Das Leben ist ein Haufen voller schmerzhaften Erinnerungen. Ich kann mich nicht wehren. Die Triggerpunkte erdrücken meine Manie. Vor ein paar Stunden war ich voller Freude und Zufriedenheit. Ich habe die ganze Welt umarmt und war hippelig, wie ein Flummi in seinen besten Jahren. Kindheitserinnerungen. Kindheitserinnerungen. Kindheitserinnerungen. Für rein gar nichts anderes habe ich mehr Kraft. Die Tränen schmerzen so sehr, als hätte mich einer ins Gesicht geschlagen. Du wütest. Ich höre nur: "Ich bringe ihn um." Und die Tränen schmerzen plötzlich so, als hätte mir einer in den Bauch geschlagen. "Wenn du nicht handelst, bist du dafür verantwortlich, dass anderen Kinder, dass gleiche wie dir passiert." Wimmern. Atemnot. Plötzlich sind deine Arme um mich. Ich wehre mich, immer wieder. Jetzt sind es nicht die Tränen die Schmerzen, sondern deine Worte. Deine Worte haben mich bewusstlos geschlagen. Ich bin im Koma, aber ich muss atmen. Mein Herz schlägt noch. Wie kann es überhaupt noch schlagen nach den Jahren voller Nähe, die brannte wie tausend Schläge von einem Boxer? Aber nicht körperlich. Seelisch wurde ich jedes Mal, wenn ein Wolf mir erdrückend nah kam, zu Boden gerissen und mein Inneres so lange gewürgt, dass ich nicht mehr wusste wer ich bin, warum ich überhaupt noch atme. Warum lebe ich noch? Ich weiß nicht wie oft ich mich das gefragt habe. Und jetzt stehe ich wieder hier. Alles was ich will ist, dass ich nicht seelisch im Koma bin, sondern körperlich. Ich kann diese Erinnerungen nicht mehr tragen. Egal wie alt ich bin, diese Erinnerungen bedeuten für mich seelischen Knast. Natürlich konnte ich in all den Jahren viele schöne Momente sammeln, aber ich komme immer wieder an einem Punkt zurück, wo ich denke, dass ich es nicht ertrage mit diesen Erinnerungen und den darauf psychischen Erkrankungen zu leben. Ich fühle mich wie eine riesigen große Blockade für mich und auch für andere. Wie kann ich weniger werden? Ich bin mir selber viel zu viel. Durch meine Kopfhörer singt seit Stunden "Wenn ich sterbe" von Elif. Und diese Zeile: "Wenn ich sterbe komm nicht an mein Grab.", spüre ich an meinem ganzen Körper. Jeder Mensch der mich behandelt hat wie ein nutzloses Objekt soll niemals mein Grab betreten. Ihr habt mein Leben zu einem Horrorfilm gemacht, der nicht Mal endet, wenn ich schlafe.
Diese Zeilen schreibe ich nach einem Kilometer Lauf in einer kalten Nacht. In meinem Beutel nur Bier und Wodka, obwohl ich seit Monaten weniger trinke. Ich lief durch einen dunklen Weg ohne Laternen und ich war bereit. Bereit für mein Ende. Nun sitze ich hier an einer Bushaltestelle und meine Beine fühlen sich taub an. Ich möchte einfach nur Sicherheit. Ich habe satt wegen Erinnerungen zu weinen, die kein Kind, kein Mensch auf der Welt erleben dürfte. Ich bin es leid mit Schmerzen zu leben, die andere Menschen verursacht haben.




