"Und um ehrlich zu sein, hatte ich einen Haufen anderer letzter Tage. Aber zum Glück hatte ich auch immer wieder ein paar geflickte Stunden, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Die löchrigen Minuten haben sich gegenseitig abgedichtet, und irgendwie bin ich durch den Wirrwarr an Sekunden geschlüpft, ohne mich dabei an einem besonders wagemutigen Drahtseilakt zu erhängen."







Du hälst mich so sanft 
in deinem Arm, 
als wäre ich 
das zerbrechlichste und kostbare Wesen 
auf der Welt. 
Selbst über meine Narben
 streichelst du so sanft,
 als wären sie bedeutend 
und nicht so hässlich, 
wie die Blicke
 von anderen Leuten 
mir so oft gezeigt haben. 
Du zeigst mir eine Seite 
von einem Mann, 
den ich schon das ganze Leben lang
  vermisst habe. 
Irgendwann zeigen alle Männer,
 die ich je in meinem Leben gelassen habe, 
ihre wahre Seite
 und die ist alles andere als sanft. 
Eher aggressiv, 
grob, 
Empathie los
 und Trieb gesteuert. 
Ich kann immer noch nicht fassen, 
wie nah ich einem Mann sein kann,
 ohne das er mich grob anfasst. 
Je näher ich einen Mann gekommen bin, 
desto lauter 
ist das Wort Sex
 im Raum. 
Egal wie sehr ich die Schreie
 des Triebes von den Männer
 auch schon ignorieren wollte,
 früher oder später 
lag ich immer
 splitterfasernackt vor ihnen 
und mein Kopf 
fing ständig an zu dissoziieren. 
Splitterfasernackt zu sein bedeutet 
auch immer für mich,
 mich ganz weit zu wünschen, 
wo alles friedlich und sicher ist. 
Wo ich unberührbar sein kann 
und die ängstliche Panik 
keinen Raum 
in meinem Körper 
einnimmt. 
Wo ich nicht 
literweise Alkohol trinken
 und in der einen Hand
 kein Wunderkraut haben muss,
 um die Geschehnisse 
nicht mit vollen Sinnen
 ertragen zu müssen.
Doch du scheinst mir so anders zu sein. 
Bei dir muss ich mich nicht entblößen,
 um für dich wichtig zu sein. 
Selbst ungeschminkt 
und mit unreiner Haut 
streichelst du mein Gesicht
 und lächelst mich an.
 Du willst 
selbst nach mehreren Treffen 
noch Kontakt 
mit mir halten 
und hörst mir zu 
und sorgst dafür, 
dass ich auch mal was esse. 
Selbst wenn die hungrigen Zeiten 
bei mir wieder ankommen sind, 
schaffst du einen Raum, 
wo ich nicht ständig darüber nachdenken muss, 
wie unförmig mein Körper geworden ist. 
Seit es zwischen M. und mir 
so verwirrend geworden ist 
und ich seit Jahren
 sein wahres Gesicht
 zu sehen bekommen habe, 
ist das Gefühl, 
dass kein Mensch 
mich je wieder freiwillig
 und wahrhaftig
 lieben könnte
 unfassbar groß geworden. 
Jetzt liege ich neben dir im Bett,
 wo du meine Hand hälst 
und spüre,
 dass ich für andere Menschen mehr sein kann, 
als nur eine nackte Hülle, 
die sich ständig fügt 
und schweigt, 
wenn Sachen passieren, die ich kaum ertrage.
 Ich kann auch eine Zuflucht sein, 
nicht nur für betrunkene 
und grobe Männer,
 sondern auch für Personen, 
die mir ihr Vertrauen schenken. 
Ich kann eine gute Freundin sein, 
ohne bei jedem Satz Angst zu haben, 
dass ich das kaputt mache.
 Ich kann mich fallen lassen, 
ohne sofort 
auf den harten Asphalt 
der biestigen Gedanken zu fallen. 
Bei dir wachse für eine Zeit aus der Opferrolle heraus, 
die seit meiner Kindheit an mir klebt.
 Bei dir kann ich mehr sein,
 als ein missbrauchtes kleines Reh, 
was den Sinn des Lebens nicht mehr sehen kann.
 Und das bedeutet mir die Welt. 





I should've killed myself before you got the chance to ruin me.






