Du und ich, so richtig funktioniert das nicht. Ich fühle mich zu frei für deinen goldenen Käfig.





Und ich mag nicht, 
die Gefühle, 
die ich fühle, 
wenn ich bei dir bin. 
Ich mag nicht, 
dass nervöse zittern 
und dieses ständige Herzklopfen. 
Ich mag es nicht wie du mich ansiehst.
Ich mag nicht wie du 
meine Beine 
auf deinen Schoss legst, 
wenn du merkst,
dass ich so langsam müde werde. 
Wir reden mal wieder darüber
wie wir uns kennengelernt haben. 
Wir waren früher 
komplett andere Menschen, 
aber uns trotzdem viel zu ähnlich. 
Wir waren beide 
für die ganzen Menschen 
viel zu unsichtbar. 
Wir konnten 
die Menschen 
auf der Party nicht leiden 
und das hat uns irgendwie 
zusammen gebracht.
Aber als ein Gerücht 
zur Sprache kommt, 
was ich vorher noch nie gehört habe,
lässt mich das kurz verstummen. 
Ein Wolf
scheint dir zu der Zeit 
erzählt zu haben, 
dass das Gerücht rum ging,
dass wir beide auf der Party 
übereinander her gefallen sind.
Wir beide müssen so lachen, 
doch natürlich entspricht das nicht 
der Realität. 
Ich hätte dich zu dieser Zeit 
nie angefasst, 
denn dafür war ich viel zu 
gefangen in der Angst vor Nähe.
Wenn du dann erzählst, 
dass du so froh bist 
mich kennengelernt zu haben
und ich das beste bin, 
was dir je passiert ist,
möchte ich es wirklich glauben. 
Wirklich. 
Aber das was wir haben
ist keine Liebesgeschichte
und für uns gibt es kein Happy End. 
Du bist nicht der Mann, 
den ich heiraten würde.
Du bist nicht die Person, 
mit der ich eine 
gemeinsame Zukunft planen würde. 
Die Zeit ist vorbei, 
wo wir illegale Sachen gemacht haben, 
ich vor der Polizei weg gerannt bin 
und ich dich 
zu mir nachhause gebracht habe, 
weil du dir beim randalieren 
deine Hand verletzt hast. 
Die Zeit ist vorbei, 
wo du panische Angst 
um mich hattest, 
nachdem ich
 auf den Weg 
von dir 
zu mir nachhause,
gefallen bin
und ich lauter Wunden
im Gesicht davon getragen habe. 
Ich weiß, 
dass du dir deswegen 
Vorwürfe gemacht hast, 
auch wenn du es mir nie erzählt hast.
Früher konnte ich dank
deinen Taten spüren, 
wie sehr ich dir bedeute. 
Aber nun kann ich nicht mal mehr sagen,
ob die ganzen Taten wirklich 
gezeigt haben, 
dass ich mehr für dich bin,
als eine gute Freundin, 
weil deine knallharten Worte
mein inneres kalt,
verletzlich 
und wütend gemacht haben.
Ich würde dir nie von meinen 
Ängsten erzählen, 
die mich jeden Tag plagen. 
Ich könnte dir nie den Hintergrund 
erklären,
weswegen ich manchmal 
um mich und mich selber schlage, 
mich mit Zigaretten verbrenne 
oder Schandtaten in meine Haut schneide. 
Ich würde dir niemals erzählen, 
dass ich mir chemische Drogen 
rein schmeiße, 
weil ich nur so von mir selber 
entkommen kann 
und ich erst 
richtig atmen kann, 
wenn ich vollkommen betäubt bin. 
Ich könnte dir nie davon erzählen, 
dass die Essstörung 
immer noch mein Alltag 
bestimmt. 
Das es ein Wechselspiel 
zwischen hungern, 
fressen und kotzen ist. 
Ich würde dir nie 
erzählen, 
dass mich 
immer die gleichen Albträume 
plagen
und ich völlig 
panisch und schweiß gebadet 
davon wach werde 
und ich mich dann wieder 
unter meine Bettdecke verstecke 
mit einem Kuscheltier in der Hand. 
Ich würde dich niemals anrufen, 
wenn ich so stark weine, 
weil mich die Trauer und die Wut
erstickt. 
Ich kann 
eine Flasche Jägermeister trinken, 
paar Joints 
und Kette rauchen, 
ohne mich zu übergeben. 
Du kannst mit mir 
stundenlang 
Marvel Filme anschauen, 
frauenfeindlichen Rap hören 
und Horrorspiele zocken.
Ich kann dir ständig 
dabei zuhören, 
wenn du über etwas redest, 
was dich begeistert, 
was so in der Seele brennt. 
Ich wollte schon so oft gehen. 
Einfach unsere Zeit hinter mir lassen, 
aber nun sitze ich wieder neben dir
und weiß, 
dass wir uns eigentlich 
immer noch sehr ähnlich sind. 
Aber es steht so viel zwischen uns. 
All die ungesagten Worte, 
aber vor allem du stehst 
uns im Weg. 
Ich habe dich 
über mich selbst gestellt.
Ich habe deine Gefühle
und deine Bedürfnisse 
über meine gestellt 
und genau das ist 
das Problem. 
Andere würden sagen, 
so ist das in der Liebe,
doch das alles hat 
damit nichts zutun. 
Es ist keine Liebe,
wenn jemand 
rein gar nichts 
dafür tut, 
um eine Beziehung 
aufrecht zu erhalten. 
Es ist keine Liebe, 
wenn man selbst nichts gibt, 
sondern nur nimmt,
nimmt,
nimmt. 
Es ist keine Liebe, 
wenn man alles als Selbstverständlichkeit 
ansieht,
den anderen wie Dreck behandelt 
und davon ausgeht, 
dass der andere trotzdem immer 
wieder ankommt. 
Es ist keine Liebe,
punkt.
Ich weiß nicht, 
was alles noch passieren muss, 
dass ich endlich wegen dieser Aussage
meine Beine 
in die Hand 
nehme 
und anfange
zu rennen.
Weg rennen.
Weg
von
dir
und 
deinen Worten,
die mich dazu bringen sollen
bei dir 
zu 
bleiben. 





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