Tausend mal gelogen, tausend mal alles verdrängt






Ich schau ein Video von einer meiner Lieblingsyoutuberinnen, wo es um ihren Schwangerschaftsabbruch geht, und meine Gedanken fangen an zu rattern. Ich schaue an meine Wand, wo etwas steht, was ich vor Jahren in meiner Scham geschrieben habe. Ein Datum, wo darüber Murder steht. Wenn ich mit diesem Thema in Berührung komme, verfalle ich in Erinnerungen. Ich kann mich an den Tag erinnern, als wäre es gestern gewesen. Wie ich ängstlich zum Frauenarzt gegangen bin, wie die Frauenärztin mich abschätzend angeguckt hat, wie sie schnell sie das Rezept ausgefüllt hat, und ich mit zitternder Stimme vor der Apothekerin stand. Wie ich diese Pille schluckte, wie ich ausgerechnet an diesen Tag meine Oma über den Weg gelaufen bin. Wie ich an diesen Tag die Sonne verabscheut habe, dass sie an diesen grässlichen Tag so freudig strahlte. Natürlich ist das alles nicht vergleichbar. Ich musste noch nie ein Fötus abtreiben, aber als ich diese Anti-Babypille schluckte, wusste ich genau, wenn ich das nicht gemacht hätte, hätte sich etwas in meinem Körper verändern können. Und auch, wenn das sehr hochgegriffen ist, habe ich mich trotzdem gefühlt wie eine Mörderin. Als wäre in meinem Bauch schon ein Lebewesen, was ich natürlich nicht ganz genau wusste. Aber die Tage über nachdem mich ein Wolf mich für Sex benutzte, ging es mir so schlecht, so kotzübel. Für mich war es so, als wäre da was, was nicht da sein durfte. Die Erinnerungen an den Wolf und das Gefühl Schwanger zu sein, hat mich in die Tiefe gezogen. Selbst viele Jahre nachdem das alles passiert ist, fühle ich mich schuldig. Das Kind, was daraus entstanden wäre, würde jetzt in den Kindergarten und würde vielleicht gerade lernen, wie es seinen Namen schreibt und man ein Herz malt. Vielleicht würde mir das Kind sehr viele Bilder mit Herzen malen und mir es mit strahlenden Augen schenken. Und ich würde es dann in den Arm nehmen und vielleicht eine Verbundenheit zwischen uns fühlen. Doch vielleicht wäre auch alles ganz anders geworden. Vielleicht hätte ich das Kind keine richtige Liebe schenken können, weil es durch ungewollten Sex entstanden wurde.
All diese Gedanken bringen mich um den Verstand. Was wäre wenn, was wäre wenn….  
Nun sitze in meinem Bett und weiß nicht was ich machen soll, wenn dieses schuldige Gefühl nicht bald verschwindet. 