"Du bist doch einfach nur durch. 
"Du hast nichts außer das du dich mit dir beschäftigst. 
Und alles um mich dich herum zerstörst. 
So bist du in deinem wahren Ich. 
Ich hoffe das du leiden wirst.
Das du tief verletzt 
und erniedrigt wirst. 
Du wirst nie wieder froh werden, 
weil du etwas getan hast, 
was du nicht mehr kontrollieren kannst."
Die Wut steigt lichterloh 
und die Angst fängt an zu schreien. 
All diese Worte machen etwas in mir.
Etwas was ich nicht mehr kontrollieren kann, 
Ich rauche betrunken zig Kippen
und laufe ständig 
auf und ab. 
Ich drehte stark gegen Holz
und schmeiße mein Feuerzeug auf dem Boden. 
Ich schlage 
gegen die Wand.
Einmal, 
zweimal.
Doch die Wut 
wird immer stärker. 
Ich drücke meine Kippe
auf mir aus, 
doch auch das
 bringt nichts. 
Ich kann die Worte 
nicht aus meinem Kopf 
bekommen.
Wuttränen 
steigen mir 
in die Augen.
Egal wie sehr ich mich 
dagegen wehre, 
sie laufen über meine Wangen. 
Ich suche alles zusammen 
und setzte mich auf den Badezimmerboden, 
setze die Klinge an 
und 
spüre kein Schmerz. 
Ich sehe nur das Blut 
wie es den Boden 
blutrot färbt. 
Ich starre 
auf 
meine
Wunde
und kann mich 
minutenlang 
nicht bewegen. 
Ich bin erstarrt 
von all den bösartigen Worten 
und von meiner Wut, 
die immer noch auf mein Herz 
einprügelt. 
Ich weiß, 
dass ich viele Fehler mache
und Menschen verletzte, 
obwohl ich es nicht möchte. 
Ich falle schnell 
in eine toxische Beziehung, 
weil 
ich 
kurz das Gefühl habe, 
dass ich gemocht werde.
Ich werde blind 
und fange an 
die Person 
zu mögen.
Auch bei diesem Mann. 
All die Warnsignale habe ich 
versucht 
zu 
verdrängen 
und zu betäuben. 
Seine sadistische Ader 
hat mir schnell Angst gemacht, 
aber nicht gedacht,
dass mich das jemals treffen würde. 
Doch jetzt wo all diese Worte
an mich gerichtet sind, 
spüre ich wie gefährlich 
er 
wirklich ist. 
Auch wenn ich weiß, 
dass er mehrere 100 Kilometer 
von mir entfernt wohnt,
spüre ich die Panik in mir. 
Auch wenn er nicht weiß, 
wo ich wirklich wohne, 
habe ich ständig das Gefühl, 
dass er irgendwo auf mich wartet
mit einem Messer in der Hand
und mir all seine Hassparolen 
in meine Haut schneidet.
Er ist bei der Bundeswehr 
und ich bin mir sehr sicher,
dass er keine Scheu hätte
mir auch körperlich weh zutun. 
Ich werde Paranoid,
gehe nur noch mit Kapuze raus
und schaue mich 
noch mehrmals 
als sonst
auf der Straße um. 
Selbst alleine 
im Haus
kann ich mich nicht sicher 
fühlen.
Die Albträume
verfangen
sich
an meinem Knochen
und mein Körper
wird kraftloser
den je.  
Auch wenn ich ihn 
überall blockiert 
und gesperrt habe, 
habe ich Angst, 
dass er trotzdem
eine Art und Weise findet 
wieder zu mir zu gelangen 
um mir noch mehr weh zutun. 
Ich wollte von ihm Abstand,
weil ich gemerkt habe, 
dass er mir Angst macht.
Immer und immer wieder. 
Aber das es so ausartet, 
hätte ich nicht gedacht. 
Jetzt habe ich noch mehr Angst,
als vorher vor ihm
und bin ständig so unruhig. 
Ich weiß warum 
ich 
lähmende Angst 
vor Männer habe. 
Diesen Fall 
hat 
meine Angst
und Panik 
nur verstärkt. 
Tief in mir drin
schreit mich eine Stimme an, 
dass ich all diese Worte verdient habe. 
Das ich es verdient habe
von Männer 
immer
und immer 
so behandelt zu werden. 
Das ich es verdient habe
immer und immer wieder
mental verprügelt zu werden. 
Bis mein Körper 
toter den je ist. 




The wort thing is that they aren't even nightmares, they've memories.






Es liegen Tage hinter mir, 
die mir komplett den Verstand geraubt haben.
 Kaum ein Monat
 wie der März 
hat mich so sehr zum zerfall gebracht. 
All die Tage voller Selbstverletzung,
 wo ich mir den Selbsthass
 aus meinem Körper
 trinken wollte.
 Oder die Tage, 
wo ich so lange gehungert habe,
 bis ich komplett den Bezug
 zu dem Essen verloren habe. 
Wo ich mich an meiner Kippe
 geklammert habe 
nur um sie auf meinem Körper auszudrücken.
 Die Flashbacks wurden immer ausgeprägter 
und jedes Mal
 wenn jemand die Worte
 Missbrauch oder Pädophile 
erwähnte
 konnte ich mich nicht retten 
und die Bilder 
strömten auf mich herein. 
Überall gab es Trigger
 und meine Hände hörten nicht auf zu zittern. 
Ich war in der Endlosschleife gefangen. 
Das Grauen meiner Kindheit
 war wie ein Horrorfilm,
 der nicht aufhören wollte 
sich vor meinem Auge abzuspielen.
Der Tod hat mich wieder in seine Höhle gelockt.
 Ich war wieder die Marionette 
des Todes. 
Meine Kopf wurde 
mit Suizid Gedanken gefüllt 
und nur die Drogen
 konnten mich davon für eine kurze Zeit befreien.
 Auf Drogen fühlte ich mich so frei. 
Ich war nicht mehr das stille Reh,
 was sich immer tiefer in sich versteckt hat. 
Ich konnte lachen
 und so lange tanzen, 
bis ich hin fiel und meine Knie bluteten. 
Doch die nüchterne Zeiten
 kamen viel zu schnell 
und so viele Gedanken wollten mich erwürgen. 
"Du wirst immer weniger.", 
sagte mein Papa. 
Doch wenn ich mich im Spiegel anschaue kann ich nur ein riesigen Elefant entdecken.


