Passe nicht in eure Form rein egal wie ich mich verrenke








Zwischen viel zu großer Müdigkeit,
nur 1 1/2 Stunden Schlaf, 
aufgesetzte Freundlichkeit, 
ein fassaden festen Lächeln, 
Geburtstagskerzen
bei denen ich mir nur wünsche 
das der Tag endlich vorbei ist, 
ein Geburtstagsständchen von meiner Klasse
wo ich nur peinlich berührt 
nach unten schaue, 
endlosen Zigarettenpausen 
wo ich versuche 
von diesem Tag abzulenken.
Zwischen 
Sätze wie 
"S. hat echt was aus sich gemacht.
Wärst du mal nicht krank geworden. 
Vielleicht wäre dann auch was aus dich geworden.
Früher warst du so ein aktives Mädchen."
und
ein bisschen Sekt 
und Schnaps 
um meine ganzen Verwandten auszuhalten, 
Glückwünsche von Menschen 
die sich ein Dreck um mich scheren
und
Sätze von mir
"An meinem Geburtstag sehe ich in alles keinen Sinn."
Als ob ich sonst den Sinn 
an anderen Tagen finden würde.
Der Gedanke
das ich vor einem Jahr
bestimmt mindestens 5 Kilo weniger gewogen habe
ist ein gefundenes Fressen
für mein Selbsthass.
Zwischen der Erkenntnis das es der erste Geburtstag
seit Ewigkeiten
ohne dich ist. 
Diese Erkenntnis macht mich so traurig.
Ich wünschte, 
du würdest mir irgendwas schreiben
auch wenn ich weiß 
das ich keine lieben Worte
von dir verdient habe.
Zwischen 
Blicke in den Spiegel 
die mich verschrecken 
und Gedanken, 
die mich in die Dunkelheit ziehen
bin ich nun ein Jahr älter geworden.
Es ist komisch älter zu werden, 
wenn man eigentlich schon vor Jahren 
tot sein wollte. 
Ich sitze nun hier in meinem Bett 
und bin so unfassbar froh, 
dass dieser Tag in ein paar Stunden 
vorbei ist.  
Es ist schrecklich 
ein Jahr älter zu werden, 
wenn man sich schon lange tot fühlt. 
Als würde nur noch mein Körper überleben. 
Als wäre ich ein Geist, 
der aber für alle sichtbar ist. 
Mit 15 fing ich an 
unendliche Pillen zu schlucken, 
da die Sucht des Todes 
mir komplett den Verstand vernebelt hat. 
Und die Sucht hat mit den ganzen Jahren nicht aufgehört.
Das macht es nicht besser 
das ich letztes Jahr 
fast mein Leben 
an die Sucht der Knochen
verloren hätte. 
Das alles macht es nicht einfacher
zu atmen. 
Atmen ist so anstrengend, 
wenn man eigentlich den Atem verlieren möchte. 
Dieser Todeskreislauf hört nicht einfach auf. 
Er stirbt erst
wenn 
alles in mir 
aufhört zu atmen. 








Aber ich bin viel zu müde. Ich kann nicht mehr. Ich reiße Männer auf. Und Kondompackungen. Ich reiße und reiße, und alles zerbricht.







