Wo sind diese Tage an denen wir glaubten, wir hätten nichts zu verlieren?



 


Erinnerungen schwirren in meinem Kopf umher. 
Ich sehe uns
 am Bahnhof zueinander weinend laufen. 
Ich spüre diese enge und warme Umarmung
 immer noch so sehr. 
Ich sehe immer noch 
deine zitternden Hände vor mir. 
Ich spüre immer noch
 mein bochendes Herz, 
was sich genauso so sehr freut, 
wie ich, 
dich nach Jahren wiederzusehen. 
Du hast mir in den ganzen Jahren, 
wo wir verletzt voneinander waren 
und uns in Stille gekleidet haben,
 trotzdem gefehlt. 
Du warst schließlich mein Wunderkind, 
was mir mit jedem Tag gezeigt hat, 
das es mich liebt. 
Ich sehe immer noch 
wie wir an unserem ersten Abend eingekleidet 
mit unserem Lieblingssekt, 
den Lieblingsschnaps unserer Lieblingsband 
und Flaschen voller Bier 
durch die Berliner Nacht gelaufen sind.
 Der Gesprächsstoff ging uns nie aus. 
Wir reden und redeten und liefen 
bis unsere Füße schwer wurden.
 Erst um kurz nach sieben, 
wo ich eigentlich schon hätte 
anfangen müssen zu arbeiten,
 legten wir uns schlafen.
Ich sehe uns immer noch
 wie wir zweimal im Tattoostudio waren, 
wo ich mir 
"No means no" 
in den Nacken tätowieren ließ 
und wir uns 
an unseren Oberschenkeln 
ein Partnertattoo verewigen ließen. 
Über die  Tage verteilt
 liefen wir zu den unterschiedlichsten Orten.
Kauften uns jeweils eine Anti Nazi Flagge, 
Sticker, Kuscheltiere und T-Shirts. 
 Die Nächte verbrachten wir im Hotel, 
wo wir mit 
Lines, Tabletten und Alkohol
 um uns schmissen. 
Unsere schönste Momente
 ließen wir mit Polaroid Fotos verewigen. 
Und immer wieder aufs neue
 verliebte ich mich umso stärker
 in das schöne Mädchen, 
was Nacht für Nacht neben mir schlief. 
Was alles nur noch komplizierter machte.
 Schließlich warst du
 nicht mehr mein 
und ich nicht dein. 
Es fühlte sich so falsch an
 sie nicht zu küssen
 und nicht ständig ihre Hand zu halten. 
Der krönende Abschluss 
war das Toten Hosen Konzert. 
Inmitten von 22000 Menschen 
sangen wir ihre Lieder mit,
 die mit jedem weiteren Song
 mein Herz
 so unfassbar berührte. 
Wir tanzten eng aneinander 
und ich gab dir zig Küsse 
auf die Wange. 
Dieser ganze Abend 
werde ich
 nie 
in meinem Leben 
vergessen. 
Der Spruch auf meinen T-shirt
 beendete die ganze Zeit:
 "Niemand muss nüchtern sein." 
Niemand musste ernüchternd
 zuhause sitzend
 und nach Liebe betteln, 
wenn wir beieinander waren.
 Doch die Zeit 
verflog so schnell
 und jetzt sitze ich
 seit über eine Woche 
wieder zuhause 
und spüre 
mit jedem weiteren Tag mehr
 wie die Leere 
mich auffrisst 
und mein Herz 
auseinander reißt. 
Ich merke wie ich
  stundenlang auf ihre Nachricht 
warte 
und ich mit jeder weiteren Minute 
abstumpfe und denke,
 dass du mich nicht mehr brauchst, 
als wäre
 die ganze schöne Zeit in Berlin 
nicht gewesen. 
Ich merke wie mein Herz kälter wird.
 Ich nehme weiterhin Drogen, 
um wenigstens
 ein bisschen Euphorie zu spüren.
 Und werde fuchsteufelswild, 
wenn ich merke,
 dass ich viel mehr bin, 
als Knochen und Haut. 
Die Zeit des Verdrängen
 hat mich wieder erreicht 
und all der Stress, 
der mir meine mündliche Prüfung macht, 
lässt mich motivationslos
 ins Leere blicken. 
Die Desinteresse,
 die mir meine Mitmenschen 
entgegen bringen, 
überträgt sich auf mich, 
dass ich in manchen Momenten
 ohne mit der Wimper
 zu zucken
 mit M. Schluss machen 
oder mit
 vielen Leuten 
einfach den Kontakt abbrechen könnte. 
Ich hänge an einem Gefühlsskelett, 
welches sich nur an meiner Leere
 und der Kälte ernährt. 
Die Knochen 
brechen
 weiter
 mit jedem weiteren Mal, 
wo ich zu mir selber sage, 
dass ich das allein sein liebe. 
Ich kann gut mit mir alleine sein, 
wenn die Gefühle
 nicht die Oberhand gewinnen. 
Doch wenn ich voller Gefühle bin,
 wird aus dem allein sein, 
eine Einsamkeit, 
die mich dazu bringt 
um mich zu schlagen, 
wenn Menschen 
zu nah an mich versuchen heran zu kommen.
 Doch was bringt mir unter Menschen 
zu sein, 
die den Wert eines Treffen 
nicht sehen 
und nicht schätzen, 
so wie ich es immer tue?
 Ich bin es leid Menschen mehr zu geben, 
als sie es jemals auch bei mir tun würden. 
Ich bin Menschen so leid. 
Doch auch ich selbst bin ein Mensch, 
dem ich so leid bin 
jeden Tag aufs neue 
im Spiegel betrachten zu müssen. 