Letztes Wochenende war ich alleine. Mein Papa fuhr weg und ich hatte das ganze Haus für mich. Ich ließ das essen ausfallen und stopfte mich umso mehr mit Pillen voll. Am Samstag wollte ich M. nach einer langen Zeit Wiedersehen. Meine frisch gefärbten Haare strahlten in der Sonne und seit langer Zeit fühlte ich mich wieder ein bisschen bereit M.s Anwesenheit zu spüren. Wenn ich ehrlich war wollte ich nicht alleine sein. Meine Panik wenn ich alleine bin lässt mich nie los und ich wollte sie für eine Zeit vor M.s Tür parken und nicht ständig aufs neue bei jedem Geräusch Angst haben. Ich wollte endlich mal mich wie ein Mensch fühlen und nicht wie ein Geist, der nur lebt um sich selbst zu zerstören. Ich machte mich auf den Weg nach draußen um was zu erledigen und danach sofort zu M. zu gehen. Doch plötzlich meldete er sich nicht mehr. Ich lief zu seiner Wohnung und kein Licht brannte. Meine Gedanken drehten Kreise und ich spürte wie die Enttäuschung nach mir griff. Es wurde immer später und ich immer trauriger. Bis ich dann die Nachricht bekam, dass noch ein Freund bei ihm ist. Und ich ja später zu ihm kommen könnte. Ich lief los und öffnete mein nächstes Bier. Die Enttäuschung mischte sich mit Wut und ich fing an zu weinen. Bei jedem Auto, was an mir vorbei fuhr kriegte ich Panik. Überall wo ich auch hin geschaut habe, waren Menschen die so glücklich waren, dass ich hätte kotzen können. Es waren so viele Männer auf den Straßen. Ich wechselte immer die Straßenseite, weil die Panik immer stärker wurde. In meinem Herz pochte ein Gefühlscoktail. Und das war ganz und gar nicht gut. Ich konnte nicht mehr rational denken. Die Panik hat mein kompletten Körper eingenommen. Ein Mann lief vor mir mit einem Hund und blieb plötzlich vor mir stehen, als ich an ihm vorbei laufen wollte. Dann fing irgendwas in mir an zu schreien und fing an immer schneller zu gehen.
"Der Typ möchte mich verfolgen. Er wartet nur darauf bis ich unaufmerksam bin und dann zieht er mich in ein Gebüsch. RENN wenn du diese Nacht noch überleben möchtest." Die Paranoia machte mich verrückt und versuchte mir weiß zu machen, dass dieser Typ mit mir grausamen Sachen anstellen möchte. Erst als ich zuhause angekommen bin konnte ich kurz aufatmen. Ich schloss die Tür doppelt ab und erst dann spürte ich das meine Wange voller Tränen ist. Ich ging schnell in mein Zimmer und schluckte all die Drogen, um diesen Gefühlscoktail zu betäuben. Doch als ich mich ins Bett legte schossen mir Bilder in den Kopf. Ich als kleines Kind. Mein Kindheitswolf. Über all Hände auf meinem Körper. Ich versteckte mich unter meiner Bettdecke doch noch mein eigener Horrorfilm wurde noch grausamer. Ich konnte mich nicht bewegen. Nur unendliche Tränen vergießen. Die Drogen machten die Bilder nur stärker. Ich war keine Frau mehr. Nur die Hülle eines kleines Kind. Die gehorchen muss. Die all die Berührungen ertragen muss. Die Schweigen muss obwohl alles in ihr nach Sicherheit schreit. 


