Dann habe ich meinen Mund geöffnet, um ein Wort zu finden, dass von meiner Einsamkeit spricht. Aber ich habe es nicht gefunden. Und da habe ich mich selbst verloren. Seitdem bin ich leiser geworden. So leise, dass da irgendwann nur noch die Stille war.





Ich bin die Königin der Isolation. 
Erst wenn alles um mich still ist 
und keine Menschen
nach mir greifen
und mir Worte 
einreden wollen, 
die ich kaum verstehe, 
kann ich aufatmen. 
Die Stille 
ist Freund 
und Feind zugleich. 
Die Stille nimmt mir 
zu viel, 
aber ich suhle 
mich trotzdem 
in ihr, 
um mich selbst 
zu schaden. 
Wenn ich verstumme, 
kann ich keine soziale Kontakte 
pflegen. 
Wenn ich mich 
isoliere, 
kann ich nicht 
vor die Tür gehen
und mich mit Leuten treffen.
Desto länger ich mich isoliere 
desto stärker wird die Angst 
zu reden 
und mich mit anderen Menschen 
zu treffen. 
Manchmal glaube ich, 
dass
es 
das
ist
was
ich
am 
besten kann, 
Menschen
nicht an meinem Leben 
teilhaben lassen, 
weil die Stille 
mir all die Worte
und all meine Kraft raubt,
um überhaupt Sätze zu bilden. 
Mit der Isolation 
kam 
der Verfall 
meines Körpers. 
Ich wurde krank.
Mein Körper wollte mich 
leiden sehen 
und das tat ich.
Die Entzündung 
in meinem Körper 
breitete sich aus
und ich konnte voller Schmerzen
und starker Bronchitis 
mich kaum auf den Beinen halten.
Ich hatte oft das Gefühl 
beim husten zu ersticken. 
Oftmals habe ich mir auch das gewünscht. 
Einfach ersticken 
und danach leblos 
in meinem Bett, 
was voller Kuscheltiere ist, 
zu verweilen 
bis mich mein Papa findet. 
Diese hässliche Stimme 
in mir
wurde mächtiger 
und der Lebenswille 
immer weniger. 
Ich weinte viel,
Viel zu viel 
für eine Person, 
die eigentlich 
nicht mehr weinen wollte.
Es macht mir Angst 
zu merken, 
dass mein Körper schreit. 
Er schreit mich pausenlos an 
und das schon seit Jahren,
weil er eine Pause braucht 
von zu vielen rauchen, 
zu viel trinken, 
zu wenig essen, 
zu vielen Drogen 
und von den Schnitten 
und Verbrennungen. 
Aber ich höre nie auf ihn.
Warum auch. 
Es fällt mir schwer 
achtsam 
mit meinen Körper umzugehen.
Ich weiß einfach nicht mehr 
wie das geht. 
Seit Jahren 
lebe 
ich 
in einer 
Burg, 
die Selbstverletzung heißt. 
Die Mauer um meine Burg
wird mit jedem Jahr höher,
desto mehr schlimme Erinnerungen 
mein Kopf befallen.
Desto mehr Menschen 
mir meine Würde geraubt haben.
Mit desto mehr Diagnosen 
mich die Therapeuten 
tapezierten. 
Desto mehr mir klar wurde, 
dass ich eher Menschen 
 aus meinem Leben verbanne,
als sie in meinem Leben zu lassen. 
Desto mehr die Liebe zu einem Schimpfwort wurde.
Desto häufiger ich
mein innerlichen Schmerz
auf einen körperlichen Schmerz lenken wollte
und völlig starr
mir die Klinge in die Haut rammte.
Desto häufiger ich ohne Emotionen
meine Wunden
verband. 
Desto mehr Narben auf meinem Körper zierte.
Desto mehr Alkohol ich trank.
Mit desto mehr Drogen ich mich vollstopfte.
Desto lieber ich mich isolierte
und völlig betäubt
in meinem Zimmer verweilte,
als mich mit Menschen zu treffen. 
Desto länger die Tage wurden, 
wo ich nichts aß. 
Desto lauter das Wort 
sterben 
in meinem Kopf vertreten war. 
Desto häufiger 
ich mit den Krankenwagen 
ins Krankenhaus musste.
Desto länger die Zeit wurde,
wo ich in der Psychiatrie
und in der Klinik war. 
Desto häufiger 
mich Menschen berührten. 
Desto mehr Berührungen 
meinen Körper brandmarkten.
Desto stärker Nahrung zum Feind wurde
und mein Leben ständig aus
abnehmen, zunehmen
 und wieder abnehmen bestand.
Desto mehr Tage ich leblos 
auf meine Wand starrte. 
Desto häufiger ich log. 
Desto häufiger 
ich dissoziierte. 
Desto leerer 
und wütender ich wurde 
seitdem mein Brutkasten 
unsere Wohnung mit meinem Hund 
verließ 
und desto häufiger 
mein Brutkasten 
nur noch auf das Geld 
von meinem Papa aus ist. 
Desto stärker die Angstzustände 
mich auffraßen. 
Desto häufiger mich die Albträume 
von Männern
mir den Schlaf raubten.
Desto häufiger
ich splitterfasernackt
und verwundet
mich die Wölfe zurück ließen. 
Desto zerbrechlicher mein Körper wurde. 
Desto lauter der Satz einer Krankenschwester in meinem Kopf hallte
"Wenn du noch ein paar Tage mehr das essen verweigerst
stirbst du."
Desto härter der Kampf war mit einem Körper 
auszukommen, 
der nicht das Gewicht 
eines Kindes hatte. 
Es scheint so,
als würde die Mauer 
niemals kleiner werden. 
Als könnte ich nie 
aus der Burg ausbrechen. 
Als könnte ich nie
aufhören 
mich an die Selbstzerstörung 
zu krallen.
Als wäre die Selbstzerstörung 
die letzte Station 
vor dem Tod. 
Als würde ich nur noch 
auf den Tod, 
wie auf einen verspäteten Zug, 
warten. 
Desto länger ich warte, 
desto verrückter werde ich.
Desto unerträglicher 
werden die Angstzustände
vor dem Leben. 