Dieser Krieg frisst seine Krieger






Wie schaffen es Menschen
etwas ungesundes zu essen, 
oder mal zu viel zu essen, 
ohne 
danach 
kotzen zu gehen 
oder zu viele Abführmittel 
einzuwerfen? 
Ich kann diese Verhaltensweisen 
nicht abschütteln. 
Ich ertrage 
kaum Nahrung 
in meinem Magen
zu haben 
ohne durchzudrehen. 
Ich ertrage 
diese
starke 
Veränderung 
nicht. 
Ich ertrage diesen Körper 
nicht, 
der mehr nach zu viel Gewicht, 
als zu wenig Gewicht
aussieht. 
Ich sehe wie froh mein Papa ist, 
dass ich endlich 
ein Gewicht habe, 
das nicht lebensbedrohlich ist. 
 Doch ich schaue in den Spiegel
und weiß genau, 
dass dieses ganze Fett 
nicht das wieder spiegelt, 
wie ich mich fühle. 
Natürlich bin ich wieder aktiver 
vor allem bei der Arbeit, 
aber in mir drin 
fühle ich mich immer noch 
sehr schwach, 
weil so viele Gefühle 
in mir wohnen
und brodeln,
die ich nicht ertragen kann. 
Ich habe das Gefühl 
mein Körper 
tut alles dafür 
um nicht wieder 
abnehmen zu müssen
Leider habe ich das Gefühl, 
dass er diesen Kampf gewinnt. 
Und wie so oft 
verliere ich,
sogar gegen
meinen eigenen Körper.





