Die Weihnachtslichter leuchten in ihren schönsten Farben, doch ich bin so leer. Die letzten Wochen fraßen mich von innen auf. Den Gang auf dem Friedhof, um meinen Großvater zu beerdigen und zu spüren wie der Verlust und die Trauer mich ein Loch schubst, wo nichts mehr ist außer Dunkelheit, die mein ganzes inneres einnimmt. Meinen Kindheitswolf in die Augen zu blicken und genau zu wissen, dass er mein Kindheits-Ich all den Sinn des Lebens geraubt hat. Die Wochen voller Überstunden auf der Arbeit, die mir meine letzten Nerven raubten und mich nur erschöpft zurück ließ. Die Schlaflosigkeit, die in meinem Körper wohnte, spielte Spielchen mit mir. Wer schafft es länger wach zu bleiben, ohne die Fassung zu verlieren?
Die ganzen Erinnerungen, die in dem Weihnachtsmonat hausen, jagen mir Jahr für Jahr Angst ein. Den Weg zur meiner Therapeutin wäre so beruhigend, wäre nicht die Dissoziation und eine Begegnung mit meinem Ex-Freund, die alle die traumatisierende Erinnerungen an unsere Zeit vor meinen Augen wie ein Horrorfilm ablaufen lässt. Genau in diesem Moment schreit mein Kopf und mein Körper nach Hilfe und als ich endlich aus der Bahn aussteige, merke ich wie wackelig meine Beine sind und ich am liebsten wie in den Filmen mitten auf der Straße zusammen brechen möchte. In der Therapiestunde laufen nur noch Verzweiflungstränen. Die ganzen Wochen haben mich nicht nur aufgefressen, sondern auch mir den kleinsten Funken Hoffnung genommen. Ich spüre deutlich, ich möchte nicht mehr hier sein. Nicht mehr in so eine Welt, die mir ständig meine größten Ängste vor die Füße spuckt.