I wanted to be ruined a little more than I wanted to be loved. I guess that's where I went wrong.








2018, 
ein Jahr 
was ich am liebsten 
verdrängen würde. 
Das Jahr 2018 
würde ich als Jahr 
der Verluste 
beschreiben, 
So viele Menschen 
haben 
mein 
Herz 
verprügelt. 
Als wäre mein Herz 
nichts 
wert. 
Als wären 
meine Gefühle 
nichts wert. 
Mit diesem Gefühl 
hat 2018 begonnen. 
Das Gefühl nichts wert zu sein 
schien das Motto 
im Januar zu sein. 
Als ich M. den Brief schrieb, 
wo ich meine Gefühle
zu ihm ihn offenbarte, 
weil ich dachte, 
wir wären jetzt auf eine Ebene, 
wo unsere Gefühle
einen Raum haben.
Wo Gefühle eine Berechtigung hatten
ausgesprochen zu werden.
Doch als M. mir diese Zeilen 
schrieb, 
wo ich genau wusste, 
sowas überlebe ich
nicht ein zweites Mal.
Wo ich genau wusste, 
dass all unsere schöne Zeit 
sich
im dunklen Nebel 
der Lüge 
gehüllt hat. 
Ab diesem Ereignis 
gab es diese Wut in mir.
Diese Traurigkeit. 
Ich fühlte mich 
wie ausgewechselt. 
Als hätte mich
meine Naivität zu Fall gebracht. 
Ich zerkratze M.'s Auto. 
Ich betrink mich an freien Tagen
schon am Nachmittag. 
Und alles, 
weil ich diese Wut nicht standhalten konnte.
Die Wut fraß mich auf. 
Nicht auf einmal 
sondern 
Stück 
für Stück, 
Doch trotzdem schaffte 
ich es 
zur Arbeit 
zu gehen.
Und trotzdem habe 
ich meine Ausbildung
beendet. 
Wenn ich darüber nachdenke,
weiß ich immer noch nicht wie 
ich das geschafft habe. 
Vielleicht hat die Wut
mich angespornt. 
Vielleicht war er mein Antrieb. 
Aber im Nachhinein 
tat die Wut einfach nur weh. 
Weil sie bodenlos 
und viel zu mächtig für meinen Körper war.