I may be be senstive but you're still a dick and that's not okay





Das Ablaufdatum 
unserer Beziehung
kommt 
immer 
näher. 
Sie schleicht 
sich 
nicht an.
Sie stampft
hinter mir her
und brüllt 
mir Sachen
ins 
Ohr,
wo ich genau 
merke,
dass was wir haben, 
 ich nicht
länger
ertragen kann.
Ich scheue mich davor
zu M. zu gehen,
weil es mich keinen Sinn mehr 
ergibt, 
neben ihm zu hocken, 
sich kaum mehr etwas 
zu sagen zu haben, 
Drogen zu nehmen 
und zu viel zu trinken. 
Drogen nehmen
kann 
ich 
schon
alleine
und 
das
zu 
viel 
trinken
ist für mich 
das leichteste der Welt. 
Ich schmeiße ihm nur noch 
Ausreden 
vor die Füße
um nicht die Nacht 
bei ihm verbringen 
zu müssen. 
Das letzte Treffen 
war 
ein Schlachtfeld 
für meine Gefühle.
Als er mir nah gekommen ist,
mich fest in den Arm genommen
und gestreichelt hat,
hätte ich am liebsten 
laut geschrien. 
Jede Berührung 
war für mich
wie ein Schlag
ins Gesicht. 
Meine Gedanken schrien 
und habe versucht 
so zu tun,
als wäre ich eingeschlafen,
damit er endlich damit aufhört
und mich nachhause schickt. 
Irgendwann habe ich es 
nicht mehr ausgehalten 
und habe ihm gesagt, 
dass es ja schon sehr spät ist
und 
das ich lieber nachhause gehen sollte. 
Schon lange 
war der Abschied 
so unerträglich 
wie dieser. 
Ich habe mich selbst
nicht verstanden.
Es war so wie früher,
wo ich mich an M.'s
Nähe 
noch nicht gewohnt habe
und sich nach jeder Berührung
mein Herz 
mit Trauer 
und
 Aggressionen 
gefühlt hat.  
Ich ging aus dem Haus 
und ich fing das weinen an. 
Alles war wieder so wie früher.
Ich habe um mich geschlagen 
und gegen Wände.
Die Aggressionen 
waren 
so erdrückend 
wie. 
Wieder habe ich 
ein Auto
demoliert. 
Ich wollte schreien 
so laut
bis die Gefühle 
in mir taub werden
und ich all das Grauen 
nicht mehr spüren muss. 
Spätestens ab dieser Nacht 
spüre ich so stark wie nie,
dass ich einen Schlussstrich ziehen muss. 
Ich kann nicht mehr länger 
mit einem Kerl zusammen sein, 
der mir mehr Desinteresse zeigt,
als alles andere. 
Egal wie sehr 
er mich
beim letzten Treffen 
auch 
verliebt angeschaut hat. 
Das bringt mir alles nichts mehr, 
da ich weiß,
dass in seinem Herz
kein Platz
für Gefühle 
zu mir
 hat. 
Und genau deswegen 
muss ich mich damit abfinden, 
dass auch 
in meinem Herz
kein Platz mehr 
für ihn ist. 
Ich wünschte, 
es wäre nicht so,
aber ich kann mir 
so langsam 
nicht mehr einreden,
dass er sich vielleicht 
noch 
ändern wird. 
Ich habe ihm geholfen
über seine Ex 
hinweg zu kommen
und ich konnte 
seine Wut
und seine Trauer  
in Freude
und Zufriedenheit 
verwandeln.
Nicht mehr,
nicht weniger. 
Ich glaube nicht,
dass ich mehr für ihn bin,
als eine Stütze,
eine helfende Hand. 
Das was wir haben 
besteht 
nur aus meiner Seite
mit Liebe. 
Und selbst die 
vermischt 
sich 
mit dunklen Gefühlen 
zu ihm. 
Ich kann das alles 
nicht mehr lange tragen
und das wichtigste ist:
Ich möchte das alles 
auch nicht mehr tragen.
Ich möchte mit keiner Ungewissheit 
eine Zukunft 
mit einem Menschen 
verbringen, 
wo ich weiß, 
dass er mir nie wirklich
so richtig
glücklich machen kann. 





 

Ich will nie wieder etwas empfinden müssen: Ich will, dass mir alles uneingeschränkt egal ist. Und ich werde niemanden mehr das Recht geben, mich zu verletzen. Ich werde nie wieder jemanden nah genug an mich her ranlassen, um berührt zu werden.






Ich distanziere mich 
von allen und jeden. 
Ich sehe keinen Sinn mehr
 darin 
mich
 andere Menschen 
zu öffnen
. Ich bin einfach müde 
davon
 die gleichen Menschen 
in anderen Körpern
 zu treffen. 
Bei der Therapie 
war ich
 schon lange nicht mehr, 
weil ich dann 
nur mit Lügen
 um mich 
schmeißen würde. 
Und das würde keinen etwas bringen. 
Ich möchte nichts mehr
 von mir erzählen, 
weil immer nur 
die gleichen Worte 
fallen würden.
 Irgendwann sind es andere Leute 
leid zu hören,
 dass man das Gefühl hat
 nicht in diese Welt 
zu passen. 
Das der eigene Körper 
eine Schamleinwand ist, 
die man
 einfach nur 
zerstören möchte. 
Der Selbsthass
 lässt mich 
ersticken 
und alle erwarten 
von mir
 das ich trotzdem 
weiter atme. 
Doch wer hört einen zu, 
wenn selbst das atmen zur Last wird? 
Ich suche in den Drogen etwas, 
was mir kein Mensch geben kann. 
Selbst die Horrortrips
 ertrage ich noch besser, 
als die Nähe von Männer. 
M. erzähle ich schon 
lange nichts mehr
 von mir. 
Wenn er mir erzählt 
wie schlecht es ihm geht, 
ertrinke in der Trauer 
und ich versuche alles zutun, 
damit es ihm besser geht. 
Ich würde mich 
von ihm anschnauzen lassen 
und all seine Wut aushalten, 
um ihn dann minutenlang zu umarmen.
 Auch wenn ich eigenlich jemand bräuchte, 
der mich wortlos in den Armen hält,
 wenn alles in mir zerbricht. 
Doch selbst das 
könnte ich nicht aushalten. 
Diese enge Umarmung 
würde mich nur daran erinnern, 
dass das zu etwas führen würde,
 was ich von selbst nie einfordern würde. 
Nackte Nähe
 bringt
 Scham
 und davon 
habe ich
bis zu meinem Tod genug. 





