Ich will am besten gar keinen Körper mehr haben. Ich will aufhören so selbstmitleidig zu sein. Das ist ja ekelhaft. Ich will nicht mehr ekelhaft sein. Ich will Ruhe. Alles was ich will ist Ruhe.







Die Panik 
hat
sich 
ein Haus 
in 
mein 
Inneres 
gebaut. 
Jedes mal, 
wenn die Angst 
mit Fackeln 
das Haus 
anzündet, 
kommt die Panik 
heraus 
und 
schreit 
in 
einem 
Ton, 
wo ich mich 
nur zusammen kauern kann
und meinen Atem 
aufs neue zu verschlucken. 
Du hast mir gesagt, 
wenn ich weine, 
werden meine Augen grün. 
Und seit Tagen
wenn ich in den Spiegel blicke,
sehe ich ein Geist 
mit grünen Augen
und einem aufgequollen Gesicht.
Ich bin so weit weg, 
doch hab all meine Gefühle 
mitgenommen. 
Jede weitere Schritt 
geht 
in 
den 
tiefen Abgrund. 
Wenn ich nicht wüsste, 
dass ich existiere 
würde ich selbst 
das anzweifeln. 





It's getting harder and harder to breathe







Ich schreie in mich rein 
"Ich möchte nicht geboren sein."
Aus unterdrückter Wut 
zertrümmre 
ich 
meine Lidschattenpalette, 
volle Rasierschaumdosen 
und einen Aschenbecher. 
Ich verfalle 
in lauter Panik, 
dass selbst das Wort
Panikattacke 
nicht das beschreiben kann, 
was ich durchlebe. 
Ich verbrenne mich 
und 
ich warte 
auf den Schmerz, 
der meine ganzen Gedanken 
wegätzt. 
Doch ich sitze 
immer noch hier
mit Wut 
im Bauch 
und kotze 
in mich herein. 
Der nächste Tag
bereitet 
mir Horrorgefühle 
und 
die Übelkeit 
durchschwemmt 
meinen ganzen Magen. 
Hier alleine zu sein 
in dem Haus 
voller Geister 
macht 
mich 
zu 
ein Wesen, 
was ich schon 
immer gehasst habe. 
Alles um mich herum 
fühlt 
sich 
nicht 
real 
an. 
Ich will wieder 
in die Stadt 
voller Berge, 
in ihre Arme fallen 
und endlich 
meinen Atem 
wiederfinden, 
den 
durch 
meine ganze Panik 
verloren habe. 





Ich bin so müde. Und die Zeit. Sie flüstert vom Schweigen.





Ich kann mich besinnungslos trinken, 
bis ich das Gefühl habe,
 ich müsste mich bei allen Menschen entschuldigen, 
dass ich in ihren Leben getreten bin.
Ich kann so viele Drogen nehmen, 
bis ich nachts auf den Fußboden hocke 
und mich frage, 
ob ich überhaupt einen Grund habe zu leben.
Ich kann so viel hungern, 
bis ich den Geist im Spiegel 
nicht mehr erkenne.
Ich kann so lange in alten Erinnerungen leben,
 bis mir meine Gegenwart unreal vorkommt.
Ich kann mir
 wieder Wunden in meine Haut schneiden
 und mich fragen, 
wann ich endlich den Schmerz spüre, 
den ich verdient habe.
Ich kann wieder die Panik 
in meinen Venen spüren, 
bis alle Männer aussehen 
wie die Wölfe,
 die mir meine Würde genommen haben.
Ich kann so oft in der Therapie sitzen
 und über heraus gekotze Gefühle sprechen,
 bis mein Inneres sich völlig taub und leer anfühlt.
Ich kann so oft die Weihnachtszeit verfluchen, 
doch jedes Jahr 
kommt Weihnachten viel zu früh. 
Die ganzen Flashbacks kommen viel zu früh 
und zerfetzten mein Inneres, 
bis sich mein Herz anfühlt, 
als würde das Monster 
in mir mein Herz in Flammen setzen.
Das gebrannte Kind in mir schreit
 und ich versuche es mit Selbstzerstörung still legen.
 Doch in den Träumen 
suchen mich meine Ängste ein 
und ich spüre, 
ich kann nicht vor meinen Grauen weg rennen, 
egal wie schnell ich versuche zu rennen.
 Ich falle hin und ertrinke in alten Erinnerungen. 




