Ich atme ein und raste aus






Ich glaub dieser Monat 
will mich leiden sehen.
Meine Gefühle
schlagen mich zu Brei
und ich laufe nur
mit toten Augen
durch den Alltag.
Bei jeder Kleinigkeit
verliere ich die Beherrschung
und die Tränen
würgen sich wieder heraus.
Meine Aggressionen
und die Trauer
kann ich nicht zurückhalten.
Das Gespräch,
wo wir über den weiteren Verlauf
meiner toten "Familie",
geredet haben,
machte mich verrückt.
Es war so als wäre ich nicht da,
musste ständig meine Wut zügeln
um nicht plötzlich los zu schreien.
Ich rede mit meinem kleinen Etwas in mir
um nicht völlig,
 vor den Augen anderer,
auseinander zu brechen.
Die Tränen meines Vaters
machte das alles nicht besser.
Und solche Sätze zu hören wie,
ich hätte dich nicht heiraten dürfen
lassen mein Herz und alles in mir bluten. 
Die Angst war viel zu groß
um sie einfach runterzuschlucken.
Ich konnte die Angst nicht umgehen
und erst recht
nicht mit ihr umgehen.
 Selbst all das Blut
erweckte mich nicht zum leben.
Ich spüre nichts außer eine gebaltige Welle
des Todes in mir.
Was bleibt mir
außer mit Menschen zu reden,
die nur in meiner Fantasie existieren?
Mein Verrücktheitsgrad
steigt von Tag zu Tag.
Und ich weiß nicht wie viele Tage
es noch so andauert
mit diesem Gefühl,
dass ich jede Minute
explodieren könnte.
Ich bin wie eine tickende Zeitbombe.
 https://www.youtube.com/watch?v=1_noYntdT18



 

Was bleibt,sind heiße Luft und brennende Brücken, Erinnerungen und Erinnerungslücken






Mein Praktikum ist vorbei 
und mein Herz 
fühlt sich so schwer an. 
Es wird sich am Montag 
so komisch anfühlen 
nicht die Kinder 
zu sehen. 
Hier habe ich eine 
so schöne 
und 
doch 
so anstrengende Zeit 
erlebt. 
Ich schwelke in Erinnerungen 
und sehe vor mir
wie ich mit Kim 
abends wo alles dunkel war
in der Werkstatt war, 
da sie etwas für ihre Freundin 
basteln wollte
und wir beide so viel gelacht haben,
da wir keine Ahnung hatten 
wie wir mit einer Säge umgehen 
sollen. 
Oder wie sie mir
mir komische Frisuren machte,
die total schrecklich aussahen
und wir uns deswegen
nicht mehr vor lachen
halten konnten.
Oder wie wir mit der Gruppe 
eines Sonntags 
8 km spazieren waren, 
ich den kleinsten in der Hand hatte
und plötzlich alles um mich herum, 
all der Stress 
der mich kontrollierte,
kurz verschwandt. 
Wie wir dann nachhause fuhren 
und die Kinder 
Lieder im Radio 
mitsangen. 
Oder wie Anthony mich 
immer wieder in den Arm nahm 
auf seinen USB-Stick zogen. 
Oder wie ich mit Paul, 
den jüngsten, 
in der Mittagspause 
puzzelten 
und ich ihn das Wort 
"Tusse"
beibrachte. 
Wie ich mit Marlon und Vin,
als es noch Schnee lag,
 über das Feld zu ihrer Bude gegangen sind 
und die beiden mich auf den Schlitten 
dahin gezogen haben. 
Oder als Paul 
sich an meinen letzten Tag 
weh tat
und laut stark weinte.
Ich zu ihm hin lief,
ihn hoch half,
seine Hand nahm
und er plötzlich aufhörte zu weinen.
Es war so 
als hätte ihn allein
meine Anwesenheit 
beruhigt.
Ich verarzte ihn 
und er war wieder der alte, 
der komische Sprüche klopfte.
 Es gab noch so viele andere
schöne Momente. 
Ich könnte mich hier tot schreiben. 
Die Arbeit hat mir geholfen 
nicht ständig in meinen Gedanken 
zu ertrinken.  
Selbst nach den großen Streit 
mit meinem Eltern 
konnten sie mich zum lachen bringen, 
wenn auch nur halbherzig. 
Mein Herz fühlt sich immer noch so schwer an. 
Natürlich blicke ich auch auf die dunklen Zeiten 
dort zurück.
Wie Mel mich ohne Grund 
schubste
und ich mir 
mein Handgelenk prellte.
Wie er danach ständig 
darüber Witze machte,
stolz darüber war
und mich respektlos behandelte.
Wie Anthony diesen schrecklichen Satz
sagte 
und er dank mir 
sein ganzes Zimmer auseinander nahm.
Wie ich oftmals versuchte Kim 
nach ihren Wutausbrüchen 
an ihrer Tür klopfte
und 
sie mich  
immer wieder abwieß.
Doch all das gute überwiegt.
Mein Herz ist traurig 
und ich ebenso. 
Ich habe mein Herz 
in diese Arbeit 
gesteckt 
und 
mir 
wurde
von 
den Kindern
Vertrauen 
zurück geschenkt.
Das ist mehr als ich erwartet habe
und das fühlt sich so schön an.
Nichts gibt es schöneres,
wie
wenn du merkst
das jemanden 
dir Vertrauen 
schenkt.
Nun stehe ich hier 
im Regen  
und 
lasse mein Gesicht 
voll regnen. 
Alles um mich herum verschwimmt 
und ich sehe nur noch die Erinnerung.
Ich atme die Erinnerung aus
wie mein Rauch meiner Zigarette.
 Ich wünschte,
ich könnte in diesen Erinnerungen
weiterleben 
und nie wieder 
Luft holen 
und in mein jetziges Leben
tauchen.
Mein jetziges Leben 
ist nicht zu gebrauchen. 
Voller Streit, 
toter Familienasche 
und ein Herz 
was nicht aufhört 
sich ständig 
mit Schmerz 
zu füllen.