Im Jahr 2018 
habe ich viele neue Leute 
kennengelernt. 
Und sie auch gleich wieder verloren. 
Ich bin durch Deutschland gefahren. 
Habe mich benutzen lassen.
Immer und immer wieder. 
Doch irgendwann wurde es mir egal. 
Irgendwann bin ich abgestumpft. 
Oder ich habe es mir zumindest 
eingeredet, 
ich wäre abgestumpft. 
Irgendwann stießen 
mir die Erinnerungen 
durch den Kopf.
und ich drehte wieder durch. 
Ich aß zu viel,
weil ich genau wusste, 
dass ich das nicht ertrage.
Und nahm zu viel Abführmittel. 
Ich hungerte tagelang. 
Und trank zu viel Alkohol.
Ich verletzte mich wieder selbst. 
Dachte wieder viel zu oft daran 
mein Leben ein Ende zu setzen. 
Flashbacks strömten 
auf mich ein 
und beim dissoziieren 
verletzte ich mich selbst,
was ich dann 
immer viel zu spät bemerkte.
Ich fing an mich zu isolieren. 
Wenn mich einer 
in dieser Zeit,
wo mein Bett mein bester Freund wurde, 
ein Mann berührt hätte, 
wäre ich zu einem Biest geworden 
und hätte wild um mich geschlagen.
Ich weinte in jeder Minute,
wo ich alleine war
und nahm zu viele Drogen.
Ich fing wieder an
Tavor zu nehmen.
Ich meldete mich nicht mehr 
bei meiner Therapeutin 
und sah sie monatelang nicht. 
Ich wollte mir die Lunge
aus dem Körper rauchen
und meine Zigarette 
auf meinem Herz ausdrücken.
Kurz gesagt.
Ich wurde wahnsinnig. 


Dann kam der Sommer, 
der schöner nicht hätte sein können. 
An meinem Körper zierten 
so viele Tattoos wie noch nie. 
Ich machte mein Lippenpiercing raus. 
Ich lernte Berlin von seiner schönsten Seite kennen.
Ich kaufte mir Lippenstifte, 
in der Hoffnung 
mein hässlich Gesicht 
sähe dann für meine Mitmenschen
schöner aus.
Ich ging wieder zu Therapie.  
Doch dann kam auch der große Fall. 
Ich war arbeitslos. 
Ich habe angefangen Yoga zu machen. 
Und gleich wieder damit aufgehört. 
Ich nahm keine Nahrung mehr zu mir
und konnte nur noch atmen 
wenn ich völlig betäubt war. 
Ich hatte 
viel zu viel Zeit 
in meinem Kopf zu leben. 
Die alten Wunden rissen wieder auf. 
Ich zweifelte an alles
und fühlte mich so unfähig 
und nutzlos.
Meine Sozialphobie 
und allgemein meine Ängste
verschlimmerten sich.  
Mein Spiegelbild kotze mich an. 
Ich machte die Nacht zu meinem Tag
und verließ tagelang nicht das Haus. 
Das Auto fahren wurde schlimmer. 
Die Flashbacks an meinem Unfall wurden unerträglich,
dass ich jedes mal Todesangst bekam. 
Ich versuchte M. zu verzeihen
und konnte mir für ein paar Wochen 
einreden, 
dass ich über den Vorfall hinweg bin, 
aber jedes Mal wenn ich die Narben 
an meiner Hand sah,
die an diesem Tag entstanden, 
wurde ich wieder traurig und wütend. 
Ich schrieb Bewerbungen 
und bekam immer wieder 
absagen. 
Gefühlt zeigte mir 
die ganze Welt den Mittelfinger. 
Der Gerichtstermin 
von der Scheidung 
meiner Eltern, 
zeigte mir wieder 
was mein Brutkasten
doch für ein narzisstischer Mensch ist. 
Und ich hoffte, 
dass ich nie so werden würde wie sie. 
Ich lernte eine neue Person kennen
und offenbarte viele 
schlimme Ereignisse aus meinem Leben.
Ich weinte viel mit der Person, 
doch bekam umso mehr Liebe zurück. 
Doch nach unserem ersten Treffen,
ließ die Person mich zurück. 
Da kam mir wieder das Motto 
von Anfang des Jahres in meinem Kopf: 
"Du bist nicht gut genug. 
Wann wirst du jemals gut genug 
für eine Person sein?"
In der Hoffnung, 
dass diese Stimme 
irgendwann aus meinem Kopf 
verschwindet 
ging ich zu einem Vorstellungsgespräch 
und bekam den Job. 
Endlich fühlte ich mich 
wieder gebraucht. 
Ich hatte das Gefühl 
endlich hat mein Leben 
zumindest 
einen kleinen Sinn. 