Und der Scheiß, den wir leben, hinterlässt bleibende Schäden






Diese Tage 
haben 
meinen Körper 
und 
mein inneres 
kaputt gemacht. 
Am Wochenende 
habe ich 
getrunken 
und getrunken. 
Ich suchte Halt 
und fand sie 
im Alkohol, 
wie schon so oft. 
Ich wollte darauf 
vorbereitet sein
nichts zu fühlen, 
wenn der Tag der Tage kommt. 
Doch der Tag kam so schnell
und ich schluckte 
viel zu viele Abführtabletten
mit Alkohol, 
damit mein Körper, 
wenigstens nicht 
zunimmt, 
was mich zusätzlich noch 
verrückter gemacht hätte. 
Meine Mutter packte 
ihre Sachen 
und in unserem Haus
wurde 
es 
immer
leerer
und trauriger. 
Der Abschied 
von meinem Hund
habe ich so lange hinaus gezögert, 
doch da ich abhauen wollte, 
bevor meine Mutter ihre restlichen Sachen 
abholte,
musste der Moment kommen. 
Die Tränen flossen
und flossen. 
Der Schmerz stich 
auf mich ein. 
Immer und immer wieder.
Ich umarmte und streichelte ihn
bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. 
Ich nahm meine Tasche und ging, 
um endlich
aus diesem Haus, 
wo die Traurigkeit 
wohnt
raus zu sein.
Ich rauchte 
in Minutentakt
und 
ich 
versuchte ständig
meine Tränen 
runterzuschlucken. 
Ausgerechnet heute 
liefen so viele Hunde  
an mir vorbei, 
als wollte mir die Welt,
ständig
eine Ohrfeige verpassen. 
Als ich endlich bei M.
angekommen war, 
versuchte er gleich 
mich auf andere Gedanken 
zu bringen. 
Er baute ein Joint, 
fragte mich wie der Abschied lief, 
aber als ich nur mit
"Es war richtig scheiße"
antwortete,
merkte er gleich, 
dass ich darüber nicht 
reden 
wollte.
Er reichte mir den Joint
und nahm mich in den Arm. 
So verweilten wir Stunden.
In der einen Hand
mein Bier, 
in der anderen M.'s Hand. 
Und wie so oft merke ich,
dass ich den Halt 
nicht nur 
im Alkohol finde, 
sondern auch bei ihm. 
Doch auch jede Sicherheit 
hat 
ein Ende. 
Als ich wieder zuhause war
und mein Papa noch mit mir 
ein Bier trinken 
und reden wollte,
ließ ich den stehen, 
da ich merkte 
wie schrecklich traurig 
unserer Wohnzimmer 
aussieht,
ohne das Körpchen
von Dario. 
Und ohnehin 
ließ mich die Übelkeit 
und die Traurigkeit nicht los. 
Ich wollte alleine sein,
um mich zu sammeln, 
doch als ich im Bett lag,
weinte 
und weinte ich. 
Meine Mutter hat mir
so vieles 
genommen, 
aber das schlimmste 
kam erst jetzt. 
Eigentlich 
sollte ich mich
freuen, 
dass meine Mutter 
endlich ausgezogen ist,
doch ich fühle 
mich einfach 
unendlich traurig.
Es scheint so, 
als würde mich 
die Traurigkeit
auffressen wollen,
bis nichts mehr 
von mir 
übrig ist. 
Mein Hund 
war mein Alltagsheld.
Mein Stück Heimat. 
Jetzt fehlt etwas 
von meiner Heimat. 
Da wo das Gefühl war,
ist jetzt tote Asche, 
an der ich mich verbrenne,
wenn ich daran denke.
Und ich frage mich,
wie ich jemals 
an einen Hund 
vorbei laufen kann,
ohne das Gefühl zu haben,
 plötzlich
Bäche voller Tränen 
weinen zu müssen. 
Du fehlst mir so.





 