Meine Gedanken finden keine Ruhe







6 Tage am Stück
 arbeiten 
und
 mit jedem weiteren Herzschlag
spüre ich 
wie kaputt ich bin. 
Meine Gefühlslage 
bricht 
mir 
die Beine. 
Den Gedanken 
mir die Pulsader aufzuschneiden 
verschwindet 
einfach nicht 
aus meinem Kopf. 
Bei jeder Fahrt zu Arbeit 
male ich mir aus,
wie ich blutend auf den Boden liege
und schon die Sirenen 
des Krankenwagens 
höre. 
Ich weiß das dieser Schnitt 
mich 
nicht 
100% sterben lässt, 
aber es wäre ein Versuch, 
ein Aufschrei
meiner gestohlenen
kranken Seele.
Mit jeden weiteren Gespräch 
mit meinem Papa 
auf den Nachhauseweg 
macht mich so traurig. 
Noch nie habe ich mein Papa
so verzweifelt gesehen. 
Noch nie hat er mir seine Gefühlswelt
so offenbart wie jetzt.
Er hat sowas nicht verdient. 
Er hat nicht das verdient, 
was meine Mama 
ihn angetan hat. 
Und es macht mich 
so wütend, 
dass meine Mama 
nicht 
ihren Mund 
aufmacht 
um mir ihr Verhalten 
erklärt. 
Auf sie zu zugehen
schaffe ich nicht,
da die Enttäuschung
zu groß ist.
Ich wünschte,
ich könnte irgendwas tun
um das Ende meiner Familie
aufzuhalten,
doch ich merke 
Tag für Tag 
wie ich versuche 
die Situation Zuhause 
zu verdrängen,
ihn auf der Arbeit 
wegzulächeln 
und so zutun 
als wäre ich stark. 
Es war schon so lange
nicht so schwer
so zutun 
als 
könnte
ich 
mit so einer Situation 
umgehen. 
Ich bin dafür nicht gemacht. 
Ich verdränge und verdränge.
Trinke mir mein Herz aus den Kopf 
und ich treffe mich mit M.
der mich kurz 
aus diesem Stress herausholt.
Mir die Panda Decke 
beim rauchen 
über die Schultern legt,
damit ich es schön warm habe.
Mich festhält
und
mir einen Joint dreht, 
den ich fast alleine verrauche.
Mir sagt das ich immer bei ihm willkommen bin,
egal wie schlecht gelaunt ich auch sein mag
doch meine Gedanken drehen 
sich im Kreis, 
im Todeskreis.
Ich verdränge und verdränge.
Sehe meine Eltern beim schweigen zu. 
Schlucke meine Tränen weg 
und versuche mich 
wie eine erwachsene Frau zu verhalten, 
doch daran scheitere ich kläglich.
In meinem inneren bin ich klein, 
viel zu klein
um das alles zu verarbeiten. 
Ich bin viel zu klein 
um das alles zu verstehen.
Wie kann man sowas auch verstehen?
 In meinem inneren
bin ich immer noch
das Mädchen,
was ihre Eltern
 jahrelang
mit zitternden Stimme
gefragt hat,
ob sie in ihren Bett
 schlafen darf,
da die Vorstellung
allein zu sein
und ein gefundenes Fressen
für Männer
die im dunklen stetig auftauchen,
verrückt,
panisch
und verzweifelt
gemacht hat.
Ich verdränge und verdränge 
und 
irgendwas in mir zerbricht. 
Ich bin zerbrochen 
und ich habe das Gefühl 
das, 
dass nicht so leicht 
zu reperaieren ist 
wie ein kaputtes Auto.