Ich arbeite viel 
und lernte meine Gefühle 
abzustellen. 
Alles in mir war so leer, 
dass ich mich gar nicht mehr spürte. 
Was für mich in dieser Zeit auch gut war. 
Ich wollte mich nicht mehr spüren. 
Ich hatte das Gefühl 
dieses Jahr 
haben meine Gefühle
die meiste Kraft in mir geraubt. 
Meine Gefühlen haben 
mich dumm,
naiv
und emotional gemacht. 
Das wollte ich nicht mehr. 
Ich hatte es satt, 
Gefühle zu spüren,
die ich nicht ertrage.
Weihnachten rückte näher 
und die Momente, wo ich
dissoziierte
 wurden wieder schlimmer. 
Der November war 
plötzlich vorbei
und die Angst vor Weihnachten 
wurde immer extremer. 
Ich benutze meine Haut
wieder als Aschenbecher
und zeigte die Narben 
in einer Therapiestunde 
meiner Therapeutin. 
Daraufhin 
schließ sie, 
dass die ambulante 
Therapie mir nichts 
richtiges bringen würde 
und das für mich 
besser wäre
in eine Klinik zugehen. 
Aber dieses Mal 
in eine Traumaklinik. 
Mein Kopf spielte 
seitdem 
noch 
mehr 
verrückt, 
als zuvor. 
"Habe ich wirklich das Recht
in eine Klinik zu gehen?
Ist mein Trauma "schlimm genug"
für eine Klinik? 
Hört mich da überhaupt jemand, 
wenn ich mich immer mehr verschließe
und ich kaum ein Wort spreche?"
Ich fing wieder an mehr Drogen 
zu nehmen. 
Schlug häufiger wieder auf mich ein,
weswegen mein Körper 
auch immer häufiger 
voller blaue Flecke waren. 
Die Missbrauch Erinnerungen 
wurden stärker,
selbst auf der Arbeit. 
Ich hatte mich wieder 
nicht unter Kontrolle. 
Ich ging immer und immer wieder
über meine Grenzen
und versuchte 
das für keine
ersichtlich zu machen. 

Weihnachten kam 
und ich versuchte 
zu funktionieren. 
Aber das gelang mir nur,
weil ich sehr viel Alkohol trank. 
Mein Kindheitswolf kam nicht,
aber trotzdem holten mich 
die Erinnerungen wieder ein 
und immer mehr 
Verbrennungsnarben 
zierten meinen Körper. 
Ich traf meine Mutter 
mit meiner Schwester
und ihren Freund
in ihrer neuen Wohnung.
Ich sah mein Hund
ihr Hund
wieder. 
Das Treffen lief besser als gedacht
und trotzdem betrank 
ich mich wieder.
Ich wollte 
durch den vielen Schnaps 
vergessen, 
dass ich trotzdem 
ein gebranntmarktes Kind bin, 
welches keine richtige Mutter mehr hat, 
selbst wenn sie versucht 
mir mal keine Vorwürfe zu machen.
Die Person,
die nach unserem ersten Treffen verschwand,
meldete sich plötzlich wieder.
Entschuldigte sich sogar.
Plötzlich war alles so wie früher,
dachte ich.
Wir wollten uns wiedersehen
und über alles reden. 
Uns wahrhaftig versöhnen. 
Ich bestellte Bustickets.
Wie dumm von mir.
Meine Schwester und ihr Freund
luden mein Papa 
und mich 
zu einem Konzert ein. 
Der verschwundene Freund
schrieb mir den Abend über. 
Plötzlich hatte er wieder Zweifel.
Zweifel wegen mir. 
Er sagte das Treffen ab. 
Ich wusste nicht wie mir geschah. 
Als er mir das Geld wieder zurücküberwies 
drehte mein Kopf durch.
Ich fing an zu weinen. 
So bitterlich
wie ein Kind. 
"Schon wieder war ich 
verdammt nochmal nicht gut genug.
Hört das denn nie auf?"
Ich habe das Geld gern ausgegeben. 
Ich wollte mich wieder bei einer Person 
sicher fühlen. 
Und all das hat diese Person 
mit nur einen Satz zerstört.
Mich zerstört.
Ich spürte den Druck.
Nahm eine Klinge
und plötzlich war alles 
voller Blut. 
Ich spürte 
einen dumpfen Schmerz 
und danach wieder die Traurigkeit. 
Die Tränen hörten selbst
nicht auf, 
als ich das Blut 
weg wischte
und mir ein Verband 
anlegte. 
Ich dachte, 
ich hätte die Traurigkeit
weg geschnitten. 
Ich dachte,
 sie wäre in meinem Blut, 
was auf meinem Zimmerboden 
tropfte. 
Doch sie war immer noch 
in meinem Herzen.
In meinem verprügelten Herzen. 
Ich dachte an alle die ich verlorene hatte. 
Vor allen an (mein) Wunderkind. 
Selbst dieses Mädchen 
konnte ich nicht halten. 
Selbst dafür war ich 
nicht gut genug.

