I never meant to rape you: I just thought I could find myself in you




 
Ich bin nichts weiter wert als ein Fick, als ein dreckige Fick auf der Rückbank eines Autos.  Ich weiß es, doch ich versuche es immer wieder zu verdrängen.Meine Pillen und den Alkohol helfen mir nicht mehr. Ich spüre plötzlich lauter Gefühle, die ich alle im hungen verloren habe.All die Gefühle kann ich nicht händeln, ich drehe durch selbst bei den kleinsten Gefühl. Alle Bilder erscheinen vor mir und ich schrei in mich hinein. Mein Herz ist schon taub von all meinen Schreien.  Doch im Alltag lasse ich mir niemals was anmerken. Ich habe immer Angst, dass jemand sieht wie dreckig und voller Schande ich bin. Ich hasse mich so sehr dafür ein seelenloses Wesen zu sein, was schon so viele dreckige Berührungen erlebt hat.
 Kein Gefühl der Welt kann das beschreiben, wenn ein Wolf nach deinen T-shirt greift und du genau weißt, dass man nichts dagegen kann. Keine Handlung, kein Wort würde reichen um das alles aufzuhalten. Ich bin ein jämmerliches Reh, ein kleines Kind was sich nicht mehr wehren kann weil all die Übergriffe mir die Worte genommen haben. Und plötzlich bist du nackt, äußerlich und innerlich. Du zitterst, dein Körper verliert die Kontrolle und du willst weinen. Ich versuche mich an den Himmel zu greifen, die Sterne die so still vor sich hin leuchten doch plötzlich ist alles so unreal. Du spürst nur den Schmerz. Meine Jungfräulichkeit  ist zerrissen, mit Dreck beschmutzt und in den nächsten Graben geschmissen worden. Ich bin splitterfasernackt egal wie viel Kleidung ich auch jemals trage. Ich bin beschmutzt und voller Fehler. Nichts in mir ist noch rein. 


Warum ich das getan hab? Ich fand mein Leben leer, nicht mehr redenswert, nicht mehr lebenswert.







Die Geschichte über meine Narben sind lang, viel zu lang um es in einem Text zusammenzufassen. Ich glaube das alles kann man auch einfach nicht in Worte fassen. Für manche Sachen gibt es keine Wörter. Manchmal sind Wörter einfach nur Worte. Leere Hülsen, leere Bierdosen die vergammelt in der Ecke stechen. Nur ich weiß über das alles Bescheid. Jede einzelne Narbe hat auch eine Berechtigung. Manchmal entstanden in einer Effekthandlung, manche weil ich das Gefühl hatte zu ersticken, wenn ich  nicht sofort die Klinge ansetze. Ich schaue auf meine Arme und sehe nur Schmerz und Erinnerungen. Jedes einzelne werde ich nie vergessen. Ich werde nie vergessen wie ich in der Schule gemerkt habe, dass meine Wunde am Oberschenkel einfach nicht aufhören wollte zu bluten und ich somit zu den Lehrer und dann zu einem Arzt geschickt wurde. Dieser Moment ist so ein prägend, so voller Scham. Wenn ich daran denke springt mir die Scham gleich ins Gesicht. Oder eine andere Narbe, wo mein Papa reinkam und mir eine scheuerte als er das gesehen hat. Nichts kann das je vergessen. Wir reden nicht darüber, aber ich spüre den Schmerz immer noch. Jede einzelne Selbstverletzung hatte mehr oder weniger einen Grund. Ich weiß noch wie ich zweimal mir kochendes Wasser über meine Arme geschüttet habe, einfach weil die Gedanken mir das befohlen haben. Und es tat nicht soweh  wie die Gedanken, die mich quälten. Einmal verbrannte ich den BH nachdem ein Wolf mich in seine Höhle gezogen hat. Ich hab ihn mit leeren Augen und in der Hoffnung verbrannt, dass diese Zeit niemals wiederkommt. Doch sie kam und sie wurde immer schlimmer. Ich vergesse nicht, wie er danach überall rumerzählte ich wäre eine Schlampe. Auch wenn mein beiden einzigen Freunde in der Zeit das nicht glaubte. Aber ich kam mir so schäbig vor. Als ich wirklich so, als wäre ich in lauter Nähe gefangen. Die Erinnerungen gehen noch weiter. Plötzlich machte mein Freund Schluss, von dem ich dachte, er liebt mich. Doch er hat mein immer höher steigerndes Gewicht nicht ertragen und verließ mich. Auch wenn ich ihn nie hassen könnte hat mich sein Verhalten so angewidert, so traurig gemacht, dass ich angefangen habe zu trinken. Ich stohl mir sämtliche Alkoholflaschen. Und trank fast jeden Abend so als wäre es meine letzte. So viele Selbstmordversuche vergingen in dieser Zeit. Ich konnte es nicht ertragen, dass er so viel von mir wusste, mich berührte obwohl ich das nicht wollte, und mich trotzdem verlassen hat. Nichts passte mehr. Alles war nur in Dunkelheit und Alkohol ertränkt. Dann kamen die ganzen Wölfe, als hätte ich sie zu mir gelockt. Nichts hatte mehr einen Sinn. Und mein Essen wurde immer weniger. So lang bis ich Wochen nichts mehr aß und trotzdem noch wie ein Elefant aussah. Meine Narben wurden mehr. Der Dreck, der auf mir lastete, verschwand einfach nie. All die Scham kleidete mich ein, so das ich nur mit leeren Augen durch die Straße ging. Jetzt hat es sich kaum geändert. Ich bin immer noch mit Dreck und Scham beladen. Ich bin in der Angst und in der Stille gefangen. Diese ganzen Missbräuche vergehen nie. Egal wie viel Schnaps ich nun trinke. Dieser Ort wird mich auf ewig daran erinnern. Auch an das kleine Mädchen, was jetzt tot im Wald begraben wurde. Ich finde kaum Worte um zu beschreiben wie es mir jetzt geht. Alles ist leer und ohne Sinn. Das Selbstverletzten gibt mir grad Kraft, was so erbärmlich klingt, dass ich gleich meine Hände gegen die Wände hau. Ich will einfach nur dahin wieder zurück, wo alles lauter warmen Farben war. Mein Mädchen, ich will zu dir  zurück. Ich weiß gar nicht wie du es mit mir aushält. Ich bin eine leere Hülle, aber mein Herz gehört nur ihr. 