Not drunk enough to say I love you





Ein Gefühl 
von 
hilfloser Angst 
erreicht 
mein inneres 
und 
ich 
schlucke 
panisch 
zwei Tavor Tabletten. 
Als ich bei M. ankomme,
trinken wir noch ein Bier 
und dann holt uns schon 
sein bester Freund ab. 
Ein Glück hat 
sich mein inneres 
etwas beruhigt 
und ich kann 
auf der Rückbank
das letzte Stück Panik 
versuchen 
runter zu schlucken. 
Auf der Halloweenparty angekommen 
begrüßt mich die Freundin 
von M.'s besten Freund 
sehr herzlich, 
als sie sieht, 
dass ich ein Casper Shirt trage. 
Wir kommen gleich ins Gespräch
und die Angst, 
dass die Menschen hier 
mich nicht mögen 
verschwindet so langsam. 
Immer mehrere Leute 
treffen ein 
und der Alkohol 
wird rausgeholt. 
Ein paar Flaschen Bier hier,
ein Wodka da
und viele Jägermeister Gläser 
später
und meine Gedanken 
hören
auf 
so laut 
zu existieren.
M. weicht
 ab und zu 
von meiner Seite, 
aber er kommt immer wieder
zu mir zurück,
nimmt mein Hand
und fragt ständig, 
ob ich mich hier
denn wohlfühle.
Er rutscht mit dem Stuhl
näher an mich heran
und küsst mich, 
selbst als Personen 
im Raum sind.
All die Angst, 
dass er sich 
vor seinen Freunden
mir gegenüber 
wie ein Arsch 
verhält, 
hat nicht eingetreten 
und dafür hätte 
ich 
ihn 
nur
noch 
öfter küssen 
können.
Wir teilen uns ein Bier 
und schauen 
uns das erste Mal
Bierpong an. 
Als wir dann 
dran sind mit spielen, 
versagen wir nahtlos.
Wenn M. 
mit seinen Freunden 
draußen trinkt und raucht,
sitze ich in der gemütlichen Runde 
mit ein paar Mädchen 
und einen Jungen. 
Wir spielen das Spiel 
"Ich habe noch nie" 
und erzählen uns
Geschichten
aus unserem Leben. 
Wenn welche mich 
auf 
meinen Freund
ansprechen,
fühlt sich das 
so ungewohnt an, 
da ich nur wenigen Leuten
erzählt habe, 
dass er und ich 
ein Paar sind.
Aber auf einer Seite 
fühlt sich das so angenehm an.
Endlich werden 
er und ich
nicht als
Einzelpersonen gesehen, 
sondern als zwei Menschen, 
die miteinander verbunden sind. 
Und genau das wollte ich
tief in mir drin. 
Ich möchte nicht ständig 
verschweigen, 
dass wir zusammen sind. 
Ich will in der Öffentlichkeit 
mich trauen seine Hand zu nehmen, 
ohne daran zu denken, 
dass er das vielleicht nicht will, 
weil er verschweigen möchte, 
dass wir mehr 
als nur 
gute Freunde sind.
Als der Himmel hell wird, 
bestellen wir uns ein Taxi. 
Noch voller Euphorie 
des Alkohol 
beschließen wir 
uns nicht mehr schlafen zu legen, 
machen uns ein Film an
und trinken Kaffee. 
Er zieht mich 
noch näher
zu sich hin
und ich 
merke 
seit langen 
endlich wieder, 
dass die Nähe 
zu ihm 
doch nicht so bedrohlich ist, 
wie mein Kopf es sich 
immer zusammen spinnt. 
Mit jedem weiteren Kuss,
spüre ich meine Gefühle 
zu ihm 
stärker.
Es ist so als würden 
sie 
in einen heißen Topf 
bald überkochen
und dann würde mir plötzlich 
raus rutschen
wie viel er mir doch bedeutet.
Eine Frage stellt sich da, 
wäre das denn so schlimm?
Ja,nein,vielleicht?





The more I thought, the more I felt like crying





Ich kann mein Leben 
gerade nicht in Worte fassen. 
All diese Tage
 ziehen an mir vorbei, 
als wären sie nie dagewesen.
 Jedes weitere Gefühl,
 welches meine Sinne fesselt,
 ist nur ein Tropfen auf den heißem Stein. 
So oft möchte ich 
einfach weinen 
und in Ruhe gelassen werden, 
doch dafür habe ich keine Zeit.
 Ich hetze 
von einer Aufgabe 
in die nächste 
und dabei 
bleibe ich selbst 
auf der Strecke.
 Ich sehne mich an einem Tag, 
wo die Angst zuhause bleibt, 
doch stündlich erreicht sie mich 
und ich weiß 
immer noch nicht 
wie ich mit diesem Gefühl 
umgehen soll. 
Selbst wenn ich bei M. bin, 
lässt sie mich nicht in Ruhe.
Sie schrenkt 
so sehr 
mein Handeln
ein, 
dass ich oftmals 
anfange zu dissoziieren
und für Minuten 
nicht mehr bei mir bin. 
 Auch im Traum
 erreicht 
die Angst mich
 und 
ich wache völlig panisch auf 
und traue mich nicht
 wieder einzuschlafen.
 Lauter Nachrichtenberichte 
machen das alles nicht leichter. 
Vergewaltigung hier, Missbrauch da.
Wenn allein nur dieses Thema 
angeschnitten wird, 
fühlt es sich so an, 
als müsste ich mich übergeben. 
Die ganze Nahrung 
in meinem Bauch
plus dieses Thema 
ist 
keine gute Kombi. 
Wie soll da meine Seele 
Frieden von dem Missbrauch finden? 
Wie soll ich 
ohne verschiedensten Substanzen
 mich davon beruhigen?
 Ich weiß nur, 
dass mein Herz
 ständig 
zerbrochen 
in meinem Bett liegt, 
weil der Schmerz 
von den Erinnerungen 
zu überwältigend ist. 
Ich würde gerne aufhören 
darüber nachzudenken,
 aber die Welt gibt mir ständig Impulse daran
 und ich bin wieder am Anfang. 
Wie soll ich das je hinkriegen
 ohne Angst anderen Menschen zu begegnen? 
Wie kann mein Trauma
 in Frieden ruhen, 
ohne das die Wunde ständig wieder neu aufgerissen wird? 
 Alles vergeht, 
nur dieses Gefühl,
dass mich das Trauma 
lebensunfähig
macht,
nicht.