Ich fühle mich gefangen in dem Trauma. 
Ich kann mich nicht mehr kontrollieren. 
Wenn irgendwas unverhofftes passiert, 
verfalle ich in Panik
Es geht plötzlich
die Traumafalltür auf 
und ich falle.  
Es ist ein stetiger Fall 
und ich fühle mich 
so wackelig auf den Beinen 
wie schon lange nicht mehr.
Meine Stimmung ist so Todesdunkel 
das selbst meine Therapeutin 
wieder das Thema Trauma Klinik
 aufgegriffen hat. 
Doch schaffe es nicht mal 
mich über die Kliniken 
zu informieren, 
die meine Therapeutin mir ans Herz gelegt hat. 
Ich weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist. 
Ich weiß nur das sich irgendwas ändern muss. 
Denn sonst werde ich immer kleiner. 
Immer hoffnungsloser. 
Und meine Todessehnsucht immer größer. 
Bis dahin schlucke ich 
Drogen, 
als 
wären 
sie 
Bonbons. 
Bis dahin 
ist hungern 
für mich das neue essen. 
Bis dahin 
zerfetzt 
der Selbsthass
meinen Körper.
Bis dahin 
rauche 
ich 
bis meine Lunge
noch schwärzer ist
als meine Augenringe. 
Bis dahin 
trinke 
ich 
so lange
bis meine 
Gedanken 
aufhören 
mich verrückt zu machen.
Bis dahin 
gehe ich Hand in Hand 
mit der Selbstzerstörung. 
Bis ich ein anderes zuhause 
gefunden habe, 
als 
die 
Selbstzerstörung. 
Bis ich mich nicht mehr 
vor der Welt fürchte. 
Und die Realität
zu
ertragen
ist
ohne
mich mit jeglichen Subtanzen
in eine Welt
zu tauchen,
die immerzu erträglicher ist,
als die hässliche Welt in meinem Kopf.
Lege mich in Silberketten. 
Ich bin deine Marionette. 
Mach mich wie du mich gern hättest. 
Ich kriech' zu dir auf wunden Knien.





Dann habe ich meinen Mund geöffnet, um ein Wort zu finden, dass von meiner Einsamkeit spricht. Aber ich habe es nicht gefunden. Und da habe ich mich selbst verloren. Seitdem bin ich leiser geworden. So leise, dass da irgendwann nur noch die Stille war.





Ich bin die Königin der Isolation. 
Erst wenn alles um mich still ist 
und keine Menschen
nach mir greifen
und mir Worte 
einreden wollen, 
die ich kaum verstehe, 
kann ich aufatmen. 
Die Stille 
ist Freund 
und Feind zugleich. 
Die Stille nimmt mir 
zu viel, 
aber ich suhle 
mich trotzdem 
in ihr, 
um mich selbst 
zu schaden. 
Wenn ich verstumme, 
kann ich keine soziale Kontakte 
pflegen. 
Wenn ich mich 
isoliere, 
kann ich nicht 
vor die Tür gehen
und mich mit Leuten treffen.
Desto länger ich mich isoliere 
desto stärker wird die Angst 
zu reden 
und mich mit anderen Menschen 
zu treffen. 
Manchmal glaube ich, 
dass
es 
das
ist
was
ich
am 
besten kann, 
Menschen
nicht an meinem Leben 
teilhaben lassen, 
weil die Stille 
mir all die Worte
und all meine Kraft raubt,
um überhaupt Sätze zu bilden. 
Mit der Isolation 
kam 
der Verfall 
meines Körpers. 
Ich wurde krank.
Mein Körper wollte mich 
leiden sehen 
und das tat ich.
Die Entzündung 
in meinem Körper 
breitete sich aus
und ich konnte voller Schmerzen
und starker Bronchitis 
mich kaum auf den Beinen halten.
Ich hatte oft das Gefühl 
beim husten zu ersticken. 
Oftmals habe ich mir auch das gewünscht. 
Einfach ersticken 
und danach leblos 
in meinem Bett, 
was voller Kuscheltiere ist, 
zu verweilen 
bis mich mein Papa findet. 
Diese hässliche Stimme 
in mir
wurde mächtiger 
und der Lebenswille 
immer weniger. 
Ich weinte viel,
Viel zu viel 
für eine Person, 
die eigentlich 
nicht mehr weinen wollte.
Es macht mir Angst 
zu merken, 
dass mein Körper schreit. 
Er schreit mich pausenlos an 
und das schon seit Jahren,
weil er eine Pause braucht 
von zu vielen rauchen, 
zu viel trinken, 
zu wenig essen, 
zu vielen Drogen 
und von den Schnitten 
und Verbrennungen. 
Aber ich höre nie auf ihn.
Warum auch. 
Es fällt mir schwer 
achtsam 
mit meinen Körper umzugehen.
Ich weiß einfach nicht mehr 
wie das geht. 
Seit Jahren 
lebe 
ich 
in einer 
Burg, 
die Selbstverletzung heißt. 
Die Mauer um meine Burg
wird mit jedem Jahr höher,
desto mehr schlimme Erinnerungen 
mein Kopf befallen.
Desto mehr Menschen 
mir meine Würde geraubt haben.
Mit desto mehr Diagnosen 
mich die Therapeuten 
tapezierten. 
Desto mehr mir klar wurde, 
dass ich eher Menschen 
 aus meinem Leben verbanne,
als sie in meinem Leben zu lassen. 
Desto mehr die Liebe zu einem Schimpfwort wurde.
Desto häufiger ich
mein innerlichen Schmerz
auf einen körperlichen Schmerz lenken wollte
und völlig starr
mir die Klinge in die Haut rammte.
Desto häufiger ich ohne Emotionen
meine Wunden
verband. 
Desto mehr Narben auf meinem Körper zierte.
Desto mehr Alkohol ich trank.
Mit desto mehr Drogen ich mich vollstopfte.
Desto lieber ich mich isolierte
und völlig betäubt
in meinem Zimmer verweilte,
als mich mit Menschen zu treffen. 
Desto länger die Tage wurden, 
wo ich nichts aß. 
Desto lauter das Wort 
sterben 
in meinem Kopf vertreten war. 
Desto häufiger 
ich mit den Krankenwagen 
ins Krankenhaus musste.
Desto länger die Zeit wurde,
wo ich in der Psychiatrie
und in der Klinik war. 
Desto häufiger 
mich Menschen berührten. 
Desto mehr Berührungen 
meinen Körper brandmarkten.
Desto stärker Nahrung zum Feind wurde
und mein Leben ständig aus
abnehmen, zunehmen
 und wieder abnehmen bestand.
Desto mehr Tage ich leblos 
auf meine Wand starrte. 
Desto häufiger ich log. 
Desto häufiger 
ich dissoziierte. 
Desto leerer 
und wütender ich wurde 
seitdem mein Brutkasten 
unsere Wohnung mit meinem Hund 
verließ 
und desto häufiger 
mein Brutkasten 
nur noch auf das Geld 
von meinem Papa aus ist. 
Desto stärker die Angstzustände 
mich auffraßen. 
Desto häufiger mich die Albträume 
von Männern
mir den Schlaf raubten.
Desto häufiger
ich splitterfasernackt
und verwundet
mich die Wölfe zurück ließen. 
Desto zerbrechlicher mein Körper wurde. 
Desto lauter der Satz einer Krankenschwester in meinem Kopf hallte
"Wenn du noch ein paar Tage mehr das essen verweigerst
stirbst du."
Desto härter der Kampf war mit einem Körper 
auszukommen, 
der nicht das Gewicht 
eines Kindes hatte. 
Es scheint so,
als würde die Mauer 
niemals kleiner werden. 
Als könnte ich nie 
aus der Burg ausbrechen. 
Als könnte ich nie
aufhören 
mich an die Selbstzerstörung 
zu krallen.
Als wäre die Selbstzerstörung 
die letzte Station 
vor dem Tod. 
Als würde ich nur noch 
auf den Tod, 
wie auf einen verspäteten Zug, 
warten. 
Desto länger ich warte, 
desto verrückter werde ich.
Desto unerträglicher 
werden die Angstzustände
vor dem Leben. 






