Der Halt, an den ich mich klammere, er verhält sich berechenbar: Er hält inne und lässt mich angewidert los.





Ich kann immer noch nicht 
darüber schreiben, 
über das was mir 
die letzte Woche 
wiederfahren ist. 
Ich habe das Gefühl, 
wenn ich alles 
detailgetreu 
aufschreiben 
würde, 
würde 
ich
wie 
am
Donnerstag 
um 13 Uhr anfangen 
in Minutentakt 
ein neues Bier aufmachen
und keine Miene verziehen 
bei den vielen Schnaps
der meine Kehle 
runterläuft
oder
aus lauter Wut 
wieder eine Bierflasche 
in das alte Zimmer 
meiner Schwester 
werfen 
und 
mich 
extra 
an den Scherben
schneiden. 
Als wäre die letzte Woche 
nicht schon schlimm genug gewesen. 
Seit letzter Woche 
sind dieses Gefühle
der unfassbarer Wut 
und unstillbarer Trauer 
gewachsen
und mit jeder Minute, 
die verstrichen ist, 
hatte ich das Gefühl 
das mein Herz
immer dunkler wird
und meine Worte 
immer böser werden. 
Die vielen Drogen, 
die ich mir eingeschmissen habe, 
haben rein gar nichts gebracht, 
außer Halluzinationen, 
extremen Zittern 
und besorgten Blicke 
und Worte 
von meinem Papa. 
"Hast du irgendwas eingenommen?"
Ja, ich habe Tavor genommen."
Was für eine scheiß Lüge, 
aber wie kann 
  ich kann ich meinem Papa
erklären, 
dass ich den Alltag
und vor allem 
mich selber 
ohne Drogen 
nicht ertrage? 
Das ich seit Jahren 
mich nur noch 
von Monat zu Monat 
schleppe
und mein Herz 
drei Kreuze macht, 
wenn ich mich 
nicht umgebracht habe? 
Ich hätte niemals gedacht, 
dass ich mir
 jede Woche 
mehrmals chemische Drogen
einschmeisse. 
Aber irgendwann 
hat mir der Alkohol 
nicht gereicht. 
Ich brauchte mehr Betäubung,
mehr Kontrollverlust, 
mehr Gedankennebel 
und nun sitze ich hier 
und meine Hände 
zittern 
seit Stunden, 
weil mein Körper 
mir einreden will, 
dass ich ohne 
den scheiß 
nicht mehr leben kann. 
In der letzten Woche
musste ich wieder feststellen, 
dass nicht jeder das gleiche Herz hat, 
wie ich, 
egal wie sehr 
ich 
das 
doch 
gehofft 
habe. 
Ich musste feststellen, 
dass mein Lieblingskerl
nun eine Person ist,
wo die Wut nur so 
in mir hochkommt
und ich kotzen könnte 
vor Enttäuschung. 
Ich war nie gut in Gefühle zeigen 
und habe immer gewartet.
bis der andere mir ein Zeichen gibt. 
Aber all deine Zeichen waren gelogen. 
All deine Taten 
sind 
für 
mich
nun
ein 
Dreck 
wert. 
Du scheinst doch 
ein herzloser Mensch zu sein,
der nur dann Gefühle bekommt,
wenn er zockt.
Was habe ich nur 
für einen Menschen 
in mein Leben gelassen?
Wie konnte ich so blind sein? 
Ich weiß,
Liebe macht blind, 
aber ich dachte,
ich sehe dich im richtigen Licht. 
Doch all diese
 Gedanken waren falsch. 
Die Bitternes in mir wächst 
und wächst. 
Meine Laune 
ist 
so 
dunkel
wie 
der 
Nachthimmel, 
wo keine Sterne zu sehen sind
Und sie wird immer dunkler
bei jedem 
doch so gutgelaunten Wort 
von dir. 




