will i ever have my shit together







Ich halte die Therapiepuppe,
 was mein 
altes kleines ich 
darstellen soll,
so fest 
in meinem Armen.
Und flüstere 
ihr 
immer
die 
gleichen 
Worte 
zu.
Dir passiert bei mir nichts.
Ich passe auf dich auf. 
Niemand kann dir mehr wehtun. 
Du hast mich, 
was zwar nicht viel ist
aber zumindest etwas.
Dein Kindheitswolf fasst dich nie wieder an. 
Versprochen. 
Und als ich diese Worte sagte
hatte ich das Gefühl laut weinen zu müssen, 
aber so weit bin ich noch nicht.  
Ich vertraue meiner Therapeutin 
zwar sehr 
aber vor anderen weinen fällt mir 
einfach so sehr, 
viel zu schwer.
Ich unterdrücke meine Tränen 
und rede weiter über meine Kindheit, 
die so voller Schmerz und Ekel war. 
Das Gefühl ist unbeschreiblich, 
wenn jemand der 
eigentlich mit dir spielen  
oder einfach mit dir Zeit verbringen 
sollte 
so etwas mit dir anstellt. 
Ich fühle mich
wie ein gebranntes Kind
Ich glaube dieses Gefühl 
wird 
sich niemals mehr legen 
aber ich versuche 
daran 
zu arbeiten. 
Ich weiß nicht ob ich auf den guten Weg bin 
aber ich versuche alles mögliche. 
Und das wichtigste ist einfach 
das ich darüber endlich reden kann. 
Es bringt mir viel
auch wenn mein Verhalten 
was anders sagt. 
Auch wenn ich weiterhin 
hungern muss 
um mein missbrauchter Körper 
verschwinden 
zu lassen.
Auch wenn meine Eltern
mir immer wieder vorhalten,
dass ich mal wieder mein Essverhalten
verändert habe.
Auch wenn weiterhin 
trinke 
wie 
ein Loch
um 
mich, 
meine Körper
und meine Gedanken 
zu ertränken.
Auch wenn ich weiterhin 
mich schneide,
gegen Wände schlage
oder mich an der Zigarette 
verbrenne
um 
den seelischen Schmerz 
auf was anders 
zu lenken, 
da ich sonst 
komplett 
durchdrehe.
Auch wenn oftmals 
viel zu viel Tavor schlucke
um meine Angst vor Männer 
im Keim zu ersticken. 
Auch wenn ich tagelang 
nicht rausgehen kann 
und ich viel zu kraftlos bin 
um ein paar Sätze 
mit meinen Eltern 
zu wechseln.
Auch wenn ich 
viel zu oft 
in der Stille
und der Dunkelheit 
versinke 
und 
nicht mehr
weiß 
wo 
ich 
bin
und
wie viel Zeit
vergangen
ist.
Auch wenn ich 
viel zu oft 
all das verdränge,
da ich einfach 
nicht mehr leben möchte,
wenn ich mir vorstelle 
was mein Kindheitswolf
noch so alles 
mit mir veranstaltet hat.
Auch wenn ich 
oftmals 
mir den Tod 
wünsche 
und auch spüre
wie er immer näher rückt
steh ich immer noch hier
spüre ich wie mein Herz 
endlich wieder 
ein Funken
Hoffnung hat. 
Ich versuche 
nun 
mein 
kleines
altes
ich 
zu
beschützen.
Zwar kann ich ihr 
immer noch nicht verzeihen, 
aber verzeihen 
ist so ein großes Wort.
Verzeihen bedeutet 
das ich akzeptieren kann 
das ich mich nicht gewehrt 
und nicht mit meinen Eltern darüber 
geredet 
habe. 
Verzeihen bedeutet auch 
um mich selber trauern
und das fällt mir so schwer
da ich tausend gründe
aufzählen könnte,
die ich doch so falsch gemacht habe.
Aber verzeihen bedeutet auch Zeit 
und die gebe ich mir endlich.
Ich gebe mir Zeit 
um endlich 
ein wenig 
Licht 
ins 
dunklen 
zu bringen. 
Vielleicht kann ich mir auch nie verzeihen
aber dann habe ich es wenigstens versucht.
Dann habe ich mich wenigstens 
mit den ganzen Seelendreck 
auseiander gesetzt.
Das ist für mich ein großer Schritt
auch wenn er
für manche 
viel zu wenig ist.
Und da ich
nun
wieder
mein Mädchen 
an meiner Seite habe
kann ich hoffentlich 
vieles 
mit 
ihr
meistern.
Die Hoffnung 
ist grad 
das einzige
was 
mich 
atmen 
lässt. 



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