
Der erste Tag beginnt ohne jegliche Lebensmittel. Kein
Problem für mich. Ich kenn das nur zu gut. Aber warum heute. Warum ausgerechnet
heute laufe ich in den Park, wo das zweite mal meine Schande und all den Dreck
vergraben ist. Warum schaffe ich es nicht aus diesem Park herauszugehen, mit
meinem Bier in der Hand? Alles erinnert mich an die Zeit, wo ich noch so frisch
aus der Psychiatrie rauskam. Ich war verwundet von den Erinnerungen, die ich
vorher nie gespürt habe. Vorher habe ich das alles in meinem hungern verdrängt
und plötzlich als ich in der Einzeltherapie saß kam dieser ganzer Mist auf mich
zu und ich war stumm. Ich konnte das alles nicht fassen. Das alles kann doch
nicht real sein, habe ich mir gedacht. Das sind nicht meine Erinnerungen, nein
nein nein verdammte scheiße. So eine Kindheit hatte ich nicht. Ich habe
versucht mich zu belügen, die ganze Zeit. Ich habe scheinbar, als ich ein
kleines Kind war, alles so sehr verdrängt indem ich mich vollgefressen habe bis
ich zum Elefanten muntiert wurde. Und als ich mich zur tode gehungert habe,
habe ich eh nichts mehr gespürt. Mein Leben war nicht mehr mein Leben, sondern
das Leben von meiner Krankheit. Und dann wurde ich in der Psychiatrie
vollgepumpt mit all diesen Drinks, die so viele Kalorien hatte, dass ich jedes
Mal aufs neuen, am liebsten schreiend aus dem Essenssal herausgegangen wäre.
Mit der stetigen Gewichtzahl sind meine Gefühle gewachsen und wohl auch meine
Erinnerungen. Als ich aus der Psychiatrie draußen
war, war ich ein nichts, ein viel zu großer Elefant mit zu vieler Angst vor Nähe und
vollgepackt mit einer grässlichen dunklen Kindheit, der wegen der Pfunde von
seinen Freund verlassen wurde. Und dann wurde der Alkohol mein neuer Freund .Wir
verstanden uns echt gut. Er war immer da, selbst wenn ich heulend und blutet
auf dem Boden lag und alles dafür getan habe mir das Leben zu nehmen, lag er
trotzdem neben mir. Ihr seht es ja, ich bin noch am leben und ich frage mich
immer wieder wie ich das geschafft habe.
Auch jetzt, wenn ich in diesem Park sitze sehe ich dein Gesicht, deine fordernen
Hände auf meinen Körper. Alles ist wieder so real. Du bist real. Meine ganzen
dreckigen Taten sind real. Hier in diesem Park ist es so schön, doch es haftet
zu viel Dreck dran. Ich möchte weinen , schreien, doch ich bin zu betäubt. Ich
bin vollgepumpt von Alkohol und Pillen. Ich sitze auf der Wiese und merke genau
jetzt , dass wohl alles nicht passiert wäre, wenn ich von ihm weggerannt wäre.
Er war so fordernd, überall, auch als ich seine Hände versucht habe zurück zu
ziehen. Das war das erste und das letzte mal wo ich das gemacht habe, wo ich mich wirklich gewehrt habe.
Jetzt weiß ich das sowas nicht hilft.
Rein gar nichts hilft, wenn der Wolf dir deine Klamotten vom Leib reisst und
deine Nacktheit genießt und sie mit Schmutz überdeckt. Diese Erkenntnis ist so traurig, dass es mich
zerreißt. Ich ertrage diesen Park nicht mehr. Ich fange an zu rennen, endlich
renne ich, auch wenn das mein altes Ich nichts bringt. Ich renne weg von diesem
Ort, wo du mir gezeigt hast, dass mein nein nicht gilt und niemals mehr
gelten wird.
Tut mir leid für den etwas verwirrenden Text. Ich hoffe ihr könnt ihn trotzdem verstehen.