Gespräche werden welk, denn jedes Wort macht verwundbar






Ich höre ein komisches Geräusch 
aus dem Wohnzimmer.
Ich schalte 
mein Video aus
und versuche
zu entziffern,
was sich unten 
bei meinen Eltern
abspielt. 
Ich höre 
meine Mutter 
weinen. 
Mein erster Gedanke
war so fies, 
dass ich mich
gar nicht traue
ihn
auszusprechen. 
Auch wenn es hart klingt,
ich empfinde 
kein Mitgefühl mehr,
wenn es um 
meine Mutter,
diese Frau 
geht. 
Ich verstehe 
kein Wort, 
da meine Mutter 
so stark weint. 
Ich stelle mich 
an die Treppe,
um 
genaueres 
mitzukriegen. 
Da ich immer noch nichts
verstehe, 
was unten vor sich geht, 
warte ich ab
bis es ruhiger wird. 
Mit meinen Kippen 
bewaffnet 
traue 
ich 
mich 
nach unten 
zu gehen. 
 Ich sehe 
die verweinten Augen
von dieser Frau 
und deswegen 
vermeide 
ich 
jeden Augenkontakt 
mit ihr. 
Erst als 
sie aufs Klo 
geht,
komme ich dazu 
mit meinem Papa 
zu reden. 
"Sie hat mir gerade erzählt, 
dass sie Mitte November 
endlich ausziehen will 
und das hat sie wohl etwas traurig
gemacht."
Soll sie doch deswegen weinen. 
Sie war die,
die unsere Familie 
nicht mehr wollte. 
Sie hat sich gegen uns 
entschieden,
weswegen soll 
ich 
sie 
in den Arm nehmen 
und ihr Mut zu sprechen?
"Das war noch nicht alles.
 Sie möchte Dario wirklich mitnehmen. 
Das hat sie nochmal betont."
Ich spüre wie meine Beine
wackelig werden 
und 
plötzlich 
fange ich an zu weinen.
Mein Papa nimmt mich in den Arm.
"N. sei bitte nicht so traurig. 
Das heißt noch gar nichts. 
Wir haben uns da noch nicht geeinigt."Doch diese Worte bringen 
mein trauriges etwas nichts. 
Ich fange noch stärker an zu weinen. 
"Sie meinte, 
dass wir es doch so regeln könnten, 
dass sie Dario unter der Woche bekommt
und wir ihn dann am Wochenende."
Das kann sie doch nicht ernst meinen?
Das würde ihn noch mehr verwirren.
Er ist doch nicht ein kleines Kind, 
was sie hin und her schieben kann.
Mit dieser Aussage
kommt die Wut dazu 
und ich habe 
das Bedürfnis 
so stark gegen die Wand 
zu schlagen 
bis ich kraftlos 
am Boden bin. 
"Mach dir da bitte
nicht so ein Kopf.
Es ist noch nichts entschieden."
Mit diesen Worten verabschiedet 
er sich nach oben. 
Ich gehe raus 
um zu rauchen.
Meine Hände 
zittern vor Wut. 
Ich drücke 
immer stärker 
die Kippe 
auf meinem Arm aus. 
Doch dieser kleine Schmerz 
lengt mich nicht vom weinen ab. 
Als ich meine zweite Kippe 
zuende geraucht habe,
setze ich mich noch 
zu meinem Hund 
und als er mich so müde
und treu 
anschaut 
spüre ich noch 
viel stärker 
die Wut, 
die Traurigkeit 
und die Angst 
ohne ihn zu sein. 
Plötzlich spüre ich 
eine Hand 
auf meinem Rücken.
Ich höre meine Mutter 
reden 
und ich schlucke 
und schlucke 
all diese Welle 
dieser hässlichen Gefühle
runter,
um sie nicht 
lauthals anzuschreien. 
Als sie merkt,
dass ich auf keines 
ihrer 
bescheuerten
Worte
reagiere
geht sie raus 
eine rauchen. 
Ich gebe
Dario
 ein verheulten Kuss
auf seinen Kopf 
und verschwinde 
in mein Zimmer.
Meine Gedanken 
drehen sich so schnell,
dass mir schlecht wird. 
Wie kann sie es wagen 
noch solche 
Ansprüche zu stellen?
Hat sie nicht schon genug kaputt gemacht?
Warum schafft sie es
 immer 
und immer wieder
mir solche Gefühle 
zu geben?
Die Wut 
mischt 
sich 
mit 
Hass,
obwohl ich noch nie 
ein Mensch war,
der andere Menschen gehasst hat.
Aber ich kann nicht anders.
All der Hass 
schlägt 
in meiner Brust. 
Ich wünschte, 
sie würde endlich merken,
wie sehr sie mich doch wütend macht. 
Ich will sie nicht hassen,
doch die Umstände 
haben sich so schnell 
geändert. 
Nun wird der Rosenkrieg beginnen 
und ich stehe ängstlich dazwischen,
werfe mir Tavor 
und andere Drogen ein
um diese ganzen 
schmerzlichen Gefühle 
zu verdrängen. 
Doch die Gefühle 
kommen 
immer 
zurück.
Ich verachte 
Gefühle, 
aber nicht so sehr 
wie diese Frau, 
"meine" Mutter.



