Do you ever miss yourself?






Wie können Tage vergehen, 
die man eigentlich nicht 
überleben will? 
Ich stehe mittags auf, 
weil die Nacht zu meinem Feind wurde. 
Vor 4 Uhr oder 5 Uhr 
finde ich kein Schlaf, 
keine Ruhe. 
Es ist 
als würden 
die Dämönen 
mir nachts 
all meine Fehler, 
all meine Schandtaten 
ins Ohr brüllen. 
Ich welse mich umher 
und betrachte Nacht für Nacht 
meine vernarbten Oberschenkel,
die viel zu breit geworden sind. 
Und ich frag mich,
was das alles noch 
ein Sinn hat.
Ich wache auf,
starre minutenlang an meine Wand
und mache Sport.
Mache eine Pause 
und mache wieder Sport. 
Doch ich schaue 
immer noch
in den Spiegel 
und seh 
der viel zu unsichere Elefant, 
der nur das Leben erträgt,
wenn sich entweder die Pupillen weiten, 
Gras in der Lunge
der Magen voller Alkohol ist
oder hungert.
Ich habe das Gefühl,
ich bin dem Ende 
schon wieder viel zu nah. 
Wenn ich selbst nachts 
keine Ruhe 
finde, 
wann dann? 
Wenn ich selbst von hungern
nicht abnehme,
wie soll ich jemals 
mein Körper 
vertrauen 
und akzeptieren können? 
 Und wie soll ich jemals
mein Körper akzeptieren
ohne zu hungern?
Ich habe mein halbes Leben 
nichts anderes gemacht 
als zu hungern. 
Heute habe ich überlegt 
wann ich das letzte Mal 
ein Eis gegessen habe. 
Ich war mir nichts sicher,
aber ich glaube 
es ist schon 10 Jahre her. 
Immer ging es darum mich selber 
zu akzeptieren,
aber kaum einer versteht, 
dass das nicht so einfach geht. 
Um mich akzeptieren zu können 
muss ich mir selbst verzeihen, 
muss ich mich bei meinem Körper
entschudligen 
für all die schlimmen Dinge, 
die ich ihm angetan habe. 
Aber ich schaffe das einfach nicht. 
Auf meiner Stirn
steht  
Schuldig
bis in den Tod.


 

I'm so fucking afraid of never being good enough






Trotz der kleinen Überdosis
habe ich die Nacht 
kaum geschlafen. 
Die Gedanken 
haben 
einfach 
keine 
Ruhe 
gegeben. 
Meine Gedanken
wussten 
alles besser.
"Du wiederholst 
sowieso 
die Klasse. 
Pack bloß 
viele Taschentücher 
ein. 
Du wirst 
heulen 
wie 
ein kleines Kind,
du Versagerin."
Mit einem 
schlechten Gefühl 
wachte ich auf
und ich hatte 
das Gefühl 
mich übergeben 
zu müssen. 
Meine Augenringe
lachten 
mich aus,
als ich 
mich
im Spiegel 
betrachte. 
Mit nassen Haaren
saß 
ich 
auf meinem Bett
und hätte
mich am liebsten 
den ganzen Tag 
dort versteckt. 
Die Übelkeit 
stieg
als ich im Auto 
meiner Klassenkameradin
saß
und es wurde 
immer schlimmer
als wir in der Schule 
waren 
und jeder 
wirklich jeder
davon sprach, 
dass sie die Prüfungen
eh 
nicht bestanden 
hätten. 
Ich wollte einfach nur 
weg rennen 
und mich hier 
nie wieder 
blicken lassen. 
Meine Klassenlehrerin
betrat 
den Raum 
und mit jeder Minute,
die ich warten musste,
bis ich endlich 
an der Reihe war,
fühlten sich an wie Stunden. 
Ich musste 
die ganze Zeit 
meine Tränen 
zurückhalten. 
Wie erbärmlich 
wäre das denn 
wenn ich hier 
plötzlich anfange
zu weinen? 
In meinen Venen 
floss mehr Angst
und Panik 
als Blut.
Diese ganze Panik 
strömt 
durch mein Körper.
Es fühlt sich so an 
als wäre 
ich eine 
Panikattacke 
viel zu nah.
Als dann eine 
von meinen liebsten
aus der Klasse
bestanden hatte
war ich kurz
erleichtert, 
aber dann 
holten 
mich wieder Zweifel ein. 
Alle wären so enttäischt 
von mir, 
wenn ich es nicht schaffen würde.
Als ich dann endlich 
dran war
wurden meine Knie 
weich 
und ich hatte 
Gefühl, 
dass ich sofort 
anfagen würde zu weinen, 
wenn ich meine Klassenlehrerin
in die Augen schauen würde.
"Beruhigen sie sich,
sie haben bestanden."
Als sie diesen Satz sagte
fiel jegliche Last 
von meinen Schultern. 
Ich bekam nichts mehr  
von ihren Worten mit. 
Ich wollte einfach nur hier raus 
und meine liebsten umarmen. 
Als ich in die Klasse ging 
und gesagt habe, 
dass ich bestanden habe, 
fingen meine Klassenkameraden
 an zu klatschen 
und ich hätte am liebsten 
losgeweint. 
Als dann 
noch die nächste
von meinen liebsten 
vor Freude weinend 
sagte,
dass sie auch bestanden 
hat, 
starten wir 
eine Gruppenumarmung. 
"Wir haben es alle geschafft. 
Ich kann das alles noch nicht realisieren."
Noch nie habe die Nähe 
von zwei Personen 
so gebraucht.
Ich habe es geschafft. 
Ich hätte nie gedacht, 
dass ich es schaffen würde.
Ich bin nun
angehende Erzieherin.
Ich glaube,
ich brauche noch
ein paar Tagen
um das wirklich
zu realisieren. 
Immer noch 
ist meine Zukunft
ungewiss, 
aber wenigstens 
konnte ich 
meine Stimmen zeigen, 
dass ich in dieser Hinsicht
nicht versagt habe. 
Das ist doch zumindest etwas,oder?
 

