Erinnerungen schwirren in meinem Kopf umher.
Ich sehe uns
am Bahnhof zueinander weinend laufen.
Ich spüre diese enge und warme Umarmung
immer noch so sehr.
Ich sehe immer noch
deine zitternden Hände vor mir.
Ich spüre immer noch
mein bochendes Herz,
was sich genauso so sehr freut,
wie ich,
dich nach Jahren wiederzusehen.
Du hast mir in den ganzen Jahren,
wo wir verletzt voneinander waren
und uns in Stille gekleidet haben,
trotzdem gefehlt.
Du warst schließlich mein Wunderkind,
was mir mit jedem Tag gezeigt hat,
das es mich liebt.
Ich sehe immer noch
wie wir an unserem ersten Abend eingekleidet
mit unserem Lieblingssekt,
den Lieblingsschnaps unserer Lieblingsband
und Flaschen voller Bier
durch die Berliner Nacht gelaufen sind.
Der Gesprächsstoff ging uns nie aus.
Wir reden und redeten und liefen
bis unsere Füße schwer wurden.
Erst um kurz nach sieben,
wo ich eigentlich schon hätte
anfangen müssen zu arbeiten,
legten wir uns schlafen.
Ich sehe uns immer noch
wie wir zweimal im Tattoostudio waren,
wo ich mir
"No means no"
in den Nacken tätowieren ließ
und wir uns
an unseren Oberschenkeln
ein Partnertattoo verewigen ließen.
Über die Tage verteilt
liefen wir zu den unterschiedlichsten Orten.
Kauften uns jeweils eine Anti Nazi Flagge,
Sticker, Kuscheltiere und T-Shirts.
Die Nächte verbrachten wir im Hotel,
wo wir mit
Lines, Tabletten und Alkohol
um uns schmissen.
Unsere schönste Momente
ließen wir mit Polaroid Fotos verewigen.
Und immer wieder aufs neue
verliebte ich mich umso stärker
in das schöne Mädchen,
was Nacht für Nacht neben mir schlief.
Was alles nur noch komplizierter machte.
Schließlich warst du
nicht mehr mein
und ich nicht dein.
Es fühlte sich so falsch an
sie nicht zu küssen
und nicht ständig ihre Hand zu halten.
Der krönende Abschluss
war das Toten Hosen Konzert.
Inmitten von 22000 Menschen
sangen wir ihre Lieder mit,
die mit jedem weiteren Song
mein Herz
so unfassbar berührte.
Wir tanzten eng aneinander
und ich gab dir zig Küsse
auf die Wange.
Dieser ganze Abend
werde ich
nie
in meinem Leben
vergessen.
Der Spruch auf meinen T-shirt
beendete die ganze Zeit:
"Niemand muss nüchtern sein."
Niemand musste ernüchternd
zuhause sitzend
und nach Liebe betteln,
wenn wir beieinander waren.
Doch die Zeit
verflog so schnell
und jetzt sitze ich
seit über eine Woche
wieder zuhause
und spüre
mit jedem weiteren Tag mehr
wie die Leere
mich auffrisst
und mein Herz
auseinander reißt.
Ich merke wie ich
stundenlang auf ihre Nachricht
warte
und ich mit jeder weiteren Minute
abstumpfe und denke,
dass du mich nicht mehr brauchst,
als wäre
die ganze schöne Zeit in Berlin
nicht gewesen.
Ich merke wie mein Herz kälter wird.
Ich nehme weiterhin Drogen,
um wenigstens
ein bisschen Euphorie zu spüren.
Und werde fuchsteufelswild,
wenn ich merke,
dass ich viel mehr bin,
als Knochen und Haut.
Die Zeit des Verdrängen
hat mich wieder erreicht
und all der Stress,
der mir meine mündliche Prüfung macht,
lässt mich motivationslos
ins Leere blicken.
Die Desinteresse,
die mir meine Mitmenschen
entgegen bringen,
überträgt sich auf mich,
dass ich in manchen Momenten
ohne mit der Wimper
zu zucken
mit M. Schluss machen
oder mit
vielen Leuten
einfach den Kontakt abbrechen könnte.
Ich hänge an einem Gefühlsskelett,
welches sich nur an meiner Leere
und der Kälte ernährt.
Die Knochen
brechen
weiter
mit jedem weiteren Mal,
wo ich zu mir selber sage,
dass ich das allein sein liebe.
Ich kann gut mit mir alleine sein,
wenn die Gefühle
nicht die Oberhand gewinnen.
Doch wenn ich voller Gefühle bin,
wird aus dem allein sein,
eine Einsamkeit,
die mich dazu bringt
um mich zu schlagen,
wenn Menschen
zu nah an mich versuchen heran zu kommen.
Doch was bringt mir unter Menschen
zu sein,
die den Wert eines Treffen
nicht sehen
und nicht schätzen,
so wie ich es immer tue?
Ich bin es leid Menschen mehr zu geben,
als sie es jemals auch bei mir tun würden.
Ich bin Menschen so leid.
Doch auch ich selbst bin ein Mensch,
dem ich so leid bin
jeden Tag aufs neue
im Spiegel betrachten zu müssen.