Und ich habe kein Bock auf den Scheiß der nichts bringt. Ich habe eigentlich nur Lust mit dir Zeit zu verbringen


 


Das Wochenende 
war mit den schönsten Momenten geschmückt. 
Obwohl du sehr spät
Freitagabend nachhause gekommen bist, 
möchtest du mich schon sehen. 
Kurz nachdem ich bei dir angekommen bin, 
deckst du mich schon mit der Panda Decke zu, 
da du merkst wie ich doch friere. 
Du erzählst mir Sachen
 von deiner Arbeit 
und ich brauche nicht mal so tun,
 als ob es mich interessiert, 
 denn es interessiert mich wirklich.
 Unsere Gespräche werden immer kurioser
 und der Satz von dir,
 wir haben uns echt viel zu erzählen, 
 bereichert mein Herz. 
Uns geht nie der Gesprächsstoff aus
 und selbst wenn wir oft über Zeiten reden, 
die wir miteinander geteilt haben, 
ist das mehr als schön. 
Du vergisst unsere Momente nicht,
 so wie ich. 
Du hast ein warmes Herz. 
Du hast mir die Tür zu deinem Herzen
nur für mich aufgemacht 
und ich durfte mich darin gemütlich machen. 
Deine Wärme schenkt mir ein Gefühl von Sicherheit. 
Wir schlafen Arm in Arm auf dem Sofa ein 
und selbst als ich bemerke
 wie spät es schon ist 
möchte ich nicht gehen.
 Mit traurigen Herzen verlasse ich deine Wohnung,
 um auf den nachhause Weg 
nur noch mehr Gedanken über dich zu machen. 
Da ich morgen früh zu meiner Schwester fahre
 schlafe ich höchstens eine Stunde. 
Die ganze Zeit im Zug am nächsten Morgen 
wünsche ich mir, 
dass du mit mir zu meiner Schwester fährst. 
Das wir endlich was als Paar machen
 und der Außenwelt zeigen, 
wie gut wir doch zusammen harmonieren.
 Dann müsste ich Tavor nicht in meinem Beutel haben. 
Dann wärst du meine beruhigende Tavor Tablette, 
die mir hilft die Angstattacken fort zu schieben. 
Doch ich bin alleine 
und atme erst die Panik wieder aus,
als ich mit meiner Schwester
 zum Tätowierer gehe
 und wir uns ein Termin für den Tag geben lassen.
 Nachdem wir in der Wohnung meiner Schwester waren,
wo wir zu alter 2000ner Musik
getanzt und geredet haben, 
kommt ihr Freund dazu
und
 zusammen
 gehen zu unserem Termin. 
Ich sehe wieder
 wie die beiden als Paar so gut zusammen passen
 und ich frage mich ob das andere 
bei M. und mir auch denken würden. 
Ich werde zu erst tätowiert und
 das lässt mein Herz höher schlagen. 
Endlich kann ich diese Zeilen auf meinem Körper verewigen
und keiner kann mir das ausreden, 
da es meine Entscheidung 
und mein Körper ist.
Der Tätowierer ist so nett
deswegen verdränge ich
schnell
 wie unangenehm
 mir das eigentlich ist 
in kurzer Hose,
breit beinig vor ihm zu sitzen.
Diese Situation holt so viele Erinnerungen hervor. 
Und das schlimmste ist, 
dass diese Momente
in Scham und in Angst 
gekleidet sind. 
 Nach 1 1/2 Stunden sind wir fertig 
und mein fetter Oberschenkel
 sieht dank dem Tattoo
 nicht mehr ganz so abstoßend aus. 
Als meiner Schwester 
dann auch ihr Tattoo gestochen bekommen hat,
 gehen wir noch ein Bier trinken. 
Der erste Schluck Bier
 schmeckt so gut
 wie schon lange nicht mehr,
 aber ich merke wie meine Schwester immer trauriger wird.
 Ihre Augen sind in voller Traurigkeit getränkt. 
Ich spüre wie die Traurigkeit 
zu mir wandert, 
aber ich trinke und trinke