I wanted to be ruined a little more than I wanted to be loved. I guess that's where I went wrong.








2018, 
ein Jahr 
was ich am liebsten 
verdrängen würde. 
Das Jahr 2018 
würde ich als Jahr 
der Verluste 
beschreiben, 
So viele Menschen 
haben 
mein 
Herz 
verprügelt. 
Als wäre mein Herz 
nichts 
wert. 
Als wären 
meine Gefühle 
nichts wert. 
Mit diesem Gefühl 
hat 2018 begonnen. 
Das Gefühl nichts wert zu sein 
schien das Motto 
im Januar zu sein. 
Als ich M. den Brief schrieb, 
wo ich meine Gefühle
zu ihm ihn offenbarte, 
weil ich dachte, 
wir wären jetzt auf eine Ebene, 
wo unsere Gefühle
einen Raum haben.
Wo Gefühle eine Berechtigung hatten
ausgesprochen zu werden.
Doch als M. mir diese Zeilen 
schrieb, 
wo ich genau wusste, 
sowas überlebe ich
nicht ein zweites Mal.
Wo ich genau wusste, 
dass all unsere schöne Zeit 
sich
im dunklen Nebel 
der Lüge 
gehüllt hat. 
Ab diesem Ereignis 
gab es diese Wut in mir.
Diese Traurigkeit. 
Ich fühlte mich 
wie ausgewechselt. 
Als hätte mich
meine Naivität zu Fall gebracht. 
Ich zerkratze M.'s Auto. 
Ich betrink mich an freien Tagen
schon am Nachmittag. 
Und alles, 
weil ich diese Wut nicht standhalten konnte.
Die Wut fraß mich auf. 
Nicht auf einmal 
sondern 
Stück 
für Stück, 
Doch trotzdem schaffte 
ich es 
zur Arbeit 
zu gehen.
Und trotzdem habe 
ich meine Ausbildung
beendet. 
Wenn ich darüber nachdenke,
weiß ich immer noch nicht wie 
ich das geschafft habe. 
Vielleicht hat die Wut
mich angespornt. 
Vielleicht war er mein Antrieb. 
Aber im Nachhinein 
tat die Wut einfach nur weh. 
Weil sie bodenlos 
und viel zu mächtig für meinen Körper war.

