Mein Kopf zerspringt. Ich will das alles nicht mehr






Ich fange an zu dissoziieren.
falle ins tiefste dunkel 
und
 verfange mich 
in den 
Erinnerungen.
Ich höre 
nur 
noch
gedämpft
wie meine Klassenlehrerin 
sagt, 
dass Täter alles dafür tun, 
damit 
der Missbrauch
nie 
zur Sprache 
kommt.
Sofort 
schießen 
mir 
Erinnerungen 
in mein Herz 
und 
ich 
merke 
wie 
es
in tausend Einzelteile 
zerspringt. 
Ich sehe 
ein viel zu großen Körper
auf meinem viel zu kleinen Kinderkörper
und wie er danach 
den Zeigenfinger
auf die Lippe tut
Verrate es keinen. 
Das bleibt unser kleines Geheimnis.
Ich höre
wie meine Eltern sagen,
wie schön es doch ist,
dass er immer so schön
mit dir spielt.
Ich sehe 
mich halbnackt
 im Gras liegen
und neben mir ein Kerl 
den ich immer wieder versprechen 
muss,
dass es unter uns bleiben muss.
Ich sehe mich
 wie ich am Telefon weine
und es mein Exfreund erzähl, 
er aber nachdem er mit diesem Kerl 
gesprochen hat
nur meinte,
dass alles doch nicht so schlimm ist 
und ich doch nicht seine Zukunft zerstören kann, 
wenn ich das zur Anzeige bringe.
Aber dabei hast du wohl
nicht gedacht,
dass ich diejenige bin,
bei der die Zukunft
zerstört
wurde.
Ich sehe mich 
in einen viel zu großen Bett, 
wo ich anfange zu dissoziieren 
und krampfhaft versuche 
nur auf das Geräusch 
zu achten, 
wie der Regen 
an die Scheibe stürmt, 
doch das Gefühl 
das jemand 
neben 
mir 
liegt 
der 
sich 
an 
mir 
vergreift
kann
ich
einfach
nicht
ertragen.
Ich höre
wie 
du 
all 
deinen Freunden
erzählst, 
dass ich alles provoziert habe, 
ich ihn doch geil gemacht habe 
und was ich doch für eine Schlampe wär
das ich danach den Kontakt abgebrochen habe.
Aber du hast wohl vergessen
zu erwähnen
wie sehr mich gewehrt habe
und ich eindeutig nein gesagt habe.
Ich sehe mich 
in einen Auto liegen.
Ich sehe wie du mich würgst 
immer und immer wieder
und wie ich dabei 
denke 
das 
es 
jetzt 
ein guter Zeitpunkt 
wäre um mit dem atmen aufzuhören.
Ich höre wie du danach sagst, 
dass ich es keinen erzählen soll, 
da er ja eine Freundin hat.
Was indirekt sagt 
dir glaubt eh keiner,
du dreckige Schlampe.
Ich komme zu mir
da ich plötzlich merke 
wie Tränen 
an meinen Wangen 
runterlaufen. 
Der Rest der Stunde 
starr ich die Wand an  
und beiße 
mir fest auf den Daumen 
um nur auf den Schmerz zu achten.
Als endlich die Schulklingel läutet
verlasse ich so schnell es geht 
den Klassenraum.
Immer wieder laufen Tränen 
über mein Gesicht
und fühle mich
wie das letzte Stück Dreck. 
Leute starren mich an
und ich schaue ständig auf den Boden. 
Niemand soll sehen 
wie ich innerlich mit mir kämpfe.
Plötzlich schießt mir die Angst 
ins Gesicht.
Wie soll je jemand mein Körper 
nicht dreckig und abstoßend finden, 
nach all diesen dunklen Taten,
all die dreckigen Hände,
die mich berührt haben.
Wie soll ich je mit diesem Körper 
auskommen 
nach all den dunklen Taten.
Wie soll ich jemals
auf ihn
abblicken
ohne
an die Missbräuche
zu denken.
Ich verfange mich in der Dunkelheit 
und in der Stille. 
Kein Wort erreicht mich mehr, 
ich fühle mich wie ausgekotzt
und
lebendig begraben.



 

1 Kommentar:

  1. Oh, da muss ich wohl etwas gerade rücken. Ich habe eine Partnerin. Ich liebe sie - aber die Beziehung füllt mich nicht aus. Gibt dazu auch paar Beträge. Insbesondere das sexuelle. So ist so mancher Post mehr Wunsch als Wahrheit. Viele grüße :)

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