Death ain’t shit, I’d rather die than be alive in this life





 
Ich verstehe mein Leben 
im Moment selber nicht mehr.
 Ich bin ständig so übermüdet. 
Ich finde in der Nacht 
keinen Schlaf mehr. 
Wenn die Kinder
 in der Kita 
Mittagschlaf abhalten,
 schlafe ich immer mit ein. 
Seitdem jemand 
aus meiner alten Realschulklasse 
mich 
wegen einen Klassentreffen
 angeschrieben hat, 
träume ich 
ständig
 von Männer, 
die mich vergewaltigen
 und von den Wölfen. 
Schweiß gebadet
 wach ich dann auf 
und fühle mich so beschmutzt.
 Ich will nicht 
zu diesem Klassentreffen
 gehen, 
da ich es nicht ertragen könnte, 
den Klassenwolf zu sehen. 
Allein wenn ich 
seine Bilder 
auf Facebook 
oder Instagram sehe, 
wird mir schlagartig übel. 
Ich weiß
 all das 
ist schon so lange her,
 aber die Erinnerungen daran 
sind immer noch nicht verblasst.
 Ich weiß noch
 wie er mir Honig ums Maul 
geschmiert 
hat 
und ich habe es zugelassen,
 weil ich
 endlich mal 
irgendwo 
ankommen wollte. 
Ich wollte 
nicht die Ewige 
verkorkste Neue 
in der Klasse sein. 
Doch wie konnte ich auch denken, 
dass ein Kerl 
ohne Hintergedanken nett zu mir ist.
 Ich falle jedes mal aufs Neue 
in diese Masche herein.
Und was könnte ich auch auf den Klassentreffen erzählen. 
Das einzige
was 
 einigermaßen
 gut 
läuft
 ist meine Arbeit. 
Aber ich kann 
dort nicht
 mit meinen 
suizidalen Verhaltensweisen 
prahlen. 
Niemand möchte ich hören, 
dass man 
sterben möchte 
und alles dafür tut, 
um nicht länger atmen müssen. 
Ich kann nicht damit angeben,
 dass ich mir ständig Drogen einwerfe, 
um für einen kurzen Moment 
die Realität nicht mehr ertragen 
zu müssen.
 Ich kann nicht
 mit Sätze
 um mich werfen, 
die ausdrücken.
wie ich tagelang 
nichts esse
 und wenn ich dann 
mal was esse,
so viel esse, 
dass mir schlecht wird, 
dass das Essen 
wieder hochkommt
 und ich laute Abführmittel schlucke, 
damit die Nahrung
 so schnell wie möglich
 nicht mehr
 in meinem Magen ist. 
Ich kann nicht davon erzählen, 
dass ich keine Mutter
 mehr habe 
und das sie mich unter Druck
 setzt 
und sich nur mit mir trifft, 
um meinen Papa
 schlecht zu reden 
und um mir 
Vorwürfe
 zu machen. 
Ich kann nicht davon erzählen,
 wie Stimmungsschwankungen 
meinen Alltag bestimmen 
und ich oftmals
 das Gefühl habe,
 dass alle Menschen
 mich entweder hassen
 oder sich wünschen
 mich nie
 gekannt zu haben.
 Ich kann nicht davon erzählen,
 dass ich mit einem Kerl zusammen bin,
 der so viele Gefühle 
für mich besitzt wie ich
 Lebensmut besitze.
 Aber ich trotzdem 
so abhängig
 von ihm bin 
und ihm ständig verzeihe, 
weil er mir jedes mal 
aufs neue zeigt,
 dass ich Gefühle besitze,
 die mir nicht schmerzen. 
Ich hätte niemals gedacht, 
dass ich mich
 irgendwann wieder 
auf einen Kerl einlassen kann. 
Doch es kam alles anders
 und oftmals weiß ich nicht,
 ob das alles so gut ist.
 Menschen machen mir Angst.
 Sie können so schnell 
ihre Meinung
 ändern,
Sie können sich so
 schnell verändern, 
dass man sie früher
 oder
später 
nicht mehr wieder erkennt. 
Und irgendwann wacht man
neben einer Person auf, 
die einen nichts mehr als Schmerz
und Trauer schenkt.
Irgendwann
guckt man in den Spiegel 
und merkt 
das man nur noch 
eine Hülle ist,
die sich selbst 
hinten anstellt 
und alles tut, 
nur damit der andere
einen nicht verlässt.
Alles in einen
 kann ich einfach nicht 
zu diesem Klassentreffen
 gehen.
 Ich war nie ein richtiger Teil 
von dieser Klasse. 
Ich war einfach nur da 
und habe versucht
 nicht negativ
 aufzufallen,
 auch wenn meine Fehlzeiten
 eine andere Geschichte
 erzählten.
In diesem einem Jahr,
wo ich in dieser Klasse war,
 wurde ich seit meiner Kindheit 
das erste Mal 
wieder missbraucht. 
Und das wurde zur trauriger Regelmäßgkeit. 
Wenn es wirklich einen Gott geben würde, 
dann würde er mich eindeutig hassen. 
Als würde er mir extra die Wölfe schicken, 
damit ich mit jedem weiteren Übergriff 
ein weiteres Stück Lebenswillen
 verliere. 
Wenn es so weiterläuft,
 erreiche ich nicht die 30. 