My Birthday breaks my bones and I laugh






Alle Jahre wieder
 kommt der Tag, 
den man wohl meinen Geburtstag nennt. 
Schon wieder
 bin ich
 ein Jahr
 älter geworden.
 Ich bin älter geworden,
 ohne das Gefühl zu haben
 mein Leben 
im Griff 
zu haben.
 Der Tag
 fängt 
viel zu früh an
 und als mein Papa 
mich
 mit einem Geburtstagsständchen
 weckt, 
muss ich kurz lächeln, 
aber
 die Müdigkeit
 und die Dunkelheit
 schlägt 
mir bitter böse 
ins Gesicht 
und
 ich 
vergrabe
 mich noch tiefer 
in meine Einhorn Bettwäsche. 
Erst nachdem mein Papa
 noch zwei mal
 in mein Zimmer gekommen ist,
 versuche ich aufzustehen. 
Mein Papa
 hat mir im Wohnzimmer
 einen Geburtstagstisch 
vorbereitet.
 Eine Kerze leuchtet, 
Geschenke liegen
 auf den Tisch
 und 
einen Strauss 
voller roter Rosen
 blickt mir entgegen. 
Es scheint für die Außenwelt 
alles ganz schön zu klingen, 
doch ich habe die ganze Zeit 
das Gefühl
 weinen zu wollen.
 Ich will mein Papa
 seine Freude 
nicht versauern, 
also 
setze
 ich
 ein freundliches Gesicht auf.
 Als ich dann in der Kita bin, 
merke ich
 wie ich mich
 ein bisschen entspanne, 
wahrscheinlich auch deshalb,
 weil mir dann M.
 doch noch gratuliert hat.
In meiner Gruppe
ist alles 
 mit Einhörner
 dekoriert, 
da 
meine Kolleginnen 
wissen, 
wie sehr ich die doch mag. 
Ich bekomme eine Einhorn Krone aufgesetzt, 
dann singen alle Kinder 
aus der ganzen Kita
 für mich
 Happy Birthday
 und
 überreichen mir Geschenke.
 Ich muss meine Tränen zurückhalten
 und zum Schluss
 gibt
 es 
noch
 eine riesen großen Gruppenumarmung. 
Alles scheint so harmonisch, 
aber ich weiß ganz genau, 
Geburtstag in der Kita zu feiern,
 ist wie in einer Seifenblase zu leben. 
Du spürst keinen Schmerz, 
alles scheint so friedlich 
und 
deine Gefühle
 sind 
nicht
 erreichbar für dich. 
Doch als ich aus der Kita gehe, 
merke ich wie die Seifenblase platzt, 
da meine Mutter
 draußen 
schon
 auf mich 
wartet.
 Ich 
versuche
 an meinen 
gefälschten Lächeln 
fest zu halten. 
Sie redet und redet 
und ich wünsche mich
 einfach nur weit weg. 
Zuhause angekommen, 
hole ich als erstes 
die Sektflasche rauf, 
um ihre Worte zu ertragen. 
Sie möchte nichts trinken, 
also bleibt für mich selbst
 mehr übrig.
 Ich wünsche mir ein Joint her, 
damit ich den Rauch
 ihr 
ins Gesicht
 pusten kann 
und 
um innerlich
 ganz weit 
von ihr 
entfernt zu sein.
 Es scheint so, 
als würde ich mein Geburtstag 
mit jemanden vollkommen Fremden zu verbringen. 
Als sie dann noch damit anfängt, 
dass ich sie doch endlich mal besuchen soll, 
starre ich nur noch auf die Uhr 
und hoffe das die Zeit schnell umgeht.
  Die Sektflasche
 wird
 immer leerer
 und 
mein Herz 
füllt sich mit Alkohol.
 Als sie sich
 dann 
auf den Weg machen 
möchte, 
wird sie sentimental, 
fängt an zu weinen
 und sagt:  
"Ich liebe deinen Vater immer noch
aber ich habe 
das alles 
hier nicht mehr ertragen."