Im Jahr 2018 
habe ich viele neue Leute 
kennengelernt. 
Und sie auch gleich wieder verloren. 
Ich bin durch Deutschland gefahren. 
Habe mich benutzen lassen.
Immer und immer wieder. 
Doch irgendwann wurde es mir egal. 
Irgendwann bin ich abgestumpft. 
Oder ich habe es mir zumindest 
eingeredet, 
ich wäre abgestumpft. 
Irgendwann stießen 
mir die Erinnerungen 
durch den Kopf.
und ich drehte wieder durch. 
Ich aß zu viel,
weil ich genau wusste, 
dass ich das nicht ertrage.
Und nahm zu viel Abführmittel. 
Ich hungerte tagelang. 
Und trank zu viel Alkohol.
Ich verletzte mich wieder selbst. 
Dachte wieder viel zu oft daran 
mein Leben ein Ende zu setzen. 
Flashbacks strömten 
auf mich ein 
und beim dissoziieren 
verletzte ich mich selbst,
was ich dann 
immer viel zu spät bemerkte.
Ich fing an mich zu isolieren. 
Wenn mich einer 
in dieser Zeit,
wo mein Bett mein bester Freund wurde, 
ein Mann berührt hätte, 
wäre ich zu einem Biest geworden 
und hätte wild um mich geschlagen.
Ich weinte in jeder Minute,
wo ich alleine war
und nahm zu viele Drogen.
Ich fing wieder an
Tavor zu nehmen.
Ich meldete mich nicht mehr 
bei meiner Therapeutin 
und sah sie monatelang nicht. 
Ich wollte mir die Lunge
aus dem Körper rauchen
und meine Zigarette 
auf meinem Herz ausdrücken.
Kurz gesagt.
Ich wurde wahnsinnig. 


Dann kam der Sommer, 
der schöner nicht hätte sein können. 
An meinem Körper zierten 
so viele Tattoos wie noch nie. 
Ich machte mein Lippenpiercing raus. 
Ich lernte Berlin von seiner schönsten Seite kennen.
Ich kaufte mir Lippenstifte, 
in der Hoffnung 
mein hässlich Gesicht 
sähe dann für meine Mitmenschen
schöner aus.
Ich ging wieder zu Therapie.  
Doch dann kam auch der große Fall. 
Ich war arbeitslos. 
Ich habe angefangen Yoga zu machen. 
Und gleich wieder damit aufgehört. 
Ich nahm keine Nahrung mehr zu mir
und konnte nur noch atmen 
wenn ich völlig betäubt war. 
Ich hatte 
viel zu viel Zeit 
in meinem Kopf zu leben. 
Die alten Wunden rissen wieder auf. 
Ich zweifelte an alles
und fühlte mich so unfähig 
und nutzlos.
Meine Sozialphobie 
und allgemein meine Ängste
verschlimmerten sich.  
Mein Spiegelbild kotze mich an. 
Ich machte die Nacht zu meinem Tag
und verließ tagelang nicht das Haus. 
Das Auto fahren wurde schlimmer. 
Die Flashbacks an meinem Unfall wurden unerträglich,
dass ich jedes mal Todesangst bekam. 
Ich versuchte M. zu verzeihen
und konnte mir für ein paar Wochen 
einreden, 
dass ich über den Vorfall hinweg bin, 
aber jedes Mal wenn ich die Narben 
an meiner Hand sah,
die an diesem Tag entstanden, 
wurde ich wieder traurig und wütend. 
Ich schrieb Bewerbungen 
und bekam immer wieder 
absagen. 
Gefühlt zeigte mir 
die ganze Welt den Mittelfinger. 
Der Gerichtstermin 
von der Scheidung 
meiner Eltern, 
zeigte mir wieder 
was mein Brutkasten
doch für ein narzisstischer Mensch ist. 
Und ich hoffte, 
dass ich nie so werden würde wie sie. 
Ich lernte eine neue Person kennen
und offenbarte viele 
schlimme Ereignisse aus meinem Leben.
Ich weinte viel mit der Person, 
doch bekam umso mehr Liebe zurück. 
Doch nach unserem ersten Treffen,
ließ die Person mich zurück. 
Da kam mir wieder das Motto 
von Anfang des Jahres in meinem Kopf: 
"Du bist nicht gut genug. 
Wann wirst du jemals gut genug 
für eine Person sein?"
In der Hoffnung, 
dass diese Stimme 
irgendwann aus meinem Kopf 
verschwindet 
ging ich zu einem Vorstellungsgespräch 
und bekam den Job. 
Endlich fühlte ich mich 
wieder gebraucht. 
Ich hatte das Gefühl 
endlich hat mein Leben 
zumindest 
einen kleinen Sinn. 