Tot oder nicht das ist hier die Frage

Ein Lebenzeichen:

Ich finde alte Erinnerungen in einer Box. Deine Worte hallen ewig nach. Irgendwo habe ich mich wohl geschnitten. Ich blute. Wie passend. Als würde ich mich jedes mal aufs neue an alten Erinnerungen schneiden. Ich rauche unsere Vogue Zigaretten, die nach Jahren noch in meinem kleinen Zimmer liegen. Ich bin betäubt von Kopf bis Fuß und weiß nicht wo du bist. Ob du mich hasst und mir den Teufel an den Hals wünschst. Verdient hätte ich es. Kein poetische Worte, nur Drogenbesetze Worte fließen aus mir heraus und ich fühle mich so klein.

Ich hör' die Schreie, wenn ich die Augen zu schließen wage. Ich saß Monate im Zimmer, wollt mit niemand' reden. Ich mein' wirklich Monate und keine miesen Tage. Ich hab' aufgehört mit allem, was mir je was gab. Jeder wartet auf den Tag, an dem ich endlich rausgeh'. Doch die Angst, sie übermannt mich, und ich hab's nicht in der Hand. Ich saß in diesem Raum und schloss mich ein, ich wollt' mit niemanden mehr sein.






Mit dem Herbst kam die Isolation, die sich an mir fest geklammert hat, wie das Dreck in meinem Inneren.  Ich kann sie nicht abschütteln und vergrabe mich in mein Bett.
Ich schaffe es kaum aus meinem Bett, trinke mich um den Verstand, rauche wie eine Verrückte und lass mir von der Magersucht meine Sinne vernebeln. Ich bin nicht richtig hier. Ich bin ganz weit weg, doch wo genau ich bin, kann ich auch nicht sagen. Die Drogen bringen mir keine Klarheit. Nur bittere Tränen und eine passive Haltung. Die Arbeit in der neuen Kita lässt mich jeden Tag kraftlos zurück, dass ich jedes Treffen absage. Ich ertrage keine Menschen, in meiner freien Zeit, um mich herum.
Ich enttäusche Menschen um mich herum, doch ich schaffe es einfach nicht aus mir selbst heraus.
 Ich bin verloren in mir selbst. Jeder Ausweg aus meinem verbitterten Ich entpuppt sich als Sackgasse.
Ich habe keine Kraft mehr. So hässlich das auch klingt. Ich komm aus meiner Isolation nicht heraus.
 Ich lasse mich selbst auf der Strecke und habe keine Verbindung mehr zu mir selbst.
 Lasst mich einfach schlafen. So lange bis dieses grässliche Gefühl endlich die Finger von mir lässt.






Unzählbar durchzechte Nächte bis ans Ende philosophiert. Für dich leg ich meine Hand ins Feuer. Mit dir geh ich bis ans Ende der Welt. Mit dir trotz ich jedem Ungeheuer. Dich geb ich nicht her. Das Leben ist ein Strom und ich schwimm neben dir.










Es fing langsam an und nun gehen wir mit einem Knall. Der letzte Abend in deiner Wohnung hat begonnen. Wir sitzen nah einander mit Pizza, Bier, Jägermeister und einem Horrorfilm vor uns. Vor zwei Tagen bin ich an der Trauer vor dem Abschied deiner Wohnung zersplittert, doch dann hast du mich mit deinem Angebot, dass wir den Abschied gemeinsam erleben, meine Splitter aufgesammelt und mich wieder zusammengefügt. Nun kann ich nicht aufhören dir in die Augen zu blicken und deinen Worten zu lauschen. Wie du von deinem Neuanfang, was die Schule betrifft, redest. So motiviert mit einem festen Ziel vor deinen Augen, habe ich dich noch nie erlebt. 
Du versuchst mir die Angst zu nehmen, wenn ich das erste Mal seit langer Zeit auf deine Mutter treffe. Ich denke an die Worte meiner Therapeutin: "Auch du hast eine liebevoller Mutter verdient. Vielleicht findest du eine Seite von M's Mutter, die du so unbedingt brauchst." Auch wenn die Angst überwiegt und ich in meiner Unsicherheit versinke, wird mir die Begegnung von M's Mutter bestimmt auf eine Art und Weise gut tun.
Wir hängen wieder in den alten Erinnerungen fest, wo wir zwei die Hauptrolle spielen. Wie wir die Vodka Flasche, die eigentlich deiner Ex Freundin gehört hat, zu zweit ausgetrunken haben und danach unserem Filmriss und den Kater unseres Lebens hatten. Wie wir die Halloweenparty deiner Exfreundin crashten, wo ich das erste Mal deine Nähe gesucht habe, was deiner Exfreundin gar nicht gefiel. Oder als wir zusammen bei Rock am Ring waren und du wieder meintest, dass ich selbst in meinen weiten T-Shirts und ohne Schminke attraktiv bin. Wie du nach Jahren wieder Kontakt gesucht hast und sagst, dass du ohne meine Unterstützung diese schwere Zeit nie überstanden hättest. Das es die beste Entscheidung deines Lebens war wieder Kontakt zu mir aufzunehmen.
Ich kann es nicht leugnen, dass seine Worte mein Herz erwärmte. 
Er nimmt mich in den Arm und flüstert mir ins Ohr, dass er nicht möchte, dass das mit uns vorbei geht. Wir hören das letzte Mal Sxtn und Billie in deiner Wohnung und plötzlich sehe ich in jeder Ecke des Zimmers unsere alten Momente:

All die E
rinnerungen, die mein Herz gleichzeitig bewusstlos schlugen und erwärmten. In dieser Wohnung haben wir Bierkämpfe ausgeschlagen, die meistens mit nassen Bierhaaren endeten. Dort standen wir stundenlang an der Heizung mit einem Joint in der Hand. Hier habe ich deinem Nachbarn aus dem Fenster gewunken, was du mir noch Jahre danach im Spaß vorgeworfen hast. In deinem Vier Wänden hast du mich gefragt, ob ich mir eine Beziehung mit dir vorstellen könnte. Hier hast du einen Neuanfang gestartet. Weg von deiner Ex Freundin, rein in ein neues Leben, wo ich ein fester Bestandteil war. In deinem Bett habe ich endlich wieder Sicherheit gespürt obwohl ich splitternackt war. Du hast meine Grenzen gewahrt und mich für meine Narben nicht verurteilt. Das war eine neue Erfahrung für mich. Mit einem Mann so nahe zu sein, ohne zu dissoziieren. Wie konnte ich mich dann nicht hoffnungslos in dich zu verlieben?
Hier habe ich dir eines meiner Lieblingsband gezeigt, die du nur notgedrungen und vielleicht auch, aus Gefühlen zu mir, gehört hast. Hier hast du mir mit leuchtenden Augen dein erstes Tattoo gezeigt und ich dir meine 3/4/5/6/7/8/9/10/11 Tattoos. Dort habe ich dich verflucht, gehasst, mich von dir distanziert und gleichzeitig immerzu geliebt. Hier hatte ich Angst vor dir, wenn du deine Aggressionen nicht im Griff hattest. In deinem Briefkasten habe ich dir ein Brief hinterlegt, der vor lauter Gefühlen nur so triefte. In deiner Wohnung saß ich neben dir mit Tränen in den Augen, blutenden Händen und lauter Trauer in den Herzen, als du meintest, du könntest diese Liebe, die
ich spürte, nicht genauso, erwidern. Ich wollte nie wieder in deine Wohnung gehen, doch die Sehnsucht die sich in meinem Körper angesammelt hat, hat mich leiten lassen. Geradeaus zu dir. Hier habe ich gelernt zu verzeihen und dich gleichzeitig für dein kaltes Herz zu verfluchen. Hier hast du mich in eine Falle gelockt und sie zu knallen lassen, bis ich vor voller Blut keinen Sinn mehr in dir sehen konnte. Dort hatte ich das Gefühl, dass du mich manipulierst mit deinem lieben Worten, nur um mich Tage später wieder in das eiskalte Meer des Schweigens zu ertrinken. Ich hatte Schwierigkeiten dir deine Worte zu glauben. Jedes deiner Worte waren gefühlt für mich nur Lügen, die du versuchst hast schön zu verpacken. Ich habe dich wochenlang nicht gesehen, aus Angst das du mich immer tiefer rein in den Käfig der toxischen Manipulation sperrst. 
 Aber trotzdem war ich deiner Leichtigkeit und unsere Vertrautheit verfallen. Ich habe mich dir wieder angenähert. Hier habe ich wieder gespürt, was es heißt einen Menschen selbst für seine nicht vorhandenen Gefühle zu lieben. Hier habe ich Todeswünsche an den Himmel gesendet und mich von Flashbacks verprügeln lassen. In deiner Wohnung habe ich mich um den Verstand gesoffen und endlose Kippen geraucht. Ich habe dich kotzen, schnarchen, lachen, stöhnen, reden
gehört, Das Zischen eines Bieres und wie sich langsam Luftschlösser neben uns aufgebaut haben.
Hier hast du mich so oft stark festgehalten, dass ich das Gefühl hatte, du könntest mich vor meiner dunklen Welt, allein nur mit deinen starken Armen, beschützen. Du hast mich hier ins Bett getragen, meine Hand gehalten und mein Bier verschüttet. Wir sind hier Arm in Arm eingeschlafen. Auf deinem Sofa haben wir so viele Stunden verweilt. Meistens betrunken oder high, übermüdet und voller Leichtigkeit. Dort habe ich dir Geschichten aus meiner Vergangenheit erzählt. Wie es war monatelang in der Psychiatrie aufzuwachen und den Sinn des Lebens nicht mehr vor Augen zu haben. Du hast mir deine Narben gezeigt und mir von deiner Dunkelheit erzählt, die meiner gleicht. Wir haben uns über unsere alte Schule lustig gemacht, die uns nur geschadet hat. Bei dir konnte ich leichter atmen und gleichzeitig bin ich fast an deiner Anwesenheit erstickt.
Hier bin ich nachts aus deiner Wohnung geschlichen, weil deine Nähe plötzlich Wunden auf meiner Haut hinterlassen hat. Mit deiner Wohnung verbinde ich so viel, dass es mich plötzlich ins dunkle Loch stürzen lässt. Wir werden hier nie wieder lachen, Bier trinken, betrunken noch ein Schluck Jägermeister nehmen und Morgens übermüdet unserem Kaffee trinken. Der Wunsch nach einer eigenen Wohnung wird mit jedem Tag stärker. Dort können wir neue Erinnerungen schaffen. Schöne oder Schlechte, lass es die Zeit entscheiden. Ich will für uns ein Raum schaffen, wo wir Wir selbst sein können. Wo du mich auslachst, weil meine Wohnung aussieht wie ein Schlachtfeld mit lauter Bierdosen in der Küche, Lichterketten und Bilder an der Wand.