 Nach diesem Satz 
hätte
 ich
 sie 
am liebsten 
sofort 
rausgeschmissen. 
Aber der Alkohol 
hält mich davon ab 
und dann ist sie auch schon aus der Tür raus. 
Ich trinke den letzten Tropfen 
von der Flasche aus.
 Ich rauche 
gleich zwei Kippen nacheinander 
und ich schaffe es einfach nicht 
diesen Satz von ihr 
zu vergessen. 
Ich verziehe mich unter meine Einhorn Decke 
und höre so lange Musik 
bis mein Papa 
zur Tür 
herein kommt
Natürlich sage ich ihm nicht all die Sachen, 
die meine Mutter 
von sich gegeben hat. 
Das würde ihn nur verunsichern.
 Er hat genug zu kämpfen 
mit all dem. 
Als dann noch vor dem Abendessen 
meine Großeltern 
bei uns klingeln, 
bröckelt mein Fassade. 
Von dem ganzen künstlichen Grinsen 
tut mein Gesicht 
schon weh. 
Als dann 
noch eine
 nächste Sektflasche 
aufgemacht wird, 
trinke ich mein erstes Glas auf Ex
 und 
gieße mir schnell 
noch ein nächstes Glas ein.
 Ich habe heute mehr Sekt
 als Blut 
in meinem Venen.
 Schon wieder fangen
 sie von meinem Hund
 an zu erzählen 
und ich merke 
schon wieder 
wie ich meine Tränen 
zurückhalten muss. 
Dieses Thema
 ist wie eine offene Wunde, 
die keiner sieht,
 aber sie blutet ständig, 
wenn das zur Sprache kommt. 
Natürlich kommt
 wieder mein Kindheitswolf 
ins Spiel 
und 
ich gehe schnell aufs Klo. 
Da kann ich meine Tränen
 nicht zurückhalten. 
Ich weine und weine, 
aber ich habe keine Zeit 
für all die Tränen,
 deswegen
 setze ich mich 
wieder aufs Sofa. 
Nachdem meine Großeltern
 sich verabschiedet haben, 
fängt
 mein Papa 
an mir Sachen 
an den Kopf
 zu werfen
 und
 wieder 
fange ich an zu weinen. 
Ich kann es einfach 
nicht mehr 
aufhalten
 und ich sehe wie Tränen
 auf mein Essen tropft. 
Wir räumen den Tisch ab 
und 
ich gehe schnell
 eine rauchen.
 Aus eine Kippe 
wird zwei 
und um endlich aufhören zu weinen, 
verbrenne ich mir meine Haut. 
Der Schmerz 
lenkt mich
 leider nicht 
von der Traurigkeit ab. 
Ich hole mir noch zwei Bier
 und merke mal wieder 
das der Alkohol
 all das das
Dunkle nicht aufhalten kann. 
Ich weiß
 ganz genau
 warum ich meinem Geburtstag 
nicht mag.
 All die dunklen Gedanken
 kommen wieder zum Vorschein 
und schon wieder
 wird mir klar,
 warum ich nicht mal 16 Jahre alt
werden wollte. 
Auch wenn viele Sachen 
sich verändert haben, 
vergeht keine Woche 
an dem ich mir nicht wünsche, 
endlich tot zu sein. 




You will always fall in love, and it will always be like having your throat cut





Der Jahresanfang 
war so schön wie schon lange nicht mehr. 
Wir sitzen 
 zusammen gekuschelt 
auf deinem Sofa, 
schauen uns ein Horrorfilm an
 und ich kann nicht anders als verliebt zu grinsen,
 als du zusammen zuckst, 
als was gruseliges passiert. 
Als die Uhr null anzeigt, 
schauen wir uns kurz 
das Feuerwerk an 
und ich kann es nicht abstreiten
 mit dir am Fenster zu stehen,
deine Worte zu lauschen
und zu schauen 
wie der Himmel
hell erleuchet wird,
macht dieser, 
für mich, 
unbedeutender Jahreswechsel, 
wunderschön. 
