Murder





Ich versteh die Welt nicht mehr. Nun ist es zwei Jahre her. Zwei verkackte Jahre voller Dunkelheit und in Selbstzerstörung gehaust. Kein Tag hatte ich Ruhe vor den Dämonen und vor mir selber. All die Gefühle zerfleischen mich. Egal wie lang alles auch her ist, ich werde es nie vergessen. Ich werde nie vergessen wie der Wolf mich bei lebendigem Leibe auffraß und mich zusätzlich noch mit Worten gefesselt und geknebelt hat. Er beschmiss mich mit Worten und signalisierte mir was für eine Hure ich doch wär. Ich weiß noch ganz genau wie ich dieses Gefühl von Schmutz, Ekel, Scham, Angst, Selbstzerstörung, Hass und pure Verzweiflung an meinen Körper festsetze. All diese Gefühle werde ich wohl nie von meinem Körper runterbekommen werden. Keine längste Dusche der Welt kann je meine Schande wegwischen. Ich wünschte, ich könnte darüber reden. Ich wünschte, mir würde es helfen darüber zu reden. Ich wünschte aus meinem Mund würde mehr kommen als die jämmerlichen kindlichen Worte Jemand war sehr böse zu mir und ich kann nicht mehr. Mich kotzt meine jämmerlichen, erbärmliche Worte so an. Jedes Wort fühlt sich an als gehörten Sie nicht mir. Sie fühlen sich so fremd auf den Lippen an das ich am liebsten in der Stille hause. Kein Wort der Welt kann beschreiben wie man etwas in sich töten muss um weiter zu existieren zu können. Kein Wort der Welt kann beschreiben wie es sich anfühlt beim Arzt auf heißen Kohlen zu sitzen und dann danach von der Ärztin mit einem vorwurfsvollen Blick angeschaut zu werden als würde man schon zum 26232323mal zu ihr gehen und das gleiche verlangen. Kein Wort der Welt kann beschreiben wie es sich anfühlt, wenn man die Schande, an der man selbst Schuld ist, mit jedem Tag zu spüren bekommt.. Niemand hat das je gemerkt. Wenn ich meine Eltern fragen würde, ob sie wissen was sie an diesem Tag gemacht haben und ob Ihnen was an mir aufgefallen ist, würden Sie es verneinen. Meine Maske sitzt perfekt, wahrscheinlich zu perfekt. Doch wenn ich heute an den Tag denke fühle ich mich wie der Tod persönlich. Es scheint so als hätte alles in mir diesen Tag so gut verdrängt, wie nur möglich. Doch das Gefühl wie der Wolf alles in mir nahm werde ich nie vergessen. Es scheint so als wären die Wolfsgeschichten so in mir verankert, dass ich sie niemals mehr vergessen werd. Der Schmerz ist das was die Geschichte so unvergesslich macht. Ich wünschte, dass alles wäre eine Lüge. Ich wünschte diese Geschichte wäre frei erfunden. Ich wünschte, ich müsste nicht den ganzen Tag daran denken. Doch hurenverhalten wird stetig bestraft. Egal wie lang es her ist. Die Erinnerungen fressen mich auf. Die Gedanken ersticken mich. Einmal Hure, immer Hure. 



Kommentare:

  1. Du bist keine Hure Du bist keine Hure DU BIST KEINE HURE Du bist nicht deine Krankheiten Du bist nicht schuld Du bist nicht deine Dämonen, du bist Nadine.
    Ich wiederhole dasbtausendmal, in der Hoffnung dass du es eines Tages weisst.
    Ich denke an dich.

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  2. Du warst nie eine Hure und du wirst nie eine sein!
    Ich wünschte ich könnte gerade wirklich für dich da sein, dich nicht so allein lassen mit diesen dunklen Gedanken und Gefühlen.

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  3. Niemand verdient so viel Schmerz. Du bist ein so wundervoller Mensch, du bist so voller Liebe und Fürsorge, du bist wunderschön, von außen wie von innen.

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  4. Wenn du eine Hure bist, dann bin ich es auch. Wenn du es nicht annehmen kannst, keine Hure zu sein, dann lass uns sagen "Wir sind keine Huren." Vielleicht geht das besser für dich. Ich hoffe für dich und wünsche dir, dass du das einmal so sehen kannst.
    Wenn ich an dich denke, denke ich an das Mädchen mit den roten Haaren. Das so viel Schmerz erlitten hat. Das sich so weit nach vorne gekämpft hat. Das Worte, so viele Worte mit uns teilt. Und was für Worte. Schmerzhaft ehrlich. Traurig. Schreiend. Einfühlsam. Heilend. Aufmunternd. Kraft schenkend. So viele wunderschöne Worte.
    Wenn ich an dich denke, denke ich an Nadine, die mir oft zuhört und all meine Fragen beantwortet. Wenn ich dich denke, denke ich an einen wundervollen Menschen, für den ich mir so sehr wünsche - dass es endlich besser wird.

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  5. Deine Worte schreien. Es tut weh sie zu lesen. Ich höre sie. Ich werde an sie denken. Und ich wünsche dir alles gute und eine rettung, eine Lebensleine und das ende der masken. Hoffentlich befreist du dich bald.
    XO Mads mit ganz viel Liebe und Kraft

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