Das Wochenende
war mit den schönsten Momenten geschmückt.
Obwohl du sehr spät
Freitagabend nachhause gekommen bist,
möchtest du mich schon sehen.
Kurz nachdem ich bei dir angekommen bin,
deckst du mich schon mit der Panda Decke zu,
da du merkst wie ich doch friere.
Du erzählst mir Sachen
von deiner Arbeit
und ich brauche nicht mal so tun,
als ob es mich interessiert,
denn es interessiert mich wirklich.
Unsere Gespräche werden immer kurioser
und der Satz von dir,
wir haben uns echt viel zu erzählen,
bereichert mein Herz.
Uns geht nie der Gesprächsstoff aus
und selbst wenn wir oft über Zeiten reden,
die wir miteinander geteilt haben,
ist das mehr als schön.
Du vergisst unsere Momente nicht,
so wie ich.
Du hast ein warmes Herz.
Du hast mir die Tür zu deinem Herzen
nur für mich aufgemacht
und ich durfte mich darin gemütlich machen.
Deine Wärme schenkt mir ein Gefühl von Sicherheit.
Wir schlafen Arm in Arm auf dem Sofa ein
und selbst als ich bemerke
wie spät es schon ist
möchte ich nicht gehen.
Mit traurigen Herzen verlasse ich deine Wohnung,
um auf den nachhause Weg
nur noch mehr Gedanken über dich zu machen.
Da ich morgen früh zu meiner Schwester fahre
schlafe ich höchstens eine Stunde.
Die ganze Zeit im Zug am nächsten Morgen
wünsche ich mir,
dass du mit mir zu meiner Schwester fährst.
Das wir endlich was als Paar machen
und der Außenwelt zeigen,
wie gut wir doch zusammen harmonieren.
Dann müsste ich Tavor nicht in meinem Beutel haben.
Dann wärst du meine beruhigende Tavor Tablette,
die mir hilft die Angstattacken fort zu schieben.
Doch ich bin alleine
und atme erst die Panik wieder aus,
als ich mit meiner Schwester
zum Tätowierer gehe
und wir uns ein Termin für den Tag geben lassen.
Nachdem wir in der Wohnung meiner Schwester waren,
wo wir zu alter 2000ner Musik
getanzt und geredet haben,
kommt ihr Freund dazu
und
zusammen
gehen zu unserem Termin.
Ich sehe wieder
wie die beiden als Paar so gut zusammen passen
und ich frage mich ob das andere
bei M. und mir auch denken würden.
Ich werde zu erst tätowiert und
das lässt mein Herz höher schlagen.
Endlich kann ich diese Zeilen auf meinem Körper verewigen
und keiner kann mir das ausreden,
da es meine Entscheidung
und mein Körper ist.
Der Tätowierer ist so nett
deswegen verdränge ich
schnell
wie unangenehm
mir das eigentlich ist
in kurzer Hose,
breit beinig vor ihm zu sitzen.
Diese Situation holt so viele Erinnerungen hervor.
Und das schlimmste ist,
dass diese Momente
in Scham und in Angst
gekleidet sind.
Nach 1 1/2 Stunden sind wir fertig
und mein fetter Oberschenkel
sieht dank dem Tattoo
nicht mehr ganz so abstoßend aus.
Als meiner Schwester
dann auch ihr Tattoo gestochen bekommen hat,
gehen wir noch ein Bier trinken.
Der erste Schluck Bier
schmeckt so gut
wie schon lange nicht mehr,
aber ich merke wie meine Schwester immer trauriger wird.
Ihre Augen sind in voller Traurigkeit getränkt.
Ich spüre wie die Traurigkeit
zu mir wandert,
aber ich trinke und trinke
um dieses Gefühl nicht allzu stark
spüren zu müssen.
Als wir dann am Bahnhof waren,
wo schon mein Zug am Bahngleis stand,
sagte meine Schwester:
"Ich möchte nicht das du gehst." ,und nimmt mich in den Arm.
Dann kam noch ihr Freund dazu
und wir machten eine Gruppenumarmung.
So eine gute und liebe Beziehung
zu meiner Schwester
hatte ich seit Jahren
nicht mehr.
Nie war sie so gut wie jetzt.
Wir sind endlich wieder Schwestern
und nicht nur zwei Fremde,
die verwandt miteinander sind
und die gleichen Eltern haben.
Als mein Zug los fuhr,
winkten sie mir zum Abschied
und ich lehnte mich zurück,
aber ich kann mich nicht entspannen.
Hier sind viel zu viele Leute um mich.
Viel zu viele Kerle.
Ich muss ständig wachsam sein.
Mir darf nicht nochmal was passieren. Nicht sowas wieder. Nicht jetzt. Nicht hier.
Als ich dann mein Bier auspacke
und sehe
wie der Himmel sich pink färbt,
spüre ich wie ich ein Stück loslassen kann.
Der pinke Himmel ist der perfekte Abschluss
dieser beiden Tage.
Da ich niemals wirklich einsam bin,
weil ich in der einen Hand die Angst
und in der anderen Hand die Panik habe,
versuche ich mit den beiden den Anblick zu genießen.
Und es klappt ein Stück.
Mein Wundermittel verhilft mir schöne Gedanken
und mein Atem wird ruhiger.
Ich wünschte nur diese schönen Tage würden nie vergehen.
Doch da am Sonntag
meine Mutter
wieder kommt weiß ich das,
dass Grauen nicht mehr weit von mir entfernt ist.
Doch so lange ich noch Zeit habe
die Stille nur mit meiner Musik zu vermischen,
kann ich für einen kurzem Moment im Hier und Jetzt leben,
bis die harte Realität mir ein Strich durch die Rechnung
und der Alltag
mich kraftlos und müde macht.