 Am 30. Dezember
schnitt 
ich ein T-Shirt 
in zwei
und suchte
all die Erinnerungsstücke
zusammen, 
die mich innerlich
2018 zerstört hatten. 
Selbst die Blumen, 
die ich von der verschwundene Person 
bekam. 
Obwohl ich Blumen 
über alles liebe. 
Diese Tasche
mit den Erinnerungsstücken
habe ich am 31. Dezember 
weg geschmissen. 
Ich fühlte mich erleichtert
und auch traurig. 
Doch es musste sein.
Ich muss von den alten Sachen loslassen.
Und so lange ich das nicht 
in meinem Herzen kann, 
dann muss ich wenigstens 
Erinnerungsstücke,
die mich zerstören,
loslassen. 

Dieses Jahr hat mich versucht
zu zerstören. 
Hat mich klein gemacht. 
Ich habe so oft mich klein gefühlt. 
Ich habe mich so oft klein gemacht
vor Leuten,
die es im nachhinein gar nicht verdient hatten.
Ich habe geliebt 
und musste lernen, 
dass Liebe 
allein nicht reicht,
um zurück geliebt zu werden. 
Ich habe gelernt, 
dass es leicht ist
Drogen zu nehmen,
viel Alkohol zu trinken
und zu viel zu rauchen.
Doch es ist schwierig 
sich einzugestehen, 
dass dieses ständige Betäuben 
mich niemals 
ganz vor meinen Gefühlen 
retten kann. 
In 2018
haben mich 
meine Gefühle
wieder 
splitterfasernackt gemacht.
Schaffe ich 
es 
in 
diesem
neuen 
Jahr
mich eigenständig 
wieder anzuziehen 
und meinen Wert 
zu finden? 
Oder ist mein Selbstwert 
verschwunden 
in all den Momenten 
wo die Wölfe 
mich ausgezogen haben,
obwohl ich mich so gewehrt habe? 
Schaffe ich es dieses Jahr 
eine Person zu finden,
die mir zeigt, 
dass 
ich gut genug bin? 
Oder kann ich das 
nicht mehr zulassen, 
weil ich ständig glaube, 
jede gefühlte Sicherheit 
wäre im Nachhinein gelogen?





"Meine Wortgewalt wurde gebrochen. An dem Tag, als ich mir selbst meine Stimme verbot."