Kein Ausblick auf Heilung


 



Meine Tage
bestehen
nur noch
aus Kraftlosigkeit,
Suizidgedanken,
Angst,
 Unsicherheit
und Selbsthass.
Jeden Tag
fällt es mir
schwerer aufzustehen.
Ich sehe in alles keinen Sinn mehr.
 Nicht mal in meiner Arbeit,
obwohl das eigentlich
 das einzige war,
wofür es sich noch gelohnt hat
aufzustehen.
Doch meine Stimmen
und meine Unsicherheit
 machen mir alles kaputt.
 Ich glaube nicht,
dass ich jemals
eine gute Erzieherin
 werde.
Ich bin so kreativlos.
Wer würde eine kreativlose Erzieherin
 schon einstellen?
 Ich frage mich,
 wie ich mein lebenlang
 arbeiten soll,
wenn mir dieses Jahr
 schon in den Knochen
 hängt
 und
 ich
 am liebsten
die Tage
 durchschlafen möchte,
weil mir alles zu anstrengend ist.
Mein Lebenslauf
 zeigt
schon
viel zu viele Lücken auf,
dass ich es mir
nicht leisten kann,
Monate zuhause zu bleiben.
Meine Zukunft
 erscheint mir so dunkel.
 Ich kann mich
 einfach nicht
 in zehn Jahren sehen.
 In zehn Jahren
 sehe
ich
 mich
unter der Erde.
Andere sehen
sich
in zehn Jahren,
 als Mutter,
verheiratet,
in einer eigenen Wohnung
und selbstbewusster.
Doch meine Zukunft
wird nicht
 so sein.
 Ich will keine Kinder.
Ich bin nicht
der Typ
von Frau,
die man heiraten möchte
und selbstbewusst
war ich noch nie.
Ich habe schon
 immer
 mit mir
und meinen Aussehen
 gekämpft.
 Zwar habe
 ich
mein Aussehen
 drastisch
verändert,
aber das hat alles nichts gebracht.
Ich fühle
 mich
immer noch
wie ein hässlicher,
 jämmerlicher
Elefant.
 Und wie soll sich das jemals ändern,
wenn mein Körper
mir ständig Streiche spielt?
Mein Körper
kann sich nicht
entscheiden,
 ob er
an
 einen Hungertot
 erleiden will
oder er sich
 bei Weight Watchers
 anmelden soll.
Meine Essstörung
 hat sich seit
dieses Jahr
 gewandelt.
 Jetzt
hänge
ich
zwischen
 hungern und fressen.
 In meinem Prinz Pi Beutel
 verstecke die Lebensmittel
  für meinen heimlichen Fressabend.
So wie früher
 als ich
 unter meinem Bett
meine geklauten Süßigkeiten
 vor meinem Eltern
versteckt habe.
Ich fühle mich an den Anfang
 von meiner Essstörung zurück versetzt,
 wo ich ständig versucht habe
 meine Mahlzeiten zu kürzen,
um dann am Wochenende
die Brötchen im Keller
 in mich
 rein zu stopfen.
Die Abführmittel
 stapeln sich
 und ich
wundere mich
 mit jedem Tag,
wie mein Magen
 das nur aushält.
Wenn ich an Magenkrebs
 irgendwann sterbe,
würde mich das
kein Stück wundern.
 Mein Magen
kennt
 einfach
keine normale Portionen.
Ich habe einfach kein Maß
dafür
und entweder
 habe
 ich
Magenschmerzen
 wegen dem vielen essen,
oder wegen den hungern.
Ich weiß noch,
wie meine erste Therapeutin
 die ganze Zeit dachte,
 ich hätte Bulimie,
was früher überhaupt nicht stimmte,
doch jetzt
erkenne ich Merkmale
 davon
 in meinen Verhaltensweisen
 und das macht mir Angst.
Mit Magersucht
 zu leben
ist schon anstrengend genug.
 Wie soll ich
dann noch
mit dieser Erkrankung
 klar kommen?
 Ich pack nicht
noch
 eine psychische Erkrankung.
Die Angststörung,
die letztes Jahr
 noch dazu
gekommen ist,
 machte mich zu einen Wesen,
was gar nichts mehr packte,
ohne Tavor.
Und gegen Bulimie
 kann man
 keine Tabletten schlucken.
Niemand
 kann mich
davor schützen
und das ist das schlimmste.
Ich kann niemanden
 von meiner Vorahnung erzählen.
Wer würde mich schon ernst nehmen?
Ich bin viel zu einsam
und wortlos
 um dafür
 die richtigen Worte zu finden.
Ich bin ein Bündel
voller psychischen Störungen
 und einer Persönlichkeitsstörung.
Ein Blick auf meinen Diagnosen
und ich könnte kotzen.
Ich fühle mich,
als wäre ich an mein Limit angelangt.
Ich weiß nicht mal mehr,
wie ich die nächsten Tagen überstehen soll,
ohne mich
in irgendeiner Form
selbstzuverletzen.
Das Leben
ist
ein
einziger Schmerz
und mit jedem weiteren Fehler,
die ich mache,
wird das Gefühl
noch
stärker,
einfach
einen Schlussstrich
zu ziehen.
Ich rede nie darüber,
doch ich glaube,
aufgeben hilft.
Und du weißt, irgendwann geht der Moment vorbei,
 dabei wollte ich doch Unendlichkeit.



