine war
und nahm zu viele Drogen.
Ich fing wieder an
Tavor zu nehmen.
Ich meldete mich nicht mehr 
bei meiner Therapeutin 
und sah sie monatelang nicht. 
Ich wollte mir die Lunge
aus dem Körper rauchen
und meine Zigarette 
auf meinem Herz ausdrücken.
Kurz gesagt.
Ich wurde wahnsinnig. 


Dann kam der Sommer, 
der schöner nicht hätte sein können. 
An meinem Körper zierten 
so viele Tattoos wie noch nie. 
Ich machte mein Lippenpiercing raus. 
Ich lernte Berlin von seiner schönsten Seite kennen.
Ich kaufte mir Lippenstifte, 
in der Hoffnung 
mein hässlich Gesicht 
sähe dann für meine Mitmenschen
schöner aus.
Ich ging wieder zu Therapie.  
Doch dann kam auch der große Fall. 
Ich war arbeitslos. 
Ich habe angefangen Yoga zu machen. 
Und gleich wieder damit aufgehört. 
Ich nahm keine Nahrung mehr zu mir
und konnte nur noch atmen 
wenn ich völlig betäubt war. 
Ich hatte 
viel zu viel Zeit 
in meinem Kopf zu leben. 
Die alten Wunden rissen wieder auf. 
Ich zweifelte an alles
und fühlte mich so unfähig 
und nutzlos.
Meine Sozialphobie 
und allgemein meine Ängste
verschlimmerten sich.  
Mein Spiegelbild kotze mich an. 
Ich machte die Nacht zu meinem Tag
und verließ tagelang nicht das Haus. 
Das Auto fahren wurde schlimmer. 
Die Flashbacks an meinem Unfall wurden unerträglich,
dass ich jedes mal Todesangst bekam. 
Ich versuchte M. zu verzeihen
und konnte mir für ein paar Wochen 
einreden, 
dass ich über den Vorfall hinweg bin, 
aber jedes Mal wenn ich die Narben 
an meiner Hand sah,
die an diesem Tag entstanden, 
wurde ich wieder traurig und wütend. 
Ich schrieb Bewerbungen 
und bekam immer wieder 
absagen. 
Gefühlt zeigte mir 
die ganze Welt den Mittelfinger. 
Der Gerichtstermin 
von der Scheidung 
meiner Eltern, 
zeigte mir wieder 
was mein Brutkasten
doch für ein narzisstischer Mensch ist. 
Und ich hoffte, 
dass ich nie so werden würde wie sie. 
Ich lernte eine neue Person kennen
und offenbarte viele 
schlimme Ereignisse aus meinem Leben.
Ich weinte viel mit der Person, 
doch bekam umso mehr Liebe zurück. 
Doch nach unserem ersten Treffen,
ließ die Person mich zurück. 
Da kam mir wieder das Motto 
von Anfang des Jahres in meinem Kopf: 
"Du bist nicht gut genug. 
Wann wirst du jemals gut genug 
für eine Person sein?"
In der Hoffnung, 
dass diese Stimme 
irgendwann aus meinem Kopf 
verschwindet 
ging ich zu einem Vorstellungsgespräch 
und bekam den Job. 
Endlich fühlte ich mich 
wieder gebraucht. 
Ich hatte das Gefühl 
endlich hat mein Leben 
zumindest 
einen kleinen Sinn. 

Ich arbeite viel 
und lernte meine Gefühle 
abzustellen. 
Alles in mir war so leer, 
dass ich mich gar nicht mehr spürte. 
Was für mich in dieser Zeit auch gut war. 
Ich wollte mich nicht mehr spüren. 
Ich hatte das Gefühl 
dieses Jahr 
haben meine Gefühle
die meiste Kraft in mir geraubt. 
Meine Gefühlen haben 
mich dumm,
naiv
und emotional gemacht. 
Das wollte ich nicht mehr. 
Ich hatte es satt, 
Gefühle zu spüren,
die ich nicht ertrage.
Weihnachten rückte näher 
und die Momente, wo ich
dissoziierte
 wurden wieder schlimmer. 
Der November war 
plötzlich vorbei
und die Angst vor Weihnachten 
wurde immer extremer. 
Ich benutze meine Haut
wieder als Aschenbecher
und zeigte die Narben 
in einer Therapiestunde 
meiner Therapeutin. 
Daraufhin 
schließ sie, 
dass die ambulante 
Therapie mir nichts 
richtiges bringen würde 
und das für mich 
besser wäre
in eine Klinik zugehen. 
Aber dieses Mal 
in eine Traumaklinik. 
Mein Kopf spielte 
seitdem 
noch 
mehr 
verrückt, 
als zuvor. 
"Habe ich wirklich das Recht
in eine Klinik zu gehen?
Ist mein Trauma "schlimm genug"
für eine Klinik? 
Hört mich da überhaupt jemand, 
wenn ich mich immer mehr verschließe
und ich kaum ein Wort spreche?"
Ich fing wieder an mehr Drogen 
zu nehmen. 
Schlug häufiger wieder auf mich ein,
weswegen mein Körper 
auch immer häufiger 
voller blaue Flecke waren. 
Die Missbrauch Erinnerungen 
wurden stärker,
selbst auf der Arbeit. 
Ich hatte mich wieder 
nicht unter Kontrolle. 
Ich ging immer und immer wieder
über meine Grenzen
und versuchte 
das für keine
ersichtlich zu machen. 