Ich trete mit meinem Knie gegen die spitze Kante.
"Ich brauche keine Klinik."
Ich trete nochmal dagegen.
"Ich spüre keinen Schmerz."
Das Knie wird rot. Ich trete weiter dagegen.
"Ich fühle mich dreckig. Ich möchte mit keinem Mann mehr Kontakt haben. Ich möchte nicht mehr sexualisiert werden."
Mein Bein wehrt sich. Ich muss all meine Kraft zusammen nehmen und ich trete nochmal dagegen.
"Warum fühle ich unter Drogen so viel? Warum ist all die Wut und all die Traurigkeit vereint, wenn ich vollkommen betäubt bin? Ist es weil diese Droge früher ein Mädchen genommen hat mit der ich so viele schöne Momente verbinde, aber wenn ich in die Zukunft blicke, weiß ich, dass ständig irgendwas uns im Wege steht. Wir erreichen uns nicht mehr. Wir berühren uns nicht mehr. Du reichst einen anderem Mädchen die Hand und ich erfriere weiterhin an der Kälte. An der Kälte, die sich in unsere Herzen geschlichen hat."
Ich setze mich auf dem Boden. Alles dreht sich. Um mich herum ist es so dunkel. Nur die Weihnachtsbeleuchtungen von meinen Nachbarn scheinen in unser Wohnzimmer. Ich schaue auf mein Knie. Es wird schwillt an. Endlich spüre ich den Schmerz. Mein betäubter Körper spürt seit Wochen endlich wieder was. Ich fange an zu weinen.
"Vielleicht brauche ich wirklich eine Klinik."
Ich gehe mit langsamem Schritten auf die Terrasse, zünde mir eine Kippe an und drücke sie mir auf meinem Arm aus.
"Ich weiß nicht mehr, was ich tue. Es braucht nur eine kleine Sache. Ein Lebensmittel. Ein Weihnachtslied. Weihnachtsdekoration. Und ich falle. Falle in ein Loch voller Dissoziation. Voller Selbstverletzung. Ich kann mich selbst nicht mehr halten. Oder gar ertragen. Wenn einmal meine Gefühle entflammt sind, brennen sie alles nieder. Die Menschen, die ich mochte. Mein kleiner sicherer Rückzugsort. Alles steht in Flammen. Selbst ich. Nur die Erinnerungen leben weiter. Die Erinnerungen an die gebrannte Kindheit leben ständig in meinem Kopf weiter. Wie soll ich da nicht wahnsinnig werden? Bin ich ein Kind in einem erwachsenen Körper? Oder bin ich ein Erwachsener, der in seinem Verhalten viele kindliche Seiten aufweist? Ich fühle mich einfach nur klein. Viel zu klein. Wie soll ich da in einer Klinik gehört werden? Wer soll da meine Stimme hören, wenn ich nur fließend stumme Worte spreche? Wie soll ich jemals gehört werden, wenn ich eigentlich am liebsten für den Rest meines Lebens schweigen möchte?"






You’re not dead, but you’re not alive, either. You’re a wintergirl, caught in between the worlds. You’re a ghost with a beating heart.





Ich bin ein 
eiskaltes Arschloch 
geworden. 
Nach der Zeit, 
wo alles mich 
zu Boden reißt
und ich bei jeder 
kleinsten Kleinigkeit 
anfange zu weinen, 
kam die Zeit 
der eisigen Kälte. 
Meine Stille 
umhüllt 
mich
wie 
ein Mantel, 
der mich 
aber nicht warm hält.
Er macht 
mich 
eher kalt 
und abweisend. 
Worte wie 
"Du bist daran schuld, 
dass ich mich nicht mehr melde." 
"Ich bin enttäuscht von dir.",
nehme ich schweigend entgegen. 
Ich habe keine Kraft 
mich zu rechtfertigen. 
Sobald ich Gefühle zeige, 
werden sie gegen mich verwendet
und mir wird gesagt, 
dass ich über reagiere.
Nur weil sie denken 
meine Gefühle 
haben keine Berechtigung 
da zu sein.
Und wenn meine Gefühle 
keine Berechtigung haben
zu existieren, 
habe ich das selbst wohl auch nicht. 
Also verschwinde ich
und schließe
meine Gefühle weg. 
Perfekt zu der Jahreszeit 
bin ich zum
Wintermädchen 
geworden. 
Nicht mal 
meine Brandverletzungen
erwärmen mich.
Sie tun nicht mal mehr weh.
Ich bin zu lange 
durch die Kälte gegangen, 
um jegliche Schmerzen 
zu spüren. 




Heute ist alles grau. Selbst meine Gedanken verlieren ihre Blätter.






