Hungerfahrt statt Studienfahrt








Trauige Zeiten
trauiges ich. 
Die ständigen Fragen 
"Warum isst du nichts"
und meine ständige Antworten
"Ich habe kein Hunger"
lassen mich müde stimmen. 
Ständige Sätze 
wie 
"Unter Stress habe nie Appetit"
hängen mir zum Halse raus.
Sätze wie 
"Kein Wunder das du so dünn bist, 
wenn du so gut wie nichts isst"
kann ich einfach kein Glauben schenken, 
wenn ich an mir runtergucken 
und alle Fehler von mir aufleuchten.
  Ich fühle mich so außen vor, 
wenn Menschen darüber reden, 
was sie gerne essen. 
Ich bin ein Alien
unter den Menschen,
die am Mittagstisch sitzen 
und essen können 
ohne darüber nachzudenken 
was die Nahrung 
mit ihren Körper macht. 
Nüchtern neben meine Klassenkameraden 
zu sitzen 
und zu essen 
macht mir so Angst.
Wenn es um Nahrung geht
verhalte ich mich zwanghaft.
Ich esse jeden Tag das gleiche
und um die genau die gleiche Uhrzeit
und jetzt muss ich mich neu sortieren
und das macht mich wahnsinnig
und verdammt unsicher.
Die Angst steigt
bis ich
nichts anderes spüre
außer dieses Gefühl.
Ich fange an zu zittern 
und meine Kopfschmerzen 
hören einfach nicht 
mein Hirn zu belagern.
Ein Mädchen schaut mich immer wieder an. 
Ich hab angst das ich aufgeflogen bin. 
Das doch Essstörung auf meiner Stirn steht. 
Ich beeile mich so schnell wie es nur geht. 
Ich verlasse den Esstisch 
und rauche zwei Kippen nacheinander. 
Ich kann das einfach nicht. 
Ich kann nicht meine Essstörung loslassen.
Ich kann einfach nicht so tun 
als wäre alles okay 
und mehrere Mahlzeiten 
am Tag
essen.
Ich kann das nicht.
Ich kann das alles nicht mehr. 
Ich will weg
nur weg
Am liebsten ganz weit weg von meinen Gedanken 
und meinen Körper.
Ich will ihn einfach nicht mehr haben. 




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