Ich höre ein komisches Geräusch
aus dem Wohnzimmer.
Ich schalte
Ich schalte
mein Video aus
und versuche
zu entziffern,
was sich unten
bei meinen Eltern
abspielt.
Ich höre
meine Mutter
weinen.
Mein erster Gedanke
war so fies,
dass ich mich
gar nicht traue
ihn
auszusprechen.
Auch wenn es hart klingt,
ich empfinde
kein Mitgefühl mehr,
wenn es um
diese Frau
geht.
Ich verstehe
kein Wort,
da meine Mutter
so stark weint.
Ich stelle mich
an die Treppe,
um
genaueres
mitzukriegen.
Da ich immer noch nichts
verstehe,
was unten vor sich geht,
warte ich ab
bis es ruhiger wird.
Mit meinen Kippen
bewaffnet
traue
ich
mich
nach unten
zu gehen.
Ich sehe
die verweinten Augen
von dieser Frau
und deswegen
vermeide
ich
jeden Augenkontakt
mit ihr.
Erst als
sie aufs Klo
geht,
komme ich dazu
mit meinem Papa
zu reden.
"Sie hat mir gerade erzählt,
dass sie Mitte November
endlich ausziehen will
und das hat sie wohl etwas traurig
gemacht."
Soll sie doch deswegen weinen.
Sie war die,
die unsere Familie
nicht mehr wollte.
Sie hat sich gegen uns
entschieden,
weswegen soll
ich
sie
in den Arm nehmen
und ihr Mut zu sprechen?
"Das war noch nicht alles.
Sie möchte Dario wirklich mitnehmen.
Das hat sie nochmal betont."
Ich spüre wie meine Beine
wackelig werden
und
plötzlich
fange ich an zu weinen.
Mein Papa nimmt mich in den Arm.
"N. sei bitte nicht so traurig.
Das heißt noch gar nichts.
Wir haben uns da noch nicht geeinigt."Doch diese Worte bringen
mein trauriges etwas nichts.
Ich fange noch stärker an zu weinen.
"Sie meinte,
dass wir es doch so regeln könnten,
dass sie Dario unter der Woche bekommt
und wir ihn dann am Wochenende."
Das kann sie doch nicht ernst meinen?
Das würde ihn noch mehr verwirren.
Er ist doch nicht ein kleines Kind,
Er ist doch nicht ein kleines Kind,
was sie hin und her schieben kann.
Mit dieser Aussage
kommt die Wut dazu
und ich habe
das Bedürfnis
so stark gegen die Wand
zu schlagen
bis ich kraftlos
am Boden bin.
"Mach dir da bitte
nicht so ein Kopf.
Es ist noch nichts entschieden."
Es ist noch nichts entschieden."
Mit diesen Worten verabschiedet
er sich nach oben.
Ich gehe raus
um zu rauchen.
Meine Hände
zittern vor Wut.
Ich drücke
immer stärker
die Kippe
auf meinem Arm aus.
Doch dieser kleine Schmerz
lengt mich nicht vom weinen ab.
Als ich meine zweite Kippe
zuende geraucht habe,
setze ich mich noch
zu meinem Hund
und als er mich so müde
und treu
anschaut
spüre ich noch
viel stärker
die Wut,
die Traurigkeit
und die Angst
ohne ihn zu sein.
Plötzlich spüre ich
eine Hand
auf meinem Rücken.
Ich höre meine Mutter
Ich höre meine Mutter
reden
und ich schlucke
und schlucke
all diese Welle
dieser hässlichen Gefühle
runter,
um sie nicht
lauthals anzuschreien.
Als sie merkt,
dass ich auf keines
ihrer
Worte
reagiere
geht sie raus
eine rauchen.
Ich gebe
Dario
Dario
ein verheulten Kuss
auf seinen Kopf
und verschwinde
in mein Zimmer.
Meine Gedanken
drehen sich so schnell,
dass mir schlecht wird.
Wie kann sie es wagen
noch solche
Ansprüche zu stellen?
Hat sie nicht schon genug kaputt gemacht?
Hat sie nicht schon genug kaputt gemacht?
Warum schafft sie es
immer
und immer wieder
mir solche Gefühle
zu geben?
Die Wut
mischt
sich
mit
Hass,
obwohl ich noch nie
ein Mensch war,
der andere Menschen gehasst hat.
Aber ich kann nicht anders.
Aber ich kann nicht anders.
All der Hass
schlägt
in meiner Brust.
Ich wünschte,
sie würde endlich merken,
wie sehr sie mich doch wütend macht.
Ich will sie nicht hassen,
doch die Umstände
haben sich so schnell
geändert.
Nun wird der Rosenkrieg beginnen
und ich stehe ängstlich dazwischen,
werfe mir Tavor
und andere Drogen ein
um diese ganzen
schmerzlichen Gefühle
zu verdrängen.
Doch die Gefühle
kommen
immer
zurück.
Ich verachte
Gefühle,
aber nicht so sehr
wie diese Frau,
"meine" Mutter.