Seit dieser Woche 
konnte ich endlich anfangen
in einer Kita zu arbeiten.
Und ich dachte wirklich, 
dass sich meine Laune 
dadurch bessern könnte. 
Ich habe die ganze Zeit 
mein ständiges genervt sein
auf meine Arbeitslosigkeit
geschoben. 
Doch ich merke, 
dass sich meine Laune 
nicht grundlegend bessert,
nur weil ich wieder 
mein geliebten Beruf nachgehen kann. 
Die ersten beiden Tage verliefen 
so gut. 
Ich dachte, 
ich könnte 
meine
ständige Angst
zu Seite schieben. 
Doch ich habe vergessen 
wie kraftlos mich 
die Arbeit macht 
und ich am liebsten
den restlichen Tag
nachdem Feierabend 
nur noch schlafen möchte. 
Die gestrige Nacht 
hat 
mir
zusätzlich
noch meine ganze Kraft
geraubt.
Ich habe wieder
von Männern
geträumt,
die mich
missbraucht haben.
Mit toten Augen
bin ich heute
den ganzen Tag
rum gelaufen.
Ich wollte Ruhe
doch mein Kopf
hörte nicht auf
mir den Traum
immer wieder
ins Gedächtnis zu rufen.
Ausgerechnet heute
war auch noch
Frühstücksstag,
wo es für die ganze Gruppe
frische Brötchen gab.
Am Anfang wollte ich nicht
unhöflich sein
und aß eine Hälfte
eines Brötchen.
Und dann aß ich
plötzlich mehr
nur damit
ich
 diesen Traum
verdränge.
Lieber habe ich
einen puren Selbsthass
nach dem essen.
Lieber stürze ich mich
in die Selbstzerstörung,
wenn ich mehr essen,
als ich eigentlich ertrage,
als wenn ich Flashbacks
von den ganzen Übergriffen
habe.
Eigentlich hatte ich heute
so viel vor.
Ich hätte eigentlich
nach der Arbeit
Therapie,
aber
nun sitze ich kraftlos
auf meinem Bett,
vollgepumpt
mit Abführmittel,
um dieses ekelige Gefühl
des zu viel Essens
nicht mehr so stark zu spüren.
Ich hätte es einfach nicht ertragen
mit diesen Gedanken
und Flashbacks
Öffentliche Verkehrsmittel
zu nutzen,
die mir ja zusätzlich
noch Panikattacken
bereiten.
Ich hätte es nicht geschafft
mit ruhigen Herzen
zu Therapie zu gehen.
Auch wenn meine Therapeutin
sehr viel von mir weiß
und ich sie auch sehr schätze,
möchte ich einfach nicht,
dass sie mich sieht,
wenn ich mich selbst
verlier'
in diesem Strudel
voller Angst
und Flashbacks.
Davon erzähle kann ich,
aber
das
sie
das
so hautnah
miterlebt
ertrage ich nicht.
Ich möchte einfach
nicht
das
man
mir anmerkt
 mit welchen Gefühlen
ich
 zu kämpfen hab.
Dafür
fühle
ich
gerade
viel
zu viel,
was
mich
sprachlos macht.
Dieser Traum
hat mein Tag
beschmutzt,
mich beschmutzt,
meine Gedanken
in eine falsche Richtung gedrückt.
Der Traum
hat
mein
Verhalten
klein gemacht.
Mich überwältigt.
Mich wieder
zum
kleinen Kind
gemacht,
was
gefressen
gegessen hat,
um all die traumatische
Ereignisse
zu verdrängen.
Und ich habe Angst.
Ich habe Angst
wie oft
dieses Verhalten
mein Körper erreicht.
Schließlich bin ich doch
eine erwachsene Frau
und doch viel
reifer
als das
kleine Ich
vor vielen Jahren.
Eigentlich. 
Doch
das
Gefühl
lässt
mich
einfach
nie los
klein zu sein. 
Ein Kleinkind
zu sein,
was mit ihren Leben
einfach nicht klar kommt.
Ich habe so oft gesagt: “Ich mache das nie mehr.”
 Doch ich glaube auf dem Weg nach oben 
liegen überall Drogen.
 Meine Freunde haben alle gezogen.
 Ich habe gebaut und geraucht und gelogen








