Man versucht uns immer wieder einzureden, dass es noch möglich wär, hier frei zu leben









Weihnachten ist getränkt in Alkohol. 
Meine Großeltern kommen an Heiligabend 
und ich verziehe mich immer wieder 
in die Küche 
und 
trinke die Sektflasche 
 alleine aus. 
Ihre Anwesenheit
 ist nüchtern einfach nicht zu ertragen. 
In Gedanken denke ich immerzu, 
dass wenn alles geklappt hätte,
ich jetzt tot gewesen wäre.
Ein mulmiges Gefühl steigt auf.
Bist du froh das du noch am leben bist?
Wenn ich genau daüber nachdenke;
nein. 
 Weihnachten ist getränkt 
mit den Tränen 
meiner labilen Schwester. 
Ganz plötzlich fängt sie an zu weinen 
und ich steh völlig benebelt daneben
und schaffe es nicht mal sie in den Arm zu nehmen.
Ihre Tränen fließen viel zu schnell 
und all meine Worte 
schwimmen im Alkohol umher 
so das ich nichts sagen könnte
was sie beruhigen würde.
Der erste Weihnachtstag 
ist getränkt 
in den
wütenden Worte 
von meinen Opa. 
"Wärt ihr doch lieber zuhause geblieben."
Wir passen nicht hier hin. 
Er verflucht uns mit jeder Faser seines Körpers. 
Nur weil wir nicht so sind 
wie er uns haben möchte.
Wir sind viel zu krank
so das er uns mögen könnte.
"N. möchtest du ein Stück Kuchen?
Deine Schwester isst doch auch was mit."
Ich gucke beschämt nach unten 
und verfluche ihn dafür. 
Ich stehe von Kaffee und Kuchentisch auf
und verziehe mich in die dritte Etage. 
In das Missbrauchzimmer.
Ich verfluche mich dafür 
doch die Selbstzerstörung lenkt mich dorthin.
Ich schlage dort gegen die Wände
und trete gegen das Sofa. 
Doch ich spüre kein Schmerz. 
Nur der Ekel,
der jedes Körperteil von mir belagert.
  Die Bilder von meinem Kindheitswolf
hängen hier überall rum 
und ich möchte sie auf dem Boden werfen 
und drauf treten. 
Ich will sein Gesicht nie wieder sehen.
Alles in mir fühlt sich an 
als wäre ich tot. 
Hier wurde mir all meine Lebensfreude
und
all mein Gefühl von Lebendigkeit  
genommen.
Ich bin nichts weiter als ein Geist, 
der durch das Leben schwebt. 
Ich bin nie wirlich da.
Nie wirklich hier. 
Die Nacht beende ich mit 
blutigen Armen. 
Nicht mal mehr ein tiefer Schnitt 
schmerzt mehr.
Alles in mir tot. 
Kann ich wieder zum leben erweckt werden?
Ich glaube nicht.
 





 

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