Weihnachten kam 
und ich versuchte 
zu funktionieren. 
Aber das gelang mir nur,
weil ich sehr viel Alkohol trank. 
Mein Kindheitswolf kam nicht,
aber trotzdem holten mich 
die Erinnerungen wieder ein 
und immer mehr 
Verbrennungsnarben 
zierten meinen Körper. 
Ich traf meine Mutter 
mit meiner Schwester
und ihren Freund
in ihrer neuen Wohnung.
Ich sah mein Hund
ihr Hund
wieder. 
Das Treffen lief besser als gedacht
und trotzdem betrank 
ich mich wieder.
Ich wollte 
durch den vielen Schnaps 
vergessen, 
dass ich trotzdem 
ein gebranntmarktes Kind bin, 
welches keine richtige Mutter mehr hat, 
selbst wenn sie versucht 
mir mal keine Vorwürfe zu machen.
Die Person,
die nach unserem ersten Treffen verschwand,
meldete sich plötzlich wieder.
Entschuldigte sich sogar.
Plötzlich war alles so wie früher,
dachte ich.
Wir wollten uns wiedersehen
und über alles reden. 
Uns wahrhaftig versöhnen. 
Ich bestellte Bustickets.
Wie dumm von mir.
Meine Schwester und ihr Freund
luden mein Papa 
und mich 
zu einem Konzert ein. 
Der verschwundene Freund
schrieb mir den Abend über. 
Plötzlich hatte er wieder Zweifel.
Zweifel wegen mir. 
Er sagte das Treffen ab. 
Ich wusste nicht wie mir geschah. 
Als er mir das Geld wieder zurücküberwies 
drehte mein Kopf durch.
Ich fing an zu weinen. 
So bitterlich
wie ein Kind. 
"Schon wieder war ich 
verdammt nochmal nicht gut genug.
Hört das denn nie auf?"
Ich habe das Geld gern ausgegeben. 
Ich wollte mich wieder bei einer Person 
sicher fühlen. 
Und all das hat diese Person 
mit nur einen Satz zerstört.
Mich zerstört.
Ich spürte den Druck.
Nahm eine Klinge
und plötzlich war alles 
voller Blut. 
Ich spürte 
einen dumpfen Schmerz 
und danach wieder die Traurigkeit. 
Die Tränen hörten selbst
nicht auf, 
als ich das Blut 
weg wischte
und mir ein Verband 
anlegte. 
Ich dachte, 
ich hätte die Traurigkeit
weg geschnitten. 
Ich dachte,
 sie wäre in meinem Blut, 
was auf meinem Zimmerboden 
tropfte. 
Doch sie war immer noch 
in meinem Herzen.
In meinem verprügelten Herzen. 
Ich dachte an alle die ich verlorene hatte. 
Vor allen an (mein) Wunderkind. 
Selbst dieses Mädchen 
konnte ich nicht halten. 
Selbst dafür war ich 
nicht gut genug.

 Am 30. Dezember
schnitt 
ich ein T-Shirt 
in zwei
und suchte
all die Erinnerungsstücke
zusammen, 
die mich innerlich
2018 zerstört hatten. 
Selbst die Blumen, 
die ich von der verschwundene Person 
bekam. 
Obwohl ich Blumen 
über alles liebe. 
Diese Tasche
mit den Erinnerungsstücken
habe ich am 31. Dezember 
weg geschmissen. 
Ich fühlte mich erleichtert
und auch traurig. 
Doch es musste sein.
Ich muss von den alten Sachen loslassen.
Und so lange ich das nicht 
in meinem Herzen kann, 
dann muss ich wenigstens 
Erinnerungsstücke,
die mich zerstören,
loslassen. 

Dieses Jahr hat mich versucht
zu zerstören. 
Hat mich klein gemacht. 
Ich habe so oft mich klein gefühlt. 
Ich habe mich so oft klein gemacht
vor Leuten,
die es im nachhinein gar nicht verdient hatten.
Ich habe geliebt 
und musste lernen, 
dass Liebe 
allein nicht reicht,
um zurück geliebt zu werden. 
Ich habe gelernt, 
dass es leicht ist
Drogen zu nehmen,
viel Alkohol zu trinken
und zu viel zu rauchen.
Doch es ist schwierig 
sich einzugestehen, 
dass dieses ständige Betäuben 
mich niemals 
ganz vor meinen Gefühlen 
retten kann. 
In 2018
haben mich 
meine Gefühle
wieder 
splitterfasernackt gemacht.
Schaffe ich 
es 
in 
diesem
neuen 
Jahr
mich eigenständig 
wieder anzuziehen 
und meinen Wert 
zu finden? 
Oder ist mein Selbstwert 
verschwunden 
in all den Momenten 
wo die Wölfe 
mich ausgezogen haben,
obwohl ich mich so gewehrt habe? 
Schaffe ich es dieses Jahr 
eine Person zu finden,
die mir zeigt, 
dass 
ich gut genug bin? 
Oder kann ich das 
nicht mehr zulassen, 
weil ich ständig glaube, 
jede gefühlte Sicherheit 
wäre im Nachhinein gelogen?