Fear might be the death of me






Wir liegen im Bett. 
Du legst deinen Arm 
um mich
und ich bekomme 
plötzlich Atemnot. 
Das atmen fällt mir so schwer. 
Meine Gedanken kreisen 
sich nur um diese eine Sache. 
Ich bin überwältigt 
von seiner Nähe 
und 
ich 
weiß
nicht 
ob 
positiv
oder negativ.
Dumme Hure,
du weißt doch,
dass es negativ ist.
Es weiß nur, 
dass es sich gerade so 
anfühlt, 
als würde ich 
wegen seiner Nähe 
ersticken. 
Lauter Bilder schwirren
mir durch den Kopf.
Ich versuche mir ständig
selber einzureden, 
dass ich keine Angst
haben brauch. 
Es ist M.
und kein Wolf. 
Doch 
ich 
kann
verdammt nochmal
nicht atmen 
und versuche zu ignorieren
und auszublenden,
dass er mich immer wieder 
auf die Stirn küsst. 
Es ist der Anstoß 
zu etwas größeren. 
Ich dachte 
seit langen wieder, 
dass ich seine enge Nähe 
ertragen 
und sogar genießen kann, 
doch jetzt bin ich wieder am Anfang
angelangt,
wo ich nie wieder 
ankommen wollte. 
Ich würde mich gerne 
unter tausend Decken 
verstecken,
weinen
und mich 
grün 
und blau
 schlagen.
Ich will endlich
wieder normal atmen können.
Ich will das er mich 
in Ruhe schlafen lässt. 
Ich will das diese panische Angst
vor Nähe 
und davor 
splitterfasernackt 
zu sein,
 aufhört. 
Doch 
ich habe 
das Gefühl, 
dass diese panische Angst 
nie aufhört 
in mir 
zu existieren,
selbst wenn ich 
von einer Person 
angefasst werde
für die ich Gefühle hege.
Und das macht mir zusätzlich 
noch Angst. 
Ich will nicht jedes Mal 
zusammenzucken, 
wenn mich jemand berührt. 
Ich will endlich 
mehr als einmal im Monat
das Gefühl habe, 
dass ich die enge Nähe 
genießen kann. 
Ich will endlich 
aus dieser Angst 
ausbrechen, 
die mich so lähmt. 
Doch jedes Mal, 
wenn ich ein Schritt 
aus der Angst 
gemacht habe, 
kommt etwas
und ich falle zurück 
in alte Muster. 
Ich verfalle in Panik
und kann mich vor Panikattacken 
nicht mehr schützen,
wenn mich jemand berührt. 
Und alles nur, 
weil mich Wölfe berührt haben, 
obwohl ich es nicht wollte. 
Alles nur weil 
mir der Kindheitswolf 
schon früh gezeigt hat, 
dass ich ein Objekt 
seiner Lust 
bin 
und nichts anders. 
Wenn ich an all die Momente 
zurück denke, 
wo mich Wölfe 
oder Männer und Frauen  
mich berührt haben
und
weil sie nur
 darauf aus waren 
mich nackt zu sehen, 
mich zu Sachen gedrängt haben, 
weil ihnen ihre Bedürfnisse 
stetig wichtiger waren, 
als meine, 
könnte ich kotzen. 
Ich möchte endlich 
wie ein Mensch behandelt werden. 
Doch ich verfalle immer 
in das Gefühl 
zurück 
ein Objekt für die Lust
von anderen 
zu sein. 
Egal wie lieb 
M.
auch zu mir ist, 
wenn alles in 
mir drin schreit, 
dass ich ein Objekt bin, 
kann seine
liebvollsten Berührungen 
gar nichts dagegen machen. 
Und das tut mir für ihn leid, 
dass ich so gut wie ständig 
zu scheu bin, 
wenn es um Nähe geht. 
Ich dachte wirklich,
ich bin auf den guten Weg. 
Für ein paar Momente 
fühlte ich mich 
mehr wie ein Mensch,
 wenn M. mich anfasst. 
Für ein paar Momente 
fühlte 
ich mich  
stärker 
als 
die 
Angst. 
Doch die Angst 
ist eine Hure, 
meine Gedanken 
eine Müllkippe 
und meine Gefühle 
ein Aschenbecher. 
Ich bin 
und 
ich 
bleibe
ein 
ängstliches Objekt, 
mehr nicht.