Ich bin die Königin der Isolation.
Erst wenn alles um mich still ist
und keine Menschen
nach mir greifen
und mir Worte
einreden wollen,
die ich kaum verstehe,
kann ich aufatmen.
Die Stille
ist Freund
und Feind zugleich.
Die Stille nimmt mir
zu viel,
aber ich suhle
mich trotzdem
in ihr,
um mich selbst
zu schaden.
Wenn ich verstumme,
kann ich keine soziale Kontakte
pflegen.
Wenn ich mich
isoliere,
kann ich nicht
vor die Tür gehen
und mich mit Leuten treffen.
Desto länger ich mich isoliere
Desto länger ich mich isoliere
desto stärker wird die Angst
zu reden
und mich mit anderen Menschen
zu treffen.
Manchmal glaube ich,
dass
es
das
ist
was
ich
am
besten kann,
Menschen
nicht an meinem Leben
teilhaben lassen,
weil die Stille
mir all die Worte
und all meine Kraft raubt,
um überhaupt Sätze zu bilden.
Mit der Isolation
kam
der Verfall
meines Körpers.
Ich wurde krank.
Mein Körper wollte mich
leiden sehen
und das tat ich.
Die Entzündung
in meinem Körper
breitete sich aus
und ich konnte voller Schmerzen
und starker Bronchitis
mich kaum auf den Beinen halten.
Ich hatte oft das Gefühl
beim husten zu ersticken.
Oftmals habe ich mir auch das gewünscht.
Einfach ersticken
und danach leblos
in meinem Bett,
was voller Kuscheltiere ist,
zu verweilen
bis mich mein Papa findet.
Diese hässliche Stimme
in mir
wurde mächtiger
und der Lebenswille
immer weniger.
Ich weinte viel,
Viel zu viel
für eine Person,
die eigentlich
nicht mehr weinen wollte.
Es macht mir Angst
zu merken,
dass mein Körper schreit.
Er schreit mich pausenlos an
und das schon seit Jahren,
weil er eine Pause braucht
von zu vielen rauchen,
zu viel trinken,
zu wenig essen,
zu vielen Drogen
und von den Schnitten
und Verbrennungen.
Aber ich höre nie auf ihn.
Warum auch.
Warum auch.
Es fällt mir schwer
achtsam
mit meinen Körper umzugehen.
Ich weiß einfach nicht mehr
wie das geht.
Seit Jahren
lebe
ich
in einer
Burg,
die Selbstverletzung heißt.
Die Mauer um meine Burg
wird mit jedem Jahr höher,
desto mehr schlimme Erinnerungen
mein Kopf befallen.
Desto mehr Menschen
mir meine Würde geraubt haben.
Mit desto mehr Diagnosen
Mit desto mehr Diagnosen
mich die Therapeuten
tapezierten.
Desto mehr mir klar wurde,
dass ich eher Menschen
aus meinem Leben verbanne,
als sie in meinem Leben zu lassen.
Desto mehr die Liebe zu einem Schimpfwort wurde.
Desto häufiger ich
mein innerlichen Schmerz
auf einen körperlichen Schmerz lenken wollte
und völlig starr
mir die Klinge in die Haut rammte.
Desto häufiger ich ohne Emotionen
meine Wunden
verband.
Desto häufiger ich
mein innerlichen Schmerz
auf einen körperlichen Schmerz lenken wollte
und völlig starr
mir die Klinge in die Haut rammte.
Desto häufiger ich ohne Emotionen
meine Wunden
verband.
Desto mehr Narben auf meinem Körper zierte.
Desto mehr Alkohol ich trank.
Mit desto mehr Drogen ich mich vollstopfte.
Desto lieber ich mich isolierte
und völlig betäubt
in meinem Zimmer verweilte,
als mich mit Menschen zu treffen.
Desto lieber ich mich isolierte
und völlig betäubt
in meinem Zimmer verweilte,
als mich mit Menschen zu treffen.
Desto länger die Tage wurden,
wo ich nichts aß.
Desto lauter das Wort
sterben
in meinem Kopf vertreten war.
Desto häufiger
ich mit den Krankenwagen
ins Krankenhaus musste.
Desto länger die Zeit wurde,
wo ich in der Psychiatrie
und in der Klinik war.
Desto länger die Zeit wurde,
wo ich in der Psychiatrie
und in der Klinik war.
Desto häufiger
mich Menschen berührten.
Desto mehr Berührungen
meinen Körper brandmarkten.
Desto stärker Nahrung zum Feind wurde
und mein Leben ständig aus
abnehmen, zunehmen
und wieder abnehmen bestand.
Desto stärker Nahrung zum Feind wurde
und mein Leben ständig aus
abnehmen, zunehmen
und wieder abnehmen bestand.
Desto mehr Tage ich leblos
auf meine Wand starrte.
Desto häufiger ich log.
Desto häufiger
ich dissoziierte.
Desto leerer
und wütender ich wurde
seitdem mein Brutkasten
unsere Wohnung mit meinem Hund
verließ
und desto häufiger
mein Brutkasten
nur noch auf das Geld
von meinem Papa aus ist.
Desto stärker die Angstzustände
mich auffraßen.
Desto häufiger mich die Albträume
von Männern
mir den Schlaf raubten.
Desto häufiger
ich splitterfasernackt
und verwundet
mich die Wölfe zurück ließen.
Desto häufiger
ich splitterfasernackt
und verwundet
mich die Wölfe zurück ließen.
Desto zerbrechlicher mein Körper wurde.
Desto lauter der Satz einer Krankenschwester in meinem Kopf hallte
"Wenn du noch ein paar Tage mehr das essen verweigerst
stirbst du."
Desto härter der Kampf war mit einem Körper
auszukommen,
der nicht das Gewicht
eines Kindes hatte.
Es scheint so,
als würde die Mauer
niemals kleiner werden.
Als könnte ich nie
aus der Burg ausbrechen.
Als könnte ich nie
aufhören
mich an die Selbstzerstörung
zu krallen.
Als wäre die Selbstzerstörung
die letzte Station
vor dem Tod.
Als würde ich nur noch
auf den Tod,
wie auf einen verspäteten Zug,
warten.
Desto länger ich warte,
desto verrückter werde ich.
Desto unerträglicher
werden die Angstzustände
vor dem Leben.





