Die Frage ist nicht, wie lange du es zulässt, sondern wie lange du es aushältst






Was für ein Monat. 
Dieser Jahr hat erst 31 Tage 
und ich fühle mich 
als wäre ich schon ewig 
in diesem Jahr gefangen. 
Es fühlt sich so an 
als wäre ich 
tagelang gerannt 
und
 doch kein Schritt 
voran gekommen. 
Das ekelige Gefühl 
eine Hure zu sein 
hinterlässt lauter Brandwunden
auf meinem Körper. 
Ich sehe wieder zerrissene Kondompackungen 
vor meinen Augen 
und 
ich
könnte 
mich
vor lauter Scham 
im Klo runterspülen. 
Dieser Monat 
ist geplagt 
von zu viel Nähe, 
von
Wolfsbesuchen,
zu viel Drogen und Alkohol, 
Tränen voller Verzweiflung,
nackten Schandtaten,
eine Sorte von Kraftlosigkeit 
wo selbst reden 
zur schweren Aufgabe wird, 
von zu viel Stress 
wo ich nicht mal mehr weiß
wo oben und unten ist,
endloser Schmerz 
der mir die Sinne raubt,
zu viel Geschreie
wo mein Herz kurz aussetzt
und
zu viel Arbeit.
Ich sehne mich nach Ruhe 
doch das Leben ist so laut. 
Alles um mich ist so laut.
Die Stille ist so weit entfernt
und ich
will darin versinken 
und tagelang mich in meinem Bett 
verstecken. 
Wenn mich schon dieser eine Monat 
so verrückt macht, 
wie soll es die nächsten Monate nur weitergehen.
Ich habe Angst. 
Viel zu große Angst.

 




But we cannot simply sit and stare at our wounds forever







"Kleine Kinder lassen sich schnell ficken."
Dieser Satz schreit mich an.
Er schreit und schreit und schreit 
und 
ich habe das Gefühl
durchzudrehen. 
In meinem Kopf
 bin ich immer noch ein kleines Kind. 
An manchen Tagen 
bin ich wieder 4 Jahre 
und weine bitterlich
aus Angst 
vor der Nacht,
vor der Dunkelheit
und vor den Männer, 
die mich in meinen Träumen packen 
und mich nicht mehr loslassen.
An manchen Tagen bin 10 Jahre 
und 
spüre wie sich alles verändert.
Ich höre dann noch immer
das Gelächter auf den Schulhof,
meine Fressattacke 
und die geheuchelte Glücklichkeit. 
An manchen Tagen bin ich 6 Jahre 
und 
schaffe immer noch nicht 
alleine zu schlafen. 
Und ich schaffe es immer noch  
nicht mich zu wehren. 
Ich verstummte und aß.
Mehr habe ich gefühlt die ganzen Jahre
meiner Kindheit nicht gemacht.
"Kleine Kinder lassen sich schnell ficken."
 Ich lasse mich schnell ficken. 
Alles dreht sich,
verbrenne meine Haut 
mit einer Zigarette, 
weine,
laufe durch die Nacht
und 
hoffe das sich das irgendwann ändert. 
Das ich mich nicht ständig so fühle 
als wäre klein, 
verstummt 
und hätte kein Macht. 




Ich wär im Innern doch schon fast an den Schmerzen verreckt







Der zweite Tag 
meines Praktikums
schlägt mich
wortwörtlich 
zu Boden. 
Ich stehe an der Tür 
und schau zu wie ein Junge 
sich von seinen Eltern 
verabschieden will. 
Ich passe kurz nicht auf
und
 hänge ganz kurz 
meinen Gedanken nach,
dann spüre ich plötzlich nur
wie M. mich schubst
und ich genau auf meine Hand falle.
 Ich bin völlig perplex. 
Ich höre nur gedämpft wie 
M. 
mich auslacht
und ich kann nichts machen,
nichts sagen
egal wie sehr ich ihn dafür verfluche.
Ich schaffe es gerade so aufzustehen
und mich aus der Situation zu fliehen.
Ich spüre nur noch den Schmerz an meinen Handgelenk
und wenn jemand mich fragt
ob M. 
das absichtlich
gemacht hat 
verneine ich das.  
Auch wenn ich es besser wüsste müsste,
da mich M. mich die ganze Zeit damit aufzieht 
und eine Entschuldigung ablegt, 
die er 100% nicht ernst meint.
Mir fehlen einfach die Worte. 
Ich verstumme 
bei solchen Situationen, 
wo Menschen meine eigenen Grenzen
verletzen. 
Ich möchte ihn schützen, 
obwohl ich genau weiß 
das sein Verhalten nicht richtig war. 
Ich müsste es den Erziehern erzählen,
aber davor habe ich eine riesen Angst.
Ich möchte keinen Ärger verursachen. 
Mir fehlen eh die Worte. 
Es ist so als hätte der Schmerz 
all meine Worte gefresen. 
All die Tränen,
die ich wegen dieser Sache vergossen habe,
lassen mich erbärmlich wirken. 
Ich weiß nicht wie ich mit all dem umgehen soll.
Immer und immer wieder 
verstumme ich plötztlich.
Immer und immer wieder
verletzten mich Menschen
und gehen über meine Grenzen.
Nun liege ich in meinem Bett 
und fühle mich so elend den je. 
Ich schaffe es kaum ein paar Meter zu laufen,
da ich gestern kaum was gemacht habe 
außer den halben Tag zu schlafen. 
Ich aß gestern weniger
und habe sogar den Alkohol
ausgelassen, 
was bei mir schon extrem ist. 
Das war mein erster nüchterner Tag 
seit Ewigkeiten.
Ich schaue auf meinen Verband 
und frage mich warum immer mir sowas passieren muss.
Ist man wirklich immer ein "Opfer" , 
wenn man es einmal mal war?
In meinem Fall wohl schon.