 um dieses Gefühl nicht allzu stark
spüren zu müssen.
 Als wir dann am Bahnhof waren, 
wo schon mein Zug am Bahngleis stand, 
sagte meine Schwester: 
"Ich möchte nicht das du gehst." ,und nimmt mich in den Arm.
 Dann kam noch ihr Freund dazu 
und wir machten eine Gruppenumarmung. 
So eine gute und liebe Beziehung
zu meiner Schwester 
hatte ich seit Jahren 
nicht mehr. 
Nie war sie so gut wie jetzt. 
Wir sind endlich wieder Schwestern
und nicht nur zwei Fremde, 
die verwandt miteinander sind
und die gleichen Eltern haben.
Als mein Zug los fuhr, 
winkten sie mir zum Abschied 
und ich lehnte mich zurück, 
aber ich kann mich nicht entspannen. 
Hier sind viel zu viele Leute um mich.
 Viel zu viele Kerle. 
Ich muss ständig wachsam sein. 
Mir darf nicht nochmal was passieren. Nicht sowas wieder. Nicht jetzt. Nicht hier. 
Als ich dann mein Bier auspacke 
und sehe
wie der Himmel sich pink färbt,
spüre ich wie ich ein Stück loslassen kann. 
Der pinke Himmel ist der perfekte Abschluss
 dieser beiden Tage.
Da ich niemals wirklich einsam bin, 
weil ich in der einen Hand die Angst 
und in der anderen Hand die Panik habe, 
versuche ich mit den beiden den Anblick zu genießen. 
Und es klappt ein Stück. 
Mein Wundermittel verhilft mir schöne Gedanken
und mein Atem wird ruhiger.
Ich wünschte nur diese schönen Tage würden nie vergehen.
 Doch da am Sonntag 
meine Mutter 
wieder kommt weiß ich das, 
dass Grauen nicht mehr weit von mir entfernt ist. 
Doch so lange ich noch Zeit habe
 die Stille nur mit meiner Musik zu vermischen, 
kann ich für einen kurzem Moment im Hier und Jetzt leben,
 bis die harte Realität mir ein Strich durch die Rechnung
und der Alltag
mich kraftlos und müde macht.




My heart is a empty room






Ich halte ein kleinen Jungen fest im Arm. 
Für ein Moment
 bleibt die Welt kurz stehen.
Ich kuschel mich an ihn
 und er sich an mich 
und für einen kleinen Moment
 ist es in der lauten
 Kindergarten Welt kurz still.
 Am Anfang hat der Junge immer geweint,
 als ich auf ihm zugekommen bin. 
Das fühlte sich schrecklich an. 
Ich möchte doch nur von allen
 gemocht werden,
auch wenn das rational 
überhaupt keinen Sinn ergibt,
da es immer Menschen gibt,
die einen nicht mögen.
Deswegen war ich leicht verzweifelt,
 aber da die Erzieherinnen meinten, 
dass er immer 
 skeptisch 
bei fremden Leuten ist, 
gab ich ihm einfach Zeit. 
Ab den zweiten Tag 
kam er immer zu mir, 
wenn er was hatte 
oder wenn er kuscheln wollte. 
Und wenn ich ihn im Arm halte 
lohnt sich all das frühe aufstehen,
 das kämpfen mit dem Frühstück
 und das Geschrei der Kinder.
 Ich will nicht sagen,
 dass ich hier richtig bin,
 aber für den Moment 
und für dieses Jahr 
ist es vollkommen okay.
 Ich arbeite gern in dieser Kindertagesstätte,
 auch wenn das auf langer Sicht nicht das ist, 
was ich machen möchte. 
Ich halte für einen Moment inne 
und bin so dankbar arbeiten zu können. 
Wenn ich ständig zuhause geblieben wäre,
 wäre noch irgendwas passiert. 
Sei es mit dem Hungern 
oder mit den ganzen Drogen. 
Auch wenn ich die Welt nüchtern immer noch kaum ertrage
 und meine Angst stetig wächst, 
weiß ich das ich atmen muss, 
auch wenn ich es verabscheue. 