 

Die Frage ist jetzt, ob sich Leben so lohnt.





Mein Papa und ich 
fahren endlich weg
von hier. 
Die Hölle hat sich hier
viel zu weit ausgebreitet. 
Lauter innerliche Brandnarben 
zieren auf unseren Körper
und unsere Blicke 
sind entweder voller Wut 
gemischt mit Traurigkeit
oder gehen stetig ins Leere.
Deswegen mussten wir hier weg,
weg von der Frau, 
die wohl meine Mama ist  
war.
 Diese Auszeit 
war mehr als nötig. 
Ich wollte meine stetige Leere
und den Drang
mich töten
im Meer ertrinken 
und mich gleich mit. 
Doch ich saß nur am Meer 
und konnte meine Gedanken 
nicht los lassen. 
Alle Fotos, 
die mein Papa 
von mir machte, 
waren so grässlich. 
Ein fettes Schwein 
macht sich nie gut 
auf Fotos. 
Ich wollte endlich 
wieder mal erholsam schlafen 
doch in der ersten Nacht
haben grausame Träume 
mich heimgesucht. 
Bei dem ersten Traum 
war sie wieder die Hauptrolle. 
Sie liebte mich
sowie vor ein paar Jahren. 
Du wolltest 
mich nicht mehr loslassen 
und als ich dann aufgewacht bin
hätte ich vor lauter Trauer schreien 
können. 
Du warst mir plötzlich wieder so nah,
doch das war alles nicht real. 
Ich werde dich nie wiedersehen, 
du wirst mich nie wieder küssen 
 und das schmerzt 
immer noch viel zu sehr. 
Ich denke so oft an dich.
Dich zu vergessen dauert wohl Jahre. 
Ich wünschte du würdest 
auch so sehr an mich denken, 
aber nachdem 
ich dir gezeigt habe
das ich gut ohne dich weiterleben kann,
wirst du
 niemals mehr an meinem Namen denken 
und dabei warme Gefühle haben.
Kurze Zeit später schlief 
ich wieder an
und der nächste Traum 
fraß mich auf 
und hinter ließ 
nur noch traurige Knochen. 
Ich war wieder gefangen 
in einem Einkaufscenter. 
Ein Vergewaltiger, 
der all seine Opfer
nach dieser Tat tötete, 
versteckte sich dort.
Ich habe mein Ende 
schon vor meinen Augen gesehen. 
Ich wusste,
ich komme hier niemals 
lebend raus.
Ich habe mit allen abgeschlossen. 
Dann fand der Mann mich
und spürte einen Schmerz,  
der so groß war, 
dass mein sich Herz still legte. 
Ich war tot
und dann wachte ich auf 
und lebte immer noch. 
Nach diesen beiden Träumen 
schluckte ich zusätzlich 
noch Tavor zu meinen anderen Pillen.
Diese ganzen Vergewaltigungsträume 
kann ich kaum ertragen.
Ich bin nirgendswo sicher. 
Überall holen mich diese Taten heim.
Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft 
mein Papa ein bisschen Erholung zu schenken. 
Wir liefen durch die Straßen
und er kaufte mir ein Buch, 
welches ich auch gleich anfing zu lesen. 
Wir gingen auf eine Kirmis 
und wir fuhren zusammen Kettenkarussell, 
wo ich wieder Panik bekam. 
Ich liebe Kettenkarussell 
aber vor diese Höhe
und
diese Schnelle
hat das Kind 
Angst.
Ich laufe immer 
noch mit dem Kind 
Hand in Hand. 
Sie hat immer Angst
und diese Angst übeträgt 
sie auf mich. 
Ich kann die Angst 
nicht loslassen. 
Ich habe nur 
ein Heilmittel dafür. 
Ich schlucke viel zu viele 
Pillen,
Opiate,
Alkohol,
Enttäuschungen 
und Wut. 
Kein Wunder
das ich in den Spiegel
blicke 
und mich selbst 
nicht erkenne.