Die Zeit rast unendlich und du hörst nicht auf mir Sicherheit zu schenken in all deinen warmen Berührungen. Wir können nicht aufhören zu lachen. Du streichst mir meine Haaren aus dem Gesicht. Ich befreie dich von deiner Asche auf deinen Klamotten. Du gibst mir so viel, selbst wenn du nur müde grinsend dich nicht bewegen willst. Die Uhr zeigt 5 Uhr morgens an. Wir rauchen die letzte Zigarette zusammen und ich brauche zig Anläufe um aufzustehen. Beim Abschied hältst du mich fest in den Arm und merke das die Trauer nicht mehr präsent ist. Ich winke dir zum Abschied zu und sehe auf dem Nachhauseweg wie die Sonne langsam aufgeht. Müde aber unfassbar glücklich laufe mit meiner Zigarette und atme Leichtigkeit aus und wieder ein. Noch nie hat sich ein Abschied sich zu etwas entwickelt, woran ich mich gerne Jahre später noch erinnern werde. Ich weiß nicht wie du es geschafft hast, aber der Abschied von deiner Wohnung schmerzt nicht mehr. Sie schenkt mir Hoffnung darauf, dass die Ungewissheit sich nicht zu einem Biest sondern zu einer Sonnenblume entwickelt, die langsam aber mit der Zeit zu einer der schönsten Blumen in meinen inneren entwickelt. 
https://www.youtube.com/watch?v=_m-PJ05UEmc




The devil whispered in my ear: "You're not strong enough to withstand the storm." Today I whispered in the devil's ear: "I am the storm."





