Ich verstehe mein Leben
im Moment selber nicht mehr.
Ich bin ständig so übermüdet.
Ich finde in der Nacht
keinen Schlaf mehr.
Wenn die Kinder
in der Kita
Mittagschlaf abhalten,
schlafe ich immer mit ein.
Seitdem jemand
aus meiner alten Realschulklasse
mich
wegen einen Klassentreffen
angeschrieben hat,
träume ich
ständig
von Männer,
die mich vergewaltigen
und von den Wölfen.
Schweiß gebadet
wach ich dann auf
und fühle mich so beschmutzt.
Ich will nicht
zu diesem Klassentreffen
gehen,
da ich es nicht ertragen könnte,
den Klassenwolf zu sehen.
Allein wenn ich
seine Bilder
auf Facebook
oder Instagram sehe,
wird mir schlagartig übel.
Ich weiß
all das
ist schon so lange her,
aber die Erinnerungen daran
sind immer noch nicht verblasst.
Ich weiß noch
wie er mir Honig ums Maul
geschmiert
hat
und ich habe es zugelassen,
weil ich
endlich mal
irgendwo
ankommen wollte.
Ich wollte
nicht die Ewige
verkorkste Neue
in der Klasse sein.
Doch wie konnte ich auch denken,
dass ein Kerl
ohne Hintergedanken nett zu mir ist.
Ich falle jedes mal aufs Neue
in diese Masche herein.
Und was könnte ich auch auf den Klassentreffen erzählen.
Und was könnte ich auch auf den Klassentreffen erzählen.
Das einzige
was
einigermaßen
gut
läuft
ist meine Arbeit.
Aber ich kann
dort nicht
mit meinen
suizidalen Verhaltensweisen
prahlen.
Niemand möchte ich hören,
dass man
sterben möchte
und alles dafür tut,
um nicht länger atmen müssen.
Ich kann nicht damit angeben,
dass ich mir ständig Drogen einwerfe,
um für einen kurzen Moment
die Realität nicht mehr ertragen
zu müssen.
Ich kann nicht
mit Sätze
um mich werfen,
die ausdrücken.
wie ich tagelang
nichts esse
und wenn ich dann
mal was esse,
so viel esse,
dass mir schlecht wird,
dass das Essen
wieder hochkommt
und ich laute Abführmittel schlucke,
damit die Nahrung
so schnell wie möglich
nicht mehr
in meinem Magen ist.
Ich kann nicht davon erzählen,
dass ich keine Mutter
mehr habe
und das sie mich unter Druck
setzt
und sich nur mit mir trifft,
um meinen Papa
schlecht zu reden
und um mir
Vorwürfe
zu machen.
Ich kann nicht davon erzählen,
wie Stimmungsschwankungen
meinen Alltag bestimmen
und ich oftmals
das Gefühl habe,
dass alle Menschen
mich entweder hassen
oder sich wünschen
mich nie
gekannt zu haben.
Ich kann nicht davon erzählen,
dass ich mit einem Kerl zusammen bin,
der so viele Gefühle
für mich besitzt wie ich
Lebensmut besitze.
Aber ich trotzdem
so abhängig
von ihm bin
und ihm ständig verzeihe,
weil er mir jedes mal
aufs neue zeigt,
dass ich Gefühle besitze,
die mir nicht schmerzen.
Ich hätte niemals gedacht,
dass ich mich
irgendwann wieder
auf einen Kerl einlassen kann.
Doch es kam alles anders
und oftmals weiß ich nicht,
ob das alles so gut ist.
Menschen machen mir Angst.
Sie können so schnell
ihre Meinung
ändern,
Sie können sich so
schnell verändern,
dass man sie früher
oder
später
nicht mehr wieder erkennt.
Und irgendwann wacht man
neben einer Person auf,
die einen nichts mehr als Schmerz
und Trauer schenkt.
Irgendwann
guckt man in den Spiegel
und merkt
das man nur noch
eine Hülle ist,
die sich selbst
hinten anstellt
und alles tut,
nur damit der andere
einen nicht verlässt.
Alles in einen
Alles in einen
kann ich einfach nicht
zu diesem Klassentreffen
gehen.
Ich war nie ein richtiger Teil
von dieser Klasse.
Ich war einfach nur da
und habe versucht
nicht negativ
aufzufallen,
auch wenn meine Fehlzeiten
eine andere Geschichte
erzählten.
In diesem einem Jahr,
wo ich in dieser Klasse war,
wurde ich seit meiner Kindheit
das erste Mal
wieder missbraucht.
Und das wurde zur trauriger Regelmäßgkeit.
Wenn es wirklich einen Gott geben würde,
dann würde er mich eindeutig hassen.
Als würde er mir extra die Wölfe schicken,
damit ich mit jedem weiteren Übergriff
ein weiteres Stück Lebenswillen
verliere.
Wenn es so weiterläuft,
erreiche ich nicht die 30.
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