I see you when I close my eyes






Mein Kopf explodiert.
Meine Zweifel zerfressen mein Hirn.
Schaffe ich es jemals erdrückende Nähe 
zu ertragen
oder gar zu genießen?
Kann ich mir jemals verzeihen, 
dass ich Gefühle für ein Kerl habe? 
Kann ich mir jemals verzeihen, 
dass ich so unglaublich stumm bin, 
wenn Worte erwartet werden?
Kann ich mir jemals verzeihen, 
dass ich immer 
wenn es ernst wird 
weglaufe 
um 
mich 
in
nachhinein 
nur noch mehr zerstöre, 
wenn der Selbsthass 
mich grün und blau schlägt?
Diese ganzen Zweifel wissen nicht wohin.
Ich starre den Schnee an 
und denke, 
wenn du mir schreiben würdest 
das was passiert ist 
nicht hätte passieren sollen, 
würde ich anfangen zu schreien
bis ich blau anlaufe,
ich umkippe
und in dieser Kälte 
erfriere. 





Passe nicht in eure Form rein egal wie ich mich verrenke








Zwischen viel zu großer Müdigkeit,
nur 1 1/2 Stunden Schlaf, 
aufgesetzte Freundlichkeit, 
ein fassaden festen Lächeln, 
Geburtstagskerzen
bei denen ich mir nur wünsche 
das der Tag endlich vorbei ist, 
ein Geburtstagsständchen von meiner Klasse
wo ich nur peinlich berührt 
nach unten schaue, 
endlosen Zigarettenpausen 
wo ich versuche 
von diesem Tag abzulenken.
Zwischen 
Sätze wie 
"S. hat echt was aus sich gemacht.
Wärst du mal nicht krank geworden. 
Vielleicht wäre dann auch was aus dich geworden.
Früher warst du so ein aktives Mädchen."
und
ein bisschen Sekt 
und Schnaps 
um meine ganzen Verwandten auszuhalten, 
Glückwünsche von Menschen 
die sich ein Dreck um mich scheren
und
Sätze von mir
"An meinem Geburtstag sehe ich in alles keinen Sinn."
Als ob ich sonst den Sinn 
an anderen Tagen finden würde.
Der Gedanke
das ich vor einem Jahr
bestimmt mindestens 5 Kilo weniger gewogen habe
ist ein gefundenes Fressen
für mein Selbsthass.
Zwischen der Erkenntnis das es der erste Geburtstag
seit Ewigkeiten
ohne dich ist. 
Diese Erkenntnis macht mich so traurig.
Ich wünschte, 
du würdest mir irgendwas schreiben
auch wenn ich weiß 
das ich keine lieben Worte
von dir verdient habe.
Zwischen 
Blicke in den Spiegel 
die mich verschrecken 
und Gedanken, 
die mich in die Dunkelheit ziehen
bin ich nun ein Jahr älter geworden.
Es ist komisch älter zu werden, 
wenn man eigentlich schon vor Jahren 
tot sein wollte. 
Ich sitze nun hier in meinem Bett 
und bin so unfassbar froh, 
dass dieser Tag in ein paar Stunden 
vorbei ist.  
Es ist schrecklich 
ein Jahr älter zu werden, 
wenn man sich schon lange tot fühlt. 
Als würde nur noch mein Körper überleben. 
Als wäre ich ein Geist, 
der aber für alle sichtbar ist. 
Mit 15 fing ich an 
unendliche Pillen zu schlucken, 
da die Sucht des Todes 
mir komplett den Verstand vernebelt hat. 
Und die Sucht hat mit den ganzen Jahren nicht aufgehört.
Das macht es nicht besser 
das ich letztes Jahr 
fast mein Leben 
an die Sucht der Knochen
verloren hätte. 
Das alles macht es nicht einfacher
zu atmen. 
Atmen ist so anstrengend, 
wenn man eigentlich den Atem verlieren möchte. 
Dieser Todeskreislauf hört nicht einfach auf. 
Er stirbt erst
wenn 
alles in mir 
aufhört zu atmen. 