Ich arbeite viel 
und lernte meine Gefühle 
abzustellen. 
Alles in mir war so leer, 
dass ich mich gar nicht mehr spürte. 
Was für mich in dieser Zeit auch gut war. 
Ich wollte mich nicht mehr spüren. 
Ich hatte das Gefühl 
dieses Jahr 
haben meine Gefühle
die meiste Kraft in mir geraubt. 
Meine Gefühlen haben 
mich dumm,
naiv
und emotional gemacht. 
Das wollte ich nicht mehr. 
Ich hatte es satt, 
Gefühle zu spüren,
die ich nicht ertrage.
Weihnachten rückte näher 
und die Momente, wo ich
dissoziierte
 wurden wieder schlimmer. 
Der November war 
plötzlich vorbei
und die Angst vor Weihnachten 
wurde immer extremer. 
Ich benutze meine Haut
wieder als Aschenbecher
und zeigte die Narben 
in einer Therapiestunde 
meiner Therapeutin. 
Daraufhin 
schließ sie, 
dass die ambulante 
Therapie mir nichts 
richtiges bringen würde 
und das für mich 
besser wäre
in eine Klinik zugehen. 
Aber dieses Mal 
in eine Traumaklinik. 
Mein Kopf spielte 
seitdem 
noch 
mehr 
verrückt, 
als zuvor. 
"Habe ich wirklich das Recht
in eine Klinik zu gehen?
Ist mein Trauma "schlimm genug"
für eine Klinik? 
Hört mich da überhaupt jemand, 
wenn ich mich immer mehr verschließe
und ich kaum ein Wort spreche?"
Ich fing wieder an mehr Drogen 
zu nehmen. 
Schlug häufiger wieder auf mich ein,
weswegen mein Körper 
auch immer häufiger 
voller blaue Flecke waren. 
Die Missbrauch Erinnerungen 
wurden stärker,
selbst auf der Arbeit. 
Ich hatte mich wieder 
nicht unter Kontrolle. 
Ich ging immer und immer wieder
über meine Grenzen
und versuchte 
das für keine
ersichtlich zu machen. 

Weihnachten kam 
und ich versuchte 
zu funktionieren. 
Aber das gelang mir nur,
weil ich sehr viel Alkohol trank. 
Mein Kindheitswolf kam nicht,
aber trotzdem holten mich 
die Erinnerungen wieder ein 
und immer mehr 
Verbrennungsnarben 
zierten meinen Körper. 
Ich traf meine Mutter 
mit meiner Schwester
und ihren Freund
in ihrer neuen Wohnung.
Ich sah mein Hund
ihr Hund
wieder. 
Das Treffen lief besser als gedacht
und trotzdem betrank 
ich mich wieder.
Ich wollte 
durch den vielen Schnaps 
vergessen, 
dass ich trotzdem 
ein gebranntmarktes Kind bin, 
welches keine richtige Mutter mehr hat, 
selbst wenn sie versucht 
mir mal keine Vorwürfe zu machen.
Die Person,
die nach unserem ersten Treffen verschwand,
meldete sich plötzlich wieder.
Entschuldigte sich sogar.
Plötzlich war alles so wie früher,
dachte ich.
Wir wollten uns wiedersehen
und über alles reden. 
Uns wahrhaftig versöhnen. 
Ich bestellte Bustickets.
Wie dumm von mir.
Meine Schwester und ihr Freund
luden mein Papa 
und mich 
zu einem Konzert ein. 
Der verschwundene Freund
schrieb mir den Abend über. 
Plötzlich hatte er wieder Zweifel.
Zweifel wegen mir. 
Er sagte das Treffen ab. 
Ich wusste nicht wie mir geschah. 
Als er mir das Geld wieder zurücküberwies 
drehte mein Kopf durch.
Ich fing an zu weinen. 
So bitterlich
wie ein Kind. 
"Schon wieder war ich 
verdammt nochmal nicht gut genug.
Hört das denn nie auf?"
Ich habe das Geld gern ausgegeben. 
Ich wollte mich wieder bei einer Person 
sicher fühlen. 
Und all das hat diese Person 
mit nur einen Satz zerstört.
Mich zerstört.
Ich spürte den Druck.
Nahm eine Klinge
und plötzlich war alles 
voller Blut. 
Ich spürte 
einen dumpfen Schmerz 
und danach wieder die Traurigkeit. 
Die Tränen hörten selbst
nicht auf, 
als ich das Blut 
weg wischte
und mir ein Verband 
anlegte. 
Ich dachte, 
ich hätte die Traurigkeit
weg geschnitten. 
Ich dachte,
 sie wäre in meinem Blut, 
was auf meinem Zimmerboden 
tropfte. 
Doch sie war immer noch 
in meinem Herzen.
In meinem verprügelten Herzen. 
Ich dachte an alle die ich verlorene hatte. 
Vor allen an (mein) Wunderkind. 
Selbst dieses Mädchen 
konnte ich nicht halten. 
Selbst dafür war ich 
nicht gut genug.