Vollgedröhnt und betrunken 
finde ich mich 
in deinem Auto wieder. 
Tavor hat die Angst 
in mir gefressen 
und der Alkohol 
schenkt mir eine scheiß Einstellung.
Scheiß egal ob er mich anfasst 
obwohl ich mich wehre. 
Scheiß darauf das mich abhandelt 
wie ein Puppe.
Scheiß auf die erdrückende Nähe, 
die mir tausend Tode schenkt. 
 Du hast die ganze Zeit nicht locker gelassen. 
Ich habe dir die ganze Zeit das Gefühl 
gegeben
das ich tausend andere Sachen 
lieber machen würde
als mich mit dir zu treffen. 
Doch du wolltest mich trotzdem sehen. 
Er manipulierte mich mit seinen geheuchelten Wolfsworten 
und da ich sowieso an die Selbstzerstörung 
gefesselt bin 
sagte ich zu. 
Ich habe gedacht, 
dass wenn wir uns einmal sehen 
er endlich ruhig ist 
und das er merkt das mein Elefantenkörper
mit zu vielen Narben 
nichts ist 
was man gerne anfassen möchte.
Und nun fahren wir durch die dunkle Nacht.
Du redest mit mir als würden wir uns Jahre kennen
(was ja auch stimmt) 
aber ich habe mich verändert 
und kann nicht mehr über deine Witze lachen. 
Du grinst mich die ganze Zeit an,
ich zieh dir deine Cap ab 
und du ziehst mich zum rauchen aus. 
Wir sind an einem Waldstück, 
wo kein Mensch freiwillig 
um diese Uhrzeit hingeht. 
Auch wenn ich schreien würde
würde mich niemand hören. 
Ich könnte hier sterben 
ohne das einer was mitbekommt. 
Du ziehst mich aus, 
machst tausend Sachen mit meinem Körper,
die ich nicht nennen kann ohne vollkommen durchzudrehen,
 Deine Hand zieht mich brutal zu deinen Lippen hin.
Ich muss dich küssen,
egal wie sehr ich mich sträube. 
Du fängst immer wieder an mich zu würgen.
Ich kann nichts dagegen tun,
also zwischen den Tod und den Leben wanken. 
All mein Stolz und meine Würde
liegen begraben 
unter deinem Auto. 
Deine Hand lenkt mich nach unten 
und ich weiß jetzt genau, 
dass ich das Gefühl 
ein Schwanz 
in der Hand zu haben 
nie vergessen werde. 
Endlich bist du fertig, 
wir rauchen noch eine
und bringst mich an die Straße, 
wo er mich immer abholt. 
Er hält meine Hand, 
als wäre ich irgendwas besonderes für dich.
Du küsst mich langsam  
und mein Hirn fängt an durchzudrehen. 
Ich will einfach nur von dir fort. 
Ich möchte dich aus meinem Leben streichen. 
Ich will nie wieder nackt unter dir liegen.
Plötzlich fängt sich alles zu drehen 
und ich sehe alles doppelt.
Ich weiß nicht mehr wie es geschafft habe 
nachhause zu kommen. 
Alles verschwimmt im lauter Nebel. 
Die ganzen Tavor tabletten 
zerschlagen 
meine Gefühle zu Brei.
Ich fühle nur noch wie der Ekel
und die Scham 
meinen ganzen Körper belagert. 
Ich trinke und trinke
trotzdem kann ich nicht aufhören 
an den Abend zu denken.
Ich habe mich an die Selbstzerstörung verkauft
und das sind jetzt die Konsequenzen. 
Nicht mal mehr weinen kann ich darüber, 
denn die einzige die an all der erdrückende Nähe 
schuld ist
bin ich.
Ich bin eine ekelhafte Schande, 
die an erdrückende, 
nichtgewollte Nähe 
irgendwann 
bitterlich verreckt.






Man versucht uns immer wieder einzureden, dass es noch möglich wär, hier frei zu leben









Weihnachten ist getränkt in Alkohol. 
Meine Großeltern kommen an Heiligabend 
und ich verziehe mich immer wieder 
in die Küche 
und 
trinke die Sektflasche 
 alleine aus. 
Ihre Anwesenheit
 ist nüchtern einfach nicht zu ertragen. 
In Gedanken denke ich immerzu, 
dass wenn alles geklappt hätte,
ich jetzt tot gewesen wäre.
Ein mulmiges Gefühl steigt auf.
Bist du froh das du noch am leben bist?
Wenn ich genau daüber nachdenke;
nein. 
 Weihnachten ist getränkt 
mit den Tränen 
meiner labilen Schwester. 
Ganz plötzlich fängt sie an zu weinen 
und ich steh völlig benebelt daneben
und schaffe es nicht mal sie in den Arm zu nehmen.
Ihre Tränen fließen viel zu schnell 
und all meine Worte 
schwimmen im Alkohol umher 
so das ich nichts sagen könnte
was sie beruhigen würde.
Der erste Weihnachtstag 
ist getränkt 
in den
wütenden Worte 
von meinen Opa. 
"Wärt ihr doch lieber zuhause geblieben."
Wir passen nicht hier hin. 
Er verflucht uns mit jeder Faser seines Körpers. 
Nur weil wir nicht so sind 
wie er uns haben möchte.
Wir sind viel zu krank
so das er uns mögen könnte.
"N. möchtest du ein Stück Kuchen?
Deine Schwester isst doch auch was mit."
Ich gucke beschämt nach unten 
und verfluche ihn dafür. 
Ich stehe von Kaffee und Kuchentisch auf
und verziehe mich in die dritte Etage. 
In das Missbrauchzimmer.
Ich verfluche mich dafür 
doch die Selbstzerstörung lenkt mich dorthin.
Ich schlage dort gegen die Wände
und trete gegen das Sofa. 
Doch ich spüre kein Schmerz. 
Nur der Ekel,
der jedes Körperteil von mir belagert.
  Die Bilder von meinem Kindheitswolf
hängen hier überall rum 
und ich möchte sie auf dem Boden werfen 
und drauf treten. 
Ich will sein Gesicht nie wieder sehen.
Alles in mir fühlt sich an 
als wäre ich tot. 
Hier wurde mir all meine Lebensfreude
und
all mein Gefühl von Lebendigkeit  
genommen.
Ich bin nichts weiter als ein Geist, 
der durch das Leben schwebt. 
Ich bin nie wirlich da.
Nie wirklich hier. 
Die Nacht beende ich mit 
blutigen Armen. 
Nicht mal mehr ein tiefer Schnitt 
schmerzt mehr.
Alles in mir tot. 
Kann ich wieder zum leben erweckt werden?
Ich glaube nicht.
 





