Dabei war ich am Ende gar nichts mehr, außer am Ende






Ich wache auf und merke diese Schwere auf meinen Schultern. Ich schaffe es nicht aufzustehen. Alles drückt mich noch tiefer in mein Bett. Unter meiner Decke kann nichts schlimmes passieren. Daran denke ich solange bis ich es mir schließlich glaube. Nach Stunden schaff ich es den schrecklichen Traum ein bisschen von mir abzuschütteln und mich aus meinem Bett zu bewegen. Alles hier ist so dunkel. Mein Herz strahlt nicht mehr. Mein Herz freut sich nicht mehr auf den neuen Tag. Mein Herz ist totgestrampelt von dem ganzen Dreck der mich umgibt. Ich schaffe es nicht mal richtig mich im Spiegel zu betrachten. Ich schaue schnell weg. Ich will meine verdammte hässliche Fresse nicht mehr sehen. Selbst diese paar Schritte zum Bad sind so anstrengend, dass ich mich gleich wieder in meinem Bett verstecke. Ich wollte heute rausgehen. Ein wenig umher laufen, ein bisschen Alkohol kaufen und an irgendeinen ruhigen Platz lesen doch allein bei der Frage, was ich dann anziehen soll überfordet mich. Jedes noch einzelne Kleidungsstück erinnert mich entweder an dich oder ich kann es nicht anziehen, weil ich mich darin nicht ertrage. Alles überfordet mich. Allein auf der Frage wie es mir geht kann ich nicht antworten. In mir herrscht so viele Leere, Traurigkeit, Dreck und Schmerz das ich das nicht in Worte fassen kann. Jedes Lächeln ist so voller Lügen. Ich hause in der Isolation. In der Stille, die mich auf langer Zeit verrückt macht, doch dagegen anzukämpfen fällt mir jegliche Kraft. Alle Worte scheinen nicht mehr meine zu sein. Die letzten Monate zerren an meinen Knochen. Ich habe das Gefühl, dass ich alles was mir wichtig war, verloren zu haben und nur weil ich so bin wie ich bin. Ich will nicht mehr ich sein, doch ich selbst ist grad alles was ich habe. Ich weiß nicht mehr was richtig und was falsch ist. Der Tag besteht nur noch aus Selbsthass, Stille, weinen, trinken und noch viel mehr trinken. Jeder Blick auf mein Körper kann ich nicht ertragen. Die Stimmen schreien so laut bis ich kampflos aufgebe und nichts esse. Selbst wenn ich nichts kann, kann ich zumindest noch hungern. Das ist nicht viel aber wenigstens etwas. So sehr wie ich die Essstörung auch hasse, ich kann sie einfach nicht abschütteln wie ein lästiges Insekt. Auch wenn es mein Tod bedeutet lass ich sie nicht los. Ich habe so gut wie keine Ziele mehr auf was ich hinarbeiten kann außer meinen Tod.
Wer sterben will kann nicht zum essen gezwungen werden.
https://www.youtube.com/watch?v=T-y_0Hmgdec



1 Kommentar:

  1. Ich zerreißt mir mal wieder das Herz wenn ich lese wie es dir geht. Du fehlst mir. Deine Worte fehlen mir.
    Ich würde dir so gerne deine Last nehmen und sie für dich tragen.
    Du bist ein guter Mensch. Und du wirst es auch immer bleiben.
    Verlass uns nicht.

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