Es ist schon so lange her, 
dass mich ein Wolf
 in seine Wolfshöhle gezogen 
und mir das letzte Fünkchen Lebenswille geraubt hat.
 Doch ich finde mich in Situationen wieder, 
wo ich mich genauso fühle wie damals. 
Wo ich mich wehren, 
zu treten 
und weglaufen will, 
obwohl ich in diesem Moment
 zu nichts gezwungen wurde.
 Ich durchlebe jede Wolfsituationen
 in meinem Kopf wieder
 und ich möchte schreien
 und niemals mehr 
splitterfasernackt vor jemanden sein.
 Und wenn ich diese Momente
 mit meiner Therapeutin bespreche
 wird das alles nur realer
 und schwerer zu ertragen so wie letztes mal:
Meine Hände zittern die ganze Zeit
 und meine Therapeutin denkt,
 das kommt davon
dass ich schon lange nichts mehr gegessen habe.
 Ich rede stockend 
und möchte am liebsten weinen. 
Doch selbst das 
kann ich in der Therapie nicht zu lassen.
 Völlig aufgewühlt
 sitze ich später zuhause 
beim rauchen
 und weine bitterlich. 
Die Tränen 
und die Atemnot 
wollen nicht aufhören. 
Eine Panikattake durchlebt meinem Körper
 und ich kann mich nicht rühren. 
Warum kann ich nicht aufhören zu weinen? 
Das weißt du ganz genau. 
Verdammt nochmal nein! 
Du hast Angst. 
Natürlich habe ich Angst. Das habe ich ständig.
 Aber vor was?
 Davor das du niemals mehr Sex haben kannst ohne dich zu fühlen, 
als würdest du vergewaltigt werden. 
Stille. 
Die Erkenntnis macht etwas in mir. 
Ich drücke die Kippe 
auf meinem Körper aus 
und fühle mich so jämmerlich. 
So klein. 
Ich funktioniere nicht richtig. 
In diesem Moment 
fühle ich mich
 zu traumatisiert 
um jemals splitterfasernackte Nähe
 ertragen können. 
Heul doch. 
Ich weiß nicht
 wie ich diese Nacht ertragen habe.
 Ich wache morgens auf 
und alles fühlt sich schwer 
und traurig an. 
Ich schaffe es nicht zur Arbeit zu gehen. 
Ich gehe zum Arzt
 und spüre wie im Wartezimmer 
die Panik mir an den Hals greift 
und zudrückt. 
Ich schaffe es kaum zu atmen.
 Alles in mir zittert. 
Ich will hier raus. 
Hilfe, kann mir jemand aus der Panikattake heraus helfen? 
Kann mir jemand eine Kippe zu Beruhigung anzünden 
und meinem Körper gleich mit?
Mit toten Augen 
und mit einem Krankenschein
 in der Hand 
gehe ich raus aus der Praxis
 und steige in den Bus. 
Wie hypnotisiert laufe ich in den Supermarkt,
 wo ich mir Schnaps kaufe 
und gleich auf den Weg
 einen Schluck daraus nehme. 
Es ist egal, dass es erst Mittag ist.
 Andere kochen sich was schönes, 
ich versuche das Brennen 
in meiner Seele 
mit Schnaps zu löschen. 
Zuhause ging das Trinken weiter. 
Am Nachmittag 
schwamm schon so viel Alkohol in mir, 
dass ich endlich nichts mehr spürte. 
Alkohol ist mein Freund
 und Helfer
 und ich hasse es. 
Doch wenn ich nüchtern bin 
ertrage ich die Realität nicht. 
Mich nicht.
 Und meine Gefühle erst recht nicht.
Tage später kommt mir die Erkenntnis.
 Selbst wenn die Angst 
vor erdrückende und splitterfasernackte Nähe 
so unerlässlich hoch ist,
 habe ich noch mehr Angst
 davor mit einem Mann
 zusammen zu sein 
und Gefühle für ihn zu haben.
 Und selbst jetzt wo man die Ebene 
zwischen M. 
und mir
 keineswegs einer Beziehung gleicht, 
fühle ich mich gefangen. 
Gefangenen in seiner Manipulation
 und in seiner eiskalten Art,
 nachdem er mir für einen kurzen Moment
 seine sanfte Seite gezeigt hat.
 "Wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn du nicht zu viel Zeit mit ihm verbringst.
Du siehst ja wie dein Körper darauf reagiert.", 
sagte meine Therapeutin. 
"Aber vergiss nicht,
 er ist auch ein guter Freund von dir. 
Er hat dir von Anfang an gezeigt,
 dass es auch liebe Männer gibt, die auf deine Grenze achten."
 Das könnte ich nie vergessen.
 Aber wenn die Trauma Symptome
 so stark in meinem Körper rebellieren, 
vergesse ich schnell,
 dass es auch liebe Männer gibt.
 Alle Männer sind für mich eine Bedrohung. 
"Ein Mann hat mit deiner kleinen Kinderseele 
gespielt
 und deinem Körper
 für Sachen benutzt,
 die nicht zu verzeihen sind. 
Das heißt nicht das alle Männer so sind." 
Wenn meine Therapeutin nur wüsste. 
Nicht nur ein Mann
 ist über meine Grenzen gegangen.
 Aber für diese Geschichte 
ist die Zeit zu kurz 
und ich bin noch nicht bereit, dass alles zu erzählen. 
Irgendwann.
 Irgendwann vielleicht, 
wenn meine Kinderseele nicht mehr so laut vor Angst schreit.