 

Atemlos in Panik, vor dem nächsten, neuen Schub, vor den ruhelosen Geistern, die man selber schuf








Ich atme auf,
mein Kindheitswolf kommt wahrscheinlich 
doch nicht zur Weihnachten 
doch 
im gleichen Atemzug 
bemerke ich das,
dass Haus 
meiner Großeltern 
eigentlich schon reicht 
um mich erstarren zu lassen, 
um zu weinen, 
gegen Wände zu schlagen 
und ständig versuchen ein Weg zu finden
zu rauchen 
ohne das die was merken.
Ich kann mich noch daran erinneren,
als wäre es gestern gewesen. 
Jede Feier aufs neue 
fraß ich mich voll, 
zwei Teller in Anwesenheit
von der meiner Familie
und
zig Teller unten in der dritten Etage, 
wo keiner mehr da war, 
der mich davon abhalten konnte.
Ich war allein mit dem Essen
und da passierte nie was gutes.
Ich fraß
meine Gefühle weg.
Vor allem die Angst 
da ich wusste 
was unten in der dritten Etage geschieht, 
wenn die Erwachsene uns nach unten 
zum "spielen"
schickten. 
Ich aß mir eine Schutzschild an.
Ich dachte, 
wenn ich nur viel aß
dann tut das alles nicht weh. 
Dann spüre ich seine ekeligen Taten nicht. 
Wenn ich so viel esse 
bis mein Bauch vor Schmerzen schreit 
dann platze ich vielleicht 
und dann kann mir keiner mehr was tun.
Was für ein kindliches denken. 
Doch woher sollte das früher mit 3 Jahren besser wissen?
 Ich wünschte,
ich wäre früher geplatzt.
Dann wäre ich nicht mehr hier
und all das was mich innerlich zerfleischt
wäre nicht meine Realität geworden.
In den vergangenen Jahren
 habe ich nicht nur  
meine Unschuld verloren
sondern auch mein Stolz,
die Kontrolle über mich selbst,
mein Verstand 
und meine Stärke.
Das Missbrauchhaus
ist nur paar Meter
von meinem Haus
entfernt.
Dort schlummern 
alte Geistern, 
die mich jedes Mal 
mit Erinnerungen 
voll saugen, 
die ich nicht ertrage. 








Drugs kept me from killing myself but also almost killed me







Was soll ich sagen, 
die Sucht begleitet mich ständig. 
Ich trinke 
beim Bewerbungsschreiben, 
beim lernen, 
in der Schule wenn ich das Thema nicht ertragen, 
zuhause in meinem Bett 
und auf dem Weg zu M. 
Ich verstecke mein Glühwein 
im Kaffeebecher, 
damit keiner Verdacht schöpft. 
Ich rauche extra viel das die Mitarbeiterin 
im Laden, 
wo ich Kippen kaufe
meine Fahne nicht riecht.
Die Sucht hat mich fest im Griff
und zieht mich zu Boden.
Das schlimmste ist,
dass ich nicht mehr weiß
was ich ohne sie bin.
In der Sucht ist so viel Scham in Spiel,
dass ich wünschte
nie damit angefangen zu haben.
Doch dafür ist es zu spät
und ich hänge an der Flasche,
wie ein Baby an der Muttermilch.
Die Sucht macht mich labil.
Ich hänge zwischen den Seilen
zwischen leben und tot,
nüchtern und betäubt sein
und
viel zu dünn und für mein Kopf zu dick.
Auf die Frage meiner Therapeutin, 
ob eine Entzugsklinik
für mich
in Frage kommt 
schüttel ich nur den Kopf. 
Wie soll ich das meinen Eltern klar machen, 
dass ihr Kind 
nicht nur an der Sucht der Knochen,
 leidet 
sondern auch noch an der Alkoholsucht?
  Die Essstörung wird "akzeptiert"
und das Selbstverletzten, 
die Beruhigungstabletten 
und der Alkohol 
wird tot geschwiegen. 
Es wird alles unter den Teppich gekehrt. 
Ich bin ein Schandfleck, 
was niemand mit allen Facetten haben will. 
Ein schwarzer Fleck,
in getränkt mit Blut und Alkohol
auf dem weißen Teppisch. 
Wenn es hier nach Tod und Alkohol stinkt, 
bin ich das.