I’m homesick for arms that don’t want to hold me






"Ich möchte so ein Leben nicht mehr führen."
flüstere ich leise. 
Ich flute mein Bett
 mit Tränen 
und wenn ich nicht
 so kraftlos 
wäre, 
würde ich um mich schlagen. 
All das
 woran 
ich
 mich 
die letzten Monate 
 festhalten konnte, 
verschwindet mit jedem Tag mehr. 
Es ist wieder ein ewiger Fall. 
Als das mit meinem Wunderkind 
zu Grunde ging, 
konnte ich mich noch
 an meinem Todesgewicht 
festhalten, 
aber ich bin zu einem Elefant geworden. 
Also kann ich mich 
nicht mal mehr
 an meine Knochen
 festhalten. 
Ich wünschte, 
ich könnte mich 
in meinem Zimmer 
einschließen 
und mich nur von Alkohol 
ernähren. 
Ich will nichts mehr essen, 
nur jahrelang schlafen
 und mich betäuben. 
Alles kommt wieder hoch 
und ich spüre einfach, 
dass das alles 
nicht mehr
 lange
 gut 
gehen
 wird. 
Ich werde einsam
 enden 
und 
wieder 
die Isolation
 als meinem besten Freund 
ansehen 
und
 mit ihm
 durch 
Stille 
kommunizieren. 
Ich kann mich
 nicht mehr 
lange 
 an dir 
festhalten, 
dafür 
stehen
 so viele 
ungesprochen Worte
 zwischen uns. 
Bald wird mein neustes Tattoo
 auf meinem Oberschenkel 
auch zu dir passen. 
"Dein Geruch war meine Heimat."
 Die Betonung liegt auf war.  
Alles was wir haben
 und 
hatten
 ist bald Vergangenheit. 
Eine bittere Erkenntnis, 
die mich zum weinen bringt. 
Aber wie lange
 soll 
ich 
das alles
 noch 
versuchen 
zu retten,
 wenn du nur stumm daneben stehst, 
 und meine Taten keine Blicke würdigst? 
Ist das alles noch was wert?  
Verdammt, ich weiß es nicht