You made me laugh when I thought I couldn’t anymore








Mit zitternden Stimme 
melde ich mich 
am Telefon. 
"Sie haben den Anerkennungsplatz."
Ich kann mich nicht zusammen reißen. 
Ich fange an zu jubeln 
und die Erzieherin 
an der anderen Leitung sagt:
"Oh man, es freut mich richtig, 
dass du jetzt bei uns arbeitest."
Sie freut sich mit mir 
und das fühlt sich gut an. 
Ich melde mich als 
allererstes bei M.,
da ich ihn versprochen habe, 
dass er der erste ist 
der Bescheid bekommt 
ob ich den Platz 
nun habe
oder nicht. 
Dann ruft mein Papa 
mich an 
und ich höre 
seine freudige Stimme. 
"Endlich passiert dieses Jahr mal was gutes."
Ich gehe mit Dario
und koche ein Auflauf
für meinem Papa. 
Ich habe so viele positive Energie 
in meinen Venen, 
dass ich all meinen Mitmenschen, 
was davon zurück geben möchte. 
Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, 
selbst als Stunden
nach dem Telefonat 
vergangen ist. 
Ich habe jetzt wirklich einen Job.
Ich verdiene mein eigenes Geld
und muss nicht Tag ein
Tag aus
den ganzen Tag 
mit meiner Mutter verbringen, 
die meine Wut 
ständig 
aufs neue  
hervor holt.
Um das alles ein wenig zu feiern 
gehe ich zu M. 
Er hat schon Bier kalt gestellt 
und ein Jonit liegt 
schon auf dem Tisch. 
Mit niemanden anderen 
möchte 
ich 
diesen Tag verbringen. 
Schöner könnte ein Tag 
für mich
im Moment nicht sein,
wenn ich ihn mit ihm verbringe.
 Ich spüre 
stetig 
dieses Kribbeln, 
wenn er mich berührt. 
Das alles zwischen uns 
ist 
so 
vertraut,
was ein schönes Gefühl ist.
Bei der Verabschiedung
umarmt er mich sehr lange
und ich wünschte, 
ich könnte bei dir bleiben. 
"Pass bitte auf dem Nachhauseweg auf dich auf."
Als ich zuhause angekommen bin 
erwartet mein Papa mich schon strahlend
und ich habe Angst,
dass er das Gras riecht.
Doch er ist so voller Euphorie, 
dass er rein gar nichts merkt. 
Mein Glück. 
Wir stoßen mit Sekt an
und ich spüre 
wie dankbar  
ich bin,
dass ich
 zwei so wundervoller Männer
an meiner Seite habe. 
Mein Papa 
unterstützt 
mich 
bei allem,
selbst bei Sachen, 
die er nicht versteht. 
Und M. 
zeigt mir 
seine warmen Gefühle
und schenkt mir einen sicheren Ort. 
Auch wenn die Dunkelheit 
nie weit von mir 
entfernt
ist,
versuche 
ich 
dieses Gefühl
so lange 
wie möglich
in meinem Herzen 
zu lassen
und
zu genießen.
Auch wenn es nur für einen Tag ist.