I met a evil when I was only a child








Kein Tag vergeht 
an dem ich nicht an die Missbräuche denken muss.
Sie haben sich in mein Hirn 
und in meine Haut 
gebrannt. 
Laute Versuche sie zusätzlich 
noch mit kochend heißen Wasser
oder
eine Zigaretten
zu verbrühen
oder verbrennen
oder mit einer Klinge
rauszuschneiden
hat
nie
geklappt.
Die Erinnerungen
sind unsterblich
selbst
dann
wenn
ich
versuche
mir
mein eigenen Atem
zu
nehmen.
Zusätzlich hört ein Wolf mir nicht auf
zu schreiben.
Er versucht mich mit solche Sätzen
zu manipulieren
wie
"Auf irgendeine Weise liebe ich dich ja schon"
oder
"Wenn wir es ernsthaft miteinander probieren würden,
würden wir eine Beziehung bestimmt hinkriegen."
Du willst mich damit wieder in deine Wolfhöhle locken,
das kleinste Funken leben aufsaugen,
und meine Haut so lange berühren
bis ich ihn,
ohne mit einer Wimper zu zucken,
anzünden
möchte.
Du könntest mich niemals wahrhaftig lieben,
dafür kenne ich dich viel zu lange und viel zu gut.
Fast verdammte 5 Jahre kenne nun den Kerl,
der mich gewürgt habe 
bis ich dachte, 
jetzt ist es soweit,
der Tod ist nicht mehr weit. 
Du lockst in mir die Hure hervor.
Sie ist in den Momente,
wo du mir so ekelige Sachen schreibst
wie
"Der S. war immer mit dir total gut"
oder
"Darf ich ein Nacktbild von dir?"
anstatt mir
zur Stelle.
Sie lacht.
Ich spalte mich ab
und bin nicht mehr da.
Die Hure dominiert mich.
Ich bin nur ein kleines etwas
was erstarrt und weinen muss,
wenn ich solche Sätze lese.
Die Hure ist stark
oder versuchst zumindest
das zu sein.
Auch wenn ich die Hure verabscheue,
ich wünschte,
ich wäre auch so stark wie sie.
 https://www.youtube.com/watch?v=x0vO2z3eVZU








There's a voice in my head says I'm better off dead








Zwischen etlichen blauen Flecken, 
raue Hände, die sich blau färben, 
Blut, was mein Fußboden färbt, 
frischen Wunden, die nach tot schreien, 
Schulschwänzerei, aus Angst rauszugehen
und aus Scham der Welt meinen Körper zu zeigen,
Liebeshymen von einem Wolf, die mich erstarren lassen
und die ich lieber von M. hören möchte,
Abende mit M. die ich mich aus der Isolation treiben,
ein Beutel voll Gras welches unsere Sinne vernebelt,
Familienfeier die nur ertrage mit vielen unteschiedlichen Pillen
die ich mit Alkohol mische,
Gedanken "was wäre wenn" ich doch ein paar mehr Pillen genommen hätte,
ein Gefühl das ein Anteil in mir sich versucht hat umzubringen
aus Angst den Familienwolf wiederzusehen,
Todeswünsche nachdem die Schlampe die Überhand übernommen hat,
Spiegelbilder, die stetiges Futter für den Selbsthass ist,
Zukunfstangst nachdem ich meine Bewerbungen abgegeben habe,
ein hässlichen verbrannten Bauch, den ich mit jedem Tag neu verbrenne,
ein Körper voller Scham und Ekel, der mich zu Verzweiflung bringt, 
 ein Gefühl von Wärme als mir M in der Öffentlichkeit sehr nah kommt,
gehasste Liebesgefühle die nicht sein dürfen, 
benebelte Momente an dem plötzlich wieder alles hochkommt,
leisen Tränen aus Angst
das du plötzlich merkst das ich nicht mehr bin als ein Fehler,
tobende Stille, die ich versuche mit Bier und Kippen zu stillen, 
Ein Tornado voller Gedanken, die ich nicht händeln kann,
besorgte Blicke von meinen Eltern, 
 zähle ich weiter 
die Tage
bis zu meinem Todestag. 
Eigentlich bin ich schon seit fast 6 Jahren tot. 
Eigentlich,
leider
nur 
eigentlich.