Könnte sterben jeden Abend und wach’ doch noch auf



Die Erkenntnis kam wie ein Stich in meinem Magen. Die Kippe fertig geraucht und plötzlich kommt ein Tornado von Gedanken auf mich zu. So eine kleine Erkenntnis die wiegt wie tausend Elefanten auf meinen Schultern. Ich greife zum Gin doch mein Vater hat ihn wohl leer getrunken. Ich greife zum Bier. Irgendwas brauche ich, ich werde sonst noch verrückt. Jetzt ist mir klar warum mein Kindheitswolf nie eine Freundin hatte in all den Jahren. Er steht immer noch auf kleine Kinder. Dieser Gedanke bringt mich zum beben. Ich habe Angst. Ich habe Angst vor jeden seiner Gedanken. Ich habe für die Kinder Angst die ihn begegnen und ich habe Angst vor der nächsten Begegnung mit ihm. Jedes einzelne lässt mich tausend Tode sterben. Ich will jedes kleine Kind vor ihm retten. Sie sollen nicht das erleben was ich erlebt habe. Ich konnte mich nicht retten. Ich konnte nie meine Stimme erheben wenn jemand und vor allem er mich berührte. Selbst jetzt kann ich das nicht. Er hat mich zerstört. Meine kindlichen Gedanken zerbombt, mich zerbombt. Ich bin nur noch Asche einer gestorbenen Kindheit. Wie soll ich mit dieser Erkenntnis weitermachen? Als ob nicht jeder einzelne Tag für mich nicht schon schwer genug wär. Das Essen und vor allem mein Körper bringt mich in den Wahnsinn. Ich fühle nur noch Ekel. Ekel vor mir und meinen schrecklichen Körper. Und jetzt, jetzt fühle nur noch Trauer. Ich möchte diese Gedanken mir aus den Hirn trinken. Ich kann kaum mehr atmen. Ich ersticke an den Erinnerungen.Ich greife zu der Pillendose. Ich schlucke zwei Tavor Tabletten mit meinen restlichen anderen Pillen und spüle es mit Alkohol runter. Ich brauche endlich Stille in meinem Kopf.



Wenn ich allein bin,
erbrechen sich meine Gedanken
in mein Kopfkissen.
So vergehen Stunden.

I can’t stand my own mind



Was ist schon Leben? Das fragt man sich tag für tag. Steht auf um der Welt zu beweißen, dass man stark ist, alles schaffen kann. Ein Blick in den Spiegel, und die Schwäche ist wieder da. Siehst ein Gesicht, was du verachtest. Du erkennst es nicht wieder. Willst nach der Person greifen, ihr das Gesicht zerkratzen und erst aufhören, wenn du nur noch Blut siehst. In den Augen ist absolute Leere, kein funken leben. Diese Leere füllt sich nicht. Egal wie viele Wunden am Körper sind, egal wie viel blut schon verflossen ist, egal wer um dich rum ist, egal wie sehr dich einer verletzt, die leere füllt sich nicht. In den Bäuchen findet man nichts als leere. Die Mägen schreien nach aufmerksamkeit, aber in unseren Gesichtern haben sie nichts gutes verdient. Der Hunger nach weniger vergeht einfach nicht. Wir schätzen das Essen nicht mehr, wir denken das es uns zerstört, dass es uns zu einen hässlichen Monster macht.
Wir laufen mit Rasierklingen herum, nur damit wir die Sicherheit haben uns jederzeit töten zu können. Wir schneiden uns um aus unseren Körper zu fliehen. Wir hungern um endgültig zu verschwinden. Wir greifen nach der Zigarette, um innerlich zu verbrennen. Nehmen den Wodka um unsere Gedanken lahm zulegen. Um endlich frei zusein von unseren Ängsten.
In Gedanken sterben wir tausend Tode, aber trotzdem sieht man uns lächeln.
Wir passen nicht in diese Welt rein, deswegen bauen wir Mauer um uns und um unser Herz herum. In uns ist eine Kälte, die keiner versteht. Verlieren uns in einen Menschen, der unser Leben in der Hand hält. Wollen keine Gefühle zeigen, verdrängen sie um nicht erneut hinzufallen. Wir versuchen nicht liegen zu bleiben, versuchen unser bestes, aber wir sehen immer nur das schlechte.
In der Masse fühlen wir uns unwohl. Berührungen füllen sich an, als ob jemand unsere Haut aufreißt.
Wir hoffen das irgendeiner kommt um uns vor uns selbst beschützt, aber wissen genau das wir keine Liebe verdient haben. Das Gefühl der letzte Dreck zusein hört nicht auf, egal wie viele das gegenteil beteuern. Unser vertrauen ist schon längst begraben, und keiner nimmt sich die Zeit um es wieder auszugraben.




Diesen Text schrieb ich vor Jahren. Ich hab mich erschreckt das er immer noch auf mich zutrifft.