 

I can't remenber who I am. I feel like disappearing







Ich vergifte meinen Körper
mit all den Subtanzen, 
die ich in meinen Zimmer 
versteckt habe. 
All der Alkohol,
der mein bester Freund, 
mein ewiger Helfer in der Not, 
aber auch der Feind ist, 
der mir Geld aus der Tasche zieht 
und mich aufgequollen aussieht. 
All die chemischen Drogen, 
die ich nehme, 
wenn ich auf den Alkohol verzichten möchte. 
Die chemischen Drogen
geben mir einen anderen Sicht 
auf mein dunkles etwas, 
was mein Leben ist. 
Doch die Nebenwirkungen 
lassen nicht auf sich warten 
und wenn ich gerade runterkomme
sehne mich 
nach einer Person, 
die mich ganz fest hält. 
Meistens kommst du mir 
in den Sinn, 
obwohl M. an meiner Seite ist. 
Das hasse ich. 
Wahrscheinlich sehne ich mich 
nach dir, 
weil nur du die Person bist, 
die sich mit diesen Drogen auskennt
und genau weiß,
was man mir in diesen Moment sagen könnte. 
Doch ich weiß , 
dass wir uns nie wiedersehen werden 
und das okay, 
da ich keinen Platz mehr in deinen Leben habe
und das ist auch verständlich 
nach den ganzen Schmerz
mit den wir uns auseinander setzen mussten. 
Dann gibt es noch das endliche Gras,
welches ich rauche, 
wenn ich bei M. bin. 
Auch wenn Gras für viele 
keine "echte Droge" ist, 
merke ich die Wirkung 
oftmals viel zu sehr. 
Ich zucke mit den Augen
und das zittern hört gar nicht auf.
Die Schmerztabletten,
die ich schlucke wie Bonbons,
da mir der Unfall
nicht nur psychische Schmerzen
sondern
auch körperliche Schmerzen
vor die Füße geworfen hat. 
Und dann gibt es noch dieses Zeug, 
welches ich eigentlich nie mehr nehmen wollte,
weil ich genau weiß, 
dass ich damit mein Magen zerstöre
auf langer Sicht. 
Doch ich las nur 
Abführmttel 
und dann waren schon 
drei Packungen 
in meinen Warenkorb. 
Nach dem ersten einnehmen 
von mehr als 10 Tabletten 
merke ich 
wie mein Körper 
mich dafür verabscheut. 
Und alles nur, 
weil ich diesen 
Körper,
den ich in Spiegel sehe, 
nicht mehr sehen möchte. 
Auf meine Schlaftabletten
und Tavor 
kann ich nicht verzichten. 
Ich klammere mich 
an Tavor,
weil diese Angstzustände
mich gefangen halten
und ich selbst,
wenn ich in meinem Bett,
was für mich eigentlich
der sicherste Platz der Welt ist,
Panik bekomme,
wenn ich nachts 
ein Geräusch höre,
welches mir nicht vertraut ist
und ich dann stundenlang 
wie erstarrt in meinem Bett liege
und nur noch darauf warte 
bis irgendeiner in mein Zimmer kommt
und irgendwas mit mir macht, 
was ich nicht ertrage.
Ich bin mal wieder ein kleines Kind, 
die sich in Angst kleidet
und eigentlich nur Sicherheit brauch. 
Doch dieses Jahr 
hat 
mir
die 
Sicherheit 
gestohlen 
und
ich bin zu kraftlos
um 
sie
zu 
suchen.
Ich habe Angst.
Ich habe Panik. 
Den ganzen Tag. 
Ich vergifte meinen Körper,
weil nicht mehr weiß 
was richtig oder falsch ist. 
Ich weiß gar nichts mehr, 
außer das ich mich nicht mehr sicher fühle
und das ich ständig 
Enttäuschungen, 
Schmerz, 
Angst 
und Panik 
schlucken muss,
um meinen Mitmenschen 
nicht
 an meinen Innenleben 
teilhaben 
zu lassen. 
Selbstfürsorge
 ist 
so 
ein 
großes 
Wort, 
was ich verstehe
aber an mir selbst 
nicht 
anwenden kann, 
da ich nicht mehr weiß 
wie es ist
wenn man sich selbst 
akzeptiert
oder gar liebt. 
Ich bin nicht mehr die,
die ich vor diesem Jahr war
und das macht mir 
zusätzlich noch Angst
doch ich kann das nicht steuern. 
Ich habe mich zu einen Menschen
verändert, 
den ich nicht mehr wieder erkenne, 
deswegen schlucke ich mehr Pillen,
als Nahrung. 
Deswegen möchte ich nicht mehr 
vor die Tür gehen 
um das Grauen 
in meinen Leben
so klein wie möglich 
zu halten.