Wir rauchen 
noch ein paar 
und 
wir trinken unser Bier aus, 
dann verabschieden wir uns, 
weil du in ein paar Stunden arbeiten musst. 
Der Abschied
 fiel mir so schwer, 
du lässt mich nicht los 
und ich will 
einfach nur 
bei dir bleiben.
 In dieser kleinen Wohnung 
mit der Panda Decke
 fühle ich mich so heimisch. 
 Deine Worte 
sind Honig
 für 
mein kaltes inneres. 
Mit der Angst 
im Beutel
 gehe ich nachhause.
 Schließlich 
weiß ich 
was vor Jahren 
an Silvester passiert ist.
 Heute ist keine Zeit für Übergriffe, 
nein nein nein. 
Obwohl ich so Angst habe, 
gehe ich langsam nachhause.
 Ich will nicht in das Haus gehen 
und noch stärker, 
dass zu Gefühl haben, 
dich zu vermissen. 
Kurz vor meinem Haus 
setze
 ich 
mich 
auf eine Mauer 
und schreibe ihm. 
Er schreibt 
so schöne Sachen 
wie:
 "Danke das du dieses Jahr die ganze Zeit an meiner Seite warst.
 Du bedeutest mir viel, das sollst du wissen." 
 Als ich diese Zeilen lese, 
kriege
 ich 
mich
 nicht mehr 
ein vor Freude 
und rauche im Minutentakt. 
Es fängt an zu regnen, 
aber das ist mir ganz egal. 
Deine Worte hallen nach 
und
 irgendwann 
schaffe ich es
 mich aufzuraffen 
und in mein Zimmer zu gehen. 
Ich lege mich erst um 6 Uhr schlafen, 
weil ich dieses warme Gefühl nicht verlieren möchte.
 Ich weiß, 
ich hatte schon
 sehr viele schöne Momente
 mit ihm, 
aber dieses ganze Wochenende
 hat mir noch mehr gezeigt, 
dass ich mehr Zuversicht 
in der Liebe haben sollte. 
Auch wenn die Liebe
 mich 
so oft
 enttäuscht hat, 
oder besser gesagt,
 habe ich die Liebe enttäuscht, 
weil 
ich
 es 
nie 
so richtig geschafft habe, 
ohne Angst und Panik 
eine Beziehung anzufangen. 
Und obwohl ich keine Fehler machen wollte, 
fand ich mich oft als eiskaltes Monster wieder, 
was sich eingeredet hat die Liebe zu hassen. 
 Ich habe 
nie
 wirklich 
die Liebe
 gehasst. 
Ich habe es gehasst, 
dass man nie weiß, 
wann die Liebe endet.
 Man kann noch so sehr eine Person lieben,
 aber Menschen 
sind unbeständig
 und aus einem "Ich liebe dich" 
kommt
 plötzlich
 Stille 
oder ein leises
 "Ich weiß nicht mehr ob das alles hier noch richtig ist."
 Leider muss ich mir eingestehen, 
dass ich meistens die Person war, 
die gegangen ist,
 aus Angst, 
dass ich nicht genug bin für die Person, 
die mir die Welt bedeutet. 
Ich gehe lieber, 
als verlassen zu werden. 
Ich brenne
 lieber
 in lauter Schuldgefühle deswegen,
 als ein Gespräch zu führen, 
wo ich in kalte Augen sehe 
und die Worte höre wie
 "Ich liebe dich nicht mehr."
Doch bei dir möchte ich nicht gehen 
und ich hoffe, 
dass sich diese Meinung nicht ändert. 
Weil ich dann ganz genau weiß, 
dass ich zum eiskalten Monster werde 
und wild um mich schlage, 
wenn du versucht, 
die Beziehung zu retten.
 Und das hast du nicht verdient.