 Am 30. Dezember
schnitt 
ich ein T-Shirt 
in zwei
und suchte
all die Erinnerungsstücke
zusammen, 
die mich innerlich
2018 zerstört hatten. 
Selbst die Blumen, 
die ich von der verschwundene Person 
bekam. 
Obwohl ich Blumen 
über alles liebe. 
Diese Tasche
mit den Erinnerungsstücken
habe ich am 31. Dezember 
weg geschmissen. 
Ich fühlte mich erleichtert
und auch traurig. 
Doch es musste sein.
Ich muss von den alten Sachen loslassen.
Und so lange ich das nicht 
in meinem Herzen kann, 
dann muss ich wenigstens 
Erinnerungsstücke,
die mich zerstören,
loslassen. 

Dieses Jahr hat mich versucht
zu zerstören. 
Hat mich klein gemacht. 
Ich habe so oft mich klein gefühlt. 
Ich habe mich so oft klein gemacht
vor Leuten,
die es im nachhinein gar nicht verdient hatten.
Ich habe geliebt 
und musste lernen, 
dass Liebe 
allein nicht reicht,
um zurück geliebt zu werden. 
Ich habe gelernt, 
dass es leicht ist
Drogen zu nehmen,
viel Alkohol zu trinken
und zu viel zu rauchen.
Doch es ist schwierig 
sich einzugestehen, 
dass dieses ständige Betäuben 
mich niemals 
ganz vor meinen Gefühlen 
retten kann. 
In 2018
haben mich 
meine Gefühle
wieder 
splitterfasernackt gemacht.
Schaffe ich 
es 
in 
diesem
neuen 
Jahr
mich eigenständig 
wieder anzuziehen 
und meinen Wert 
zu finden? 
Oder ist mein Selbstwert 
verschwunden 
in all den Momenten 
wo die Wölfe 
mich ausgezogen haben,
obwohl ich mich so gewehrt habe? 
Schaffe ich es dieses Jahr 
eine Person zu finden,
die mir zeigt, 
dass 
ich gut genug bin? 
Oder kann ich das 
nicht mehr zulassen, 
weil ich ständig glaube, 
jede gefühlte Sicherheit 
wäre im Nachhinein gelogen?





"Meine Wortgewalt wurde gebrochen. An dem Tag, als ich mir selbst meine Stimme verbot."






Ich trete mit meinem Knie gegen die spitze Kante.
"Ich brauche keine Klinik."
Ich trete nochmal dagegen.
"Ich spüre keinen Schmerz."
Das Knie wird rot. Ich trete weiter dagegen.
"Ich fühle mich dreckig. Ich möchte mit keinem Mann mehr Kontakt haben. Ich möchte nicht mehr sexualisiert werden."
Mein Bein wehrt sich. Ich muss all meine Kraft zusammen nehmen und ich trete nochmal dagegen.
"Warum fühle ich unter Drogen so viel? Warum ist all die Wut und all die Traurigkeit vereint, wenn ich vollkommen betäubt bin? Ist es weil diese Droge früher ein Mädchen genommen hat mit der ich so viele schöne Momente verbinde, aber wenn ich in die Zukunft blicke, weiß ich, dass ständig irgendwas uns im Wege steht. Wir erreichen uns nicht mehr. Wir berühren uns nicht mehr. Du reichst einen anderem Mädchen die Hand und ich erfriere weiterhin an der Kälte. An der Kälte, die sich in unsere Herzen geschlichen hat."
Ich setze mich auf dem Boden. Alles dreht sich. Um mich herum ist es so dunkel. Nur die Weihnachtsbeleuchtungen von meinen Nachbarn scheinen in unser Wohnzimmer. Ich schaue auf mein Knie. Es wird schwillt an. Endlich spüre ich den Schmerz. Mein betäubter Körper spürt seit Wochen endlich wieder was. Ich fange an zu weinen.
"Vielleicht brauche ich wirklich eine Klinik."
Ich gehe mit langsamem Schritten auf die Terrasse, zünde mir eine Kippe an und drücke sie mir auf meinem Arm aus.
"Ich weiß nicht mehr, was ich tue. Es braucht nur eine kleine Sache. Ein Lebensmittel. Ein Weihnachtslied. Weihnachtsdekoration. Und ich falle. Falle in ein Loch voller Dissoziation. Voller Selbstverletzung. Ich kann mich selbst nicht mehr halten. Oder gar ertragen. Wenn einmal meine Gefühle entflammt sind, brennen sie alles nieder. Die Menschen, die ich mochte. Mein kleiner sicherer Rückzugsort. Alles steht in Flammen. Selbst ich. Nur die Erinnerungen leben weiter. Die Erinnerungen an die gebrannte Kindheit leben ständig in meinem Kopf weiter. Wie soll ich da nicht wahnsinnig werden? Bin ich ein Kind in einem erwachsenen Körper? Oder bin ich ein Erwachsener, der in seinem Verhalten viele kindliche Seiten aufweist? Ich fühle mich einfach nur klein. Viel zu klein. Wie soll ich da in einer Klinik gehört werden? Wer soll da meine Stimme hören, wenn ich nur fließend stumme Worte spreche? Wie soll ich jemals gehört werden, wenn ich eigentlich am liebsten für den Rest meines Lebens schweigen möchte?"