The loneliest moment in someone’s life is when they are watching their whole world fall apart, and all they can do is stare blankly









"Ich lasse mich scheiden."
"Ich will die Scheidung"
Ich stehe in meiner Zimmertür 
und 
spüre wie mein Herz rast.
Ich kann nicht aufhören zu weinen 
und 
ich kann nicht aufhören 
meine Eltern beim streiten 
zu zu hören.
Noch nie war das so schlimm.
Noch nie wurde von Scheidung gesprochen. 
Mein Herz schmerzt so sehr, 
dass ich nicht atmen kann.
Ich will es bei lebendigen Leib 
rausreißen. 
Ich will es einfach nicht mehr 
spüren. 
Ich will all den Schmerz 
im Keim 
ersticken. 
Ich höre wie mein Papa 
seine Sachen 
packt. 
Ich versuche zig mal 
meine Schwester anzurufen
doch sie geht einfach nicht ran. 
Noch nie habe ich sie so gebraucht wie jetzt.
Mein Hund schleicht die Treppe hoch. 
Er scheint genauso Angst zu haben wie ich.
Ich nehme ihn in den Arm 
und weine in sein Fell. 
Weinen ist so anstrengend 
doch ich kann nicht aufhören. 
Verdammt nochmal 
ich kann nicht mehr.
Als ich höre das mein Papa 
die Haustür aufmacht 
und die Garage öffnet 
laufe ich panisch nach unten. 
Ich bettele ihn an hier zu bleiben 
und breche in seinen Armen zusammen, 
"N. alles gut. Ich bleibe erstmal hier."
Ich habe Angst ihn zu fragen 
wie lange sein erstmal dauert. 
Ein erstmal kann so verdammt kurz sein.
Er versucht mich zu beruhigen 
doch ich merke 
wie alles in mir 
panisch schreit,
bluten möchte 
und endlich aufhören will 
zu atmen.
Irgendwann schleppe ich mich
kraftlos nach oben
Schlucke Pille für Pille
Nein es reicht nicht.
Schluck noch eine und noch eine.
 Ich bin von den Weinen und den Pillen
völlig benebelt. 
All die Scherben meiner Familie 
habe ich mit den Jahren 
versucht
zusammen zu kleben,
da ich die wütende Stille
nicht ertragen konnte,
an der ich Schuld gewesen bin.
All die Mühe, 
all die Zeit, 
all die Kraft 
ist 
mit 
einem Atemzug
zunichte gegangen.
All die Schuld klebt
wie Blut an meinen Händen. 
Ich möchte nicht schon wieder Schuld sein.
Nein nein nein nein. 
Nach den grässlichen Taten 
die im Februar geschahen 
fing ich an diesen Monat zu hassen
und ich spüre 
wie der Monat 
immer dunkler wird
und das ich in ein Loch rutschte
welches mich auf langer Sicht
 verschlucken wird.
All die Totessucht  
scheint mich auffressen zu wollen.
Ich hätte sterben sollen.
Verdammt.
 Ich habe das Gefühl 
dieses Jahr 
bringt mich ins Grab.
Und egal wie beängstigend 
dieser Gedanke 
früher auch sein gewesen sein mag
jetzt ist die Angst verschwunden.
Der Tod kann kommen.
Ich bin nur noch ein verheulter Geist
mehr nicht.