Aber ich bin viel zu müde. Ich kann nicht mehr. Ich reiße Männer auf. Und Kondompackungen. Ich reiße und reiße, und alles zerbricht.







Vollgedröhnt und betrunken 
finde ich mich 
in deinem Auto wieder. 
Tavor hat die Angst 
in mir gefressen 
und der Alkohol 
schenkt mir eine scheiß Einstellung.
Scheiß egal ob er mich anfasst 
obwohl ich mich wehre. 
Scheiß darauf das mich abhandelt 
wie ein Puppe.
Scheiß auf die erdrückende Nähe, 
die mir tausend Tode schenkt. 
 Du hast die ganze Zeit nicht locker gelassen. 
Ich habe dir die ganze Zeit das Gefühl 
gegeben
das ich tausend andere Sachen 
lieber machen würde
als mich mit dir zu treffen. 
Doch du wolltest mich trotzdem sehen. 
Er manipulierte mich mit seinen geheuchelten Wolfsworten 
und da ich sowieso an die Selbstzerstörung 
gefesselt bin 
sagte ich zu. 
Ich habe gedacht, 
dass wenn wir uns einmal sehen 
er endlich ruhig ist 
und das er merkt das mein Elefantenkörper
mit zu vielen Narben 
nichts ist 
was man gerne anfassen möchte.
Und nun fahren wir durch die dunkle Nacht.
Du redest mit mir als würden wir uns Jahre kennen
(was ja auch stimmt) 
aber ich habe mich verändert 
und kann nicht mehr über deine Witze lachen. 
Du grinst mich die ganze Zeit an,
ich zieh dir deine Cap ab 
und du ziehst mich zum rauchen aus. 
Wir sind an einem Waldstück, 
wo kein Mensch freiwillig 
um diese Uhrzeit hingeht. 
Auch wenn ich schreien würde
würde mich niemand hören. 
Ich könnte hier sterben 
ohne das einer was mitbekommt. 
Du ziehst mich aus, 
machst tausend Sachen mit meinem Körper,
die ich nicht nennen kann ohne vollkommen durchzudrehen,
 Deine Hand zieht mich brutal zu deinen Lippen hin.
Ich muss dich küssen,
egal wie sehr ich mich sträube. 
Du fängst immer wieder an mich zu würgen.
Ich kann nichts dagegen tun,
also zwischen den Tod und den Leben wanken. 
All mein Stolz und meine Würde
liegen begraben 
unter deinem Auto. 
Deine Hand lenkt mich nach unten 
und ich weiß jetzt genau, 
dass ich das Gefühl 
ein Schwanz 
in der Hand zu haben 
nie vergessen werde. 
Endlich bist du fertig, 
wir rauchen noch eine
und bringst mich an die Straße, 
wo er mich immer abholt. 
Er hält meine Hand, 
als wäre ich irgendwas besonderes für dich.
Du küsst mich langsam  
und mein Hirn fängt an durchzudrehen. 
Ich will einfach nur von dir fort. 
Ich möchte dich aus meinem Leben streichen. 
Ich will nie wieder nackt unter dir liegen.
Plötzlich fängt sich alles zu drehen 
und ich sehe alles doppelt.
Ich weiß nicht mehr wie es geschafft habe 
nachhause zu kommen. 
Alles verschwimmt im lauter Nebel. 
Die ganzen Tavor tabletten 
zerschlagen 
meine Gefühle zu Brei.
Ich fühle nur noch wie der Ekel
und die Scham 
meinen ganzen Körper belagert. 
Ich trinke und trinke
trotzdem kann ich nicht aufhören 
an den Abend zu denken.
Ich habe mich an die Selbstzerstörung verkauft
und das sind jetzt die Konsequenzen. 
Nicht mal mehr weinen kann ich darüber, 
denn die einzige die an all der erdrückende Nähe 
schuld ist
bin ich.
Ich bin eine ekelhafte Schande, 
die an erdrückende, 
nichtgewollte Nähe 
